Bühlertälerin nach Brand wieder „Middedrin“ im Leben

Bühlertal (urs) – Vor einem Jahr eröffnete Susanne Seebacher das „Lädele“. Sechs Monate zuvor war ihre ehemalige Wirkungsstätte abgebrannt. Ihre damalige Entscheidung erweist sich als goldrichtig.

Susanne Seebacher in ihrem „Lädele“, das unter anderem Postservice, Zeitschriften, Schreibwaren und Geschenkartikel anbietet.  Foto: klöpfer

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Susanne Seebacher in ihrem „Lädele“, das unter anderem Postservice, Zeitschriften, Schreibwaren und Geschenkartikel anbietet. Foto: klöpfer

Mittendrin im Luftkurort Bühlertal findet man das Lädele „Middedrin“ – genauer gesagt im Obertal. Kein Name scheint besser zu passen, nicht nur für den Standort, sondern auch für seine Besitzerin. Fast auf den Tag genau hat Susanne Seebacher vor einem Jahr das kleine Geschäft mit Postservice, Zeitschriften, Accessoires und Geschenkartikel eröffnet. Eine Entscheidung, die sie keinen Tag bereut hat.

„Mein Laden ist mein Lebensinhalt“, sagt Susanne Seebacher heute. Man mag es der Geschäftsfrau, die so viel Energie und Elan ausstrahlt, auf Anhieb glauben. Mit einer Angestellten, Heike Bauer, meistert sie das Tagesgeschäft im „Lädele“, das sich zu einem kleinen Treffpunkt im Obertal entwickelt hat. „Wir sind für viele Menschen in Bühlertal Anlaufstelle geworden. Auch durch die Poststelle. Ältere Menschen kommen gerne auf ein Gespräch vorbei“, erzählt Seebacher. „Der Grundgedanke, vor dem Laden noch ein paar Tische aufzustellen, um sich auf einen kurzen Plausch zu treffen, hat sich bis jetzt leider nicht umsetzen lassen.“

Das leidige Thema Corona hat auch hier der Geschäftsfrau einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber durch die Poststelle konnte Susanne Seebacher immerhin das „Lädele“ offenhalten. „Uns geht es gut“, fasst sie die Situation in drei Worten zusammen. Das strahlt die Frau, die seit 35 Jahren im Vorstand des Bühlertäler Turnverein aktiv ist, auch aus. Sie ist angekommen „middedrin“ bei sich und ihrem Leben. Obwohl die Powerfrau schon einige Schicksalsschläge einstecken musste. So brannte es im Modehaus Reith, das sie jahrelang als Inhaberin geführt hat, im Oktober 2019.

„Ich weiß, was Sorgen sind“

Vielleicht ist die Geschäftsfrau darum so empathisch geworden. „Ich weiß, was Sorgen sind, denn ich war lange genug in Modegeschäft tätig. Die Einzelhändler bleiben derzeit alle auf ihren Waren sitzen. Das ist wirklich schrecklich und könnte so manche Existenz in den Abgrund stürzen“, sagt Seebacher.

Daher ist sie dankbar, dass sie vor einem Jahr, sechs Monate nach dem verheerenden Schicksalsschlag, den sie bei dem Feuer erlitten hatte, die richtigen Schritte unternommen hat. „Die Entscheidung war goldrichtig, fast wie ein Sechser im Lotto“, zieht sie ihr Resümee. Von regionalen Anbietern bezieht sie heute Schnaps, Gin und Honig, und der Schwarzwald ist in Form von Uhren, Postkarten und Dekoartikeln präsent. „Die örtlichen Kleinvermarkter zu unterstützen ist mir sehr wichtig“, sagt sie. Und: „Mein Kerngeschäft sind die Post, Schreibwaren und Zeitschriften.“ Doch immer wieder kämen auch Kunden zum Stöbern in den Laden, der auch selbst gestrickte Socken oder selbst gehäkelte Babyschuhe anbietet. Auch eine Reinigungsannahme und eine Änderungsschneiderei sind angeschlossen.

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Erstellt:
3. Mai 2021, 14:00 Uhr
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ca. 2min 19sec

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