Bühlertal hebt den Satz für Hundesteuer

Bühlertal (fvo) – In Bühlertal kostet der Hund künftig mehr. Dort müssen für den Vierbeiner zwölf Euro mehr im Jahr aufgebracht werden.

Keine großen Sprünge: Die Hundesteuer steigt nur moderat. Foto: Carsten Rehder/dpa

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Keine großen Sprünge: Die Hundesteuer steigt nur moderat. Foto: Carsten Rehder/dpa

Kein Knurren, kein Klagen, kein Gegenwind: Ohne sonderlich ausgeprägte Debatte ist der Gemeinderat Bühlertal dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hat in der jüngsten Ratssitzung einstimmig die Anhebung der Hundesteuer pro Jahr von 72 auf nunmehr 84 Euro abgesegnet. Kein Wunder: Damit liegt die Talgemeinde bei dieser Steuer immer noch nur minimal über dem Durchschnitt in der Region. Am teuersten ist der Vierbeiner in Baden-Baden.

Für den Zweithund und jeden weiteren steigt die Steuer in Bühlertal nun ebenfalls – und zwar auf 168 Euro. Das Ausbleiben einer Debatte mag unter anderem daran gelegen haben, dass die letzte Erhöhung für die Haltung eines Hundes doch geraume Zeit zurückliegt, wie Kämmerer Tobias Polley betont. Genau gesagt auf den Januar 2010 datiert, damals stieg die Steuer für den Ersthund von 60 auf 72 Euro.

Steigerung unter Inflationsrate

Vor allem zeige der Blick auf die Nachbarkommunen, sprich die umliegenden Gemeinden und Städte – und das bis in die Ortenau –, dass man gebührentechnisch der Musik weit hinterherhinke, zumal teilweise selbst jetzt noch Orte (siehe Bühl, Ottersweier, Sasbachwalden/96 Euro) weit über Bühlertäler Verhältnissen liegen.

Im Schnitt sind in der Region 82,21 Euro für den Ersthund und 164,43 Euro für den zweiten Vierbeiner jährlich zu berappen. Auffällig dabei, dass auch etliche andere Gemeinden wie Gebührenspitzenreiter Baden-Baden (110 Euro/letzte Änderung 2007), Achern, Hügelsheim (1997) oder „Schlusslicht“ Sinzheim (51 Euro/2001), sich über Jahre hinweg von der großzügigen Seite gezeigt und ihren Satz nicht angehoben haben. Auch nach Polleys Eindruck ist die Steigerungsrate bei der Hundesteuer verschmerzbar. Umgerechnet auf die letzten elf Jahre bedeute sie ein Anstieg von 1,5 Prozent, womit man klar unter der Inflationsrate liege.

Die Hundesteuer fällt je nach Region anders aus. Infografik: Jasmin Vogt/Badisches Tagblatt

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Die Hundesteuer fällt je nach Region anders aus. Infografik: Jasmin Vogt/Badisches Tagblatt

Demzufolge waren nicht nur für Volker Blum, Sprecher der CDU-Fraktion, die „Gründe der Verwaltung absolut nachvollziehbar“. Zumal sich die Erhöhung mit zwölf Euro pro Person doch in einem weitgehend moderatem Rahmen bewege und die Gemeinde in den letzten Jahren auch durchaus investiv tätig war. So hat die Gemeinde mit diesen Geldern insgesamt 21 Hundetoiletten zur Beseitigung der Notdurft aufgestellt.

Mehreinnahmenvon 6.000 Euro

Allerdings lässt aktuell genau der Gebrauch derselben deutlich zu wünschen übrig, wie Tobias Polley in seinen Ausführungen berichtet. Was nicht nur zu vermehrten Klagen bei der Verwaltung, sondern auch zu einem erhöhten Aufwand an Personal führt.

„Wir müssen damit auch verstärkt den Vollzugsdienst einsetzen“, berichtet Polley. „Und das kostet nun mal Geld.“ Kosten, die man in irgendeiner Form weitergeben müsse. Aktuellen Erhebungen zufolge werden in Bühlertal 418 Ersthunde und 45 Zweit- (und weitere Hunde) sowie vier Zwingerhunde (in zwei Zwingern je zwei Hunde) gehalten. Für die Talgemeinde bedeutet die aktuelle Anhebung jährlich Mehreinnahmen von insgesamt immerhin 6.000 Euro. Das Einnahmevolumen liegt dann alles in allem bei 43.000 Euro (zuvor 36.000 Euro).

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
12. November 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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