Bürger-Engagement mit Vorbildcharakter in Völkersbach

Malsch (ar) – Das Völkersbacher Heimatmuseum soll denkmalgerechte Fenster erhalten. Das vom Heimatverein getragene Museum ist beispielgebend auch für die Freunde der Alten Schmiede in Malsch.

Mit seinem Bauerngarten ist das mehr als 225 Jahre alte Fachwerkhaus ein regelrechtes Idyll. Foto: Anne-Rose Gangl

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Mit seinem Bauerngarten ist das mehr als 225 Jahre alte Fachwerkhaus ein regelrechtes Idyll. Foto: Anne-Rose Gangl

Das bürgerschaftliche Engagement, das Mitglieder des 1999 gegründeten Heimatvereins Völkersbach einbrachten, um das jetzige Heimatmuseum im Gässle 6 im Malscher Ortsteil Völkersbach zu realisieren, wird noch heute in Malsch gewürdigt. Dem Malscher Gemeinderat fiel es daher auch nicht schwer, bei einer Enthaltung für die Kostenübernahme zweier zu ersetzenden historischer Giebelfenster in dem 2015 eingeweihten Völkersbacher Heimatmuseum zu stimmen.
Rund 3.000 Euro müssen für die Erneuerung der beiden Giebelfenster in die Hand genommen werden. Hierfür hatte der Heimatverein einen Zuschuss in Höhe von maximal 2.000 Euro beantragt. Da das Gebäude im Eigentum der Gemeinde ist, hatte Manfred Schwarz (CDU) vorgeschlagen, die gesamten Kosten zu übernehmen. Ortsvorsteher Norbert Koch (FW) betonte, es gehe nicht um einen Zuschuss für den Heimatverein, sondern um eine Kostenübernahme der Fenster, die zum historischen Gebäude passen müssten. Einen Antrag auf Förderung im Denkmalschutzprogramm habe man gestellt, sodass dieser Zuschuss bei der Kostenübernahme in Abzug käme.

Rüstige Rentner kümmern sich um renovierungsbedürftiges Haus

Vorbildcharakter hat das Engagement in Völkersbach für viele in Malsch, die sich nun für den Erhalt des Gebäudekomplexes der Alten Schmiede einsetzen. Sechs Jahre lang, Woche für Woche, jeweils dienstags arbeiteten zwölf Rentner mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren an dem stark renovierungsbedürftigen Haus. Das eingeschossige Fachwerkhaus mit stehendem Dachstuhl und ortstypischem Ökonomieteil stammt aus dem Jahre 1795, bewohnt war es bis 2007. Nach dem Tod der letzten Bewohnerin Kreszentia Ochs boten deren Töchter das Elternhaus der Gemeinde zum Kauf und zur Nutzung als Heimatmuseum an. Ein halbes Jahr später hatte der Heimatverein den Pachtvertrag unterschrieben.

Heimatmuseum erzählt von vergangenen Zeiten

Das Arbeitsteam hatte sich zum Ziel gesetzt, das Haus in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Verwendet wurden bei der Sanierung ausschließlich alte Materialien wie Lehm, Eichenbalken und Biberschwanzziegel sowie Fenster und Türen aus Abbruchgebäuden. Unterstützt wurden die mit viel Herzblut tätigen Männer von Fachbetrieben.

Heute erzählt das Innenleben des Heimatmuseums in Völkersbach vieles von vergangenen Zeiten. Gezeigt werden die einstigen Lebensbereiche des Bauernhauses wie Küche, gute Stube und Schlafkammer. Auch der alte Backofen vor dem Haus wurde wieder betriebsfähig aufbereitet. Viel Wissenswertes gibt es aber auch zum Schneiderhandwerk, das das Dorf über Generationen hinweg geprägt hat. Im Obergeschoss des Heimatmuseums wurde daher eine original Völkersbacher Schneiderstube eingerichtet, in der noch eine alte Nähmaschine, Spindel, Nähkorb und vieles mehr an die damaligen Uniformschneider erinnert. Es lohnt sich aber auch ein Blick in die frühere Scheune, wo heute zahlreiche Gerätschaften aus dem Land- und Forstwirtschaftsleben der Völkersbacher erzählen. Infos zum Museum und zu Öffnungszeiten gibt es im Internet. www.heimatverein-voelkersbach.de

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Erstellt:
30. Oktober 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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