Bürger sollen am Gesamtkonzept mitwirken

Elchesheim-Illingen (as) – Wie geht es weiter in Sachen Sportstätte am Altrhein, Festhalle, Skater- und Freizeitanlage? Der Gemeinderat hat am Montag einige Weichen gestellt.

Der Gemeinderat beschließt für die Sportstätte Illingen die große Lösung mit zwei Spielfeldern. Für einen Festplatz wäre Platz im hinteren Bereich. Entwurf: StadtLandschaftsplus/Repro: BT

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Der Gemeinderat beschließt für die Sportstätte Illingen die große Lösung mit zwei Spielfeldern. Für einen Festplatz wäre Platz im hinteren Bereich. Entwurf: StadtLandschaftsplus/Repro: BT

„Ein Fußballverein braucht zwei nutzbare Plätze“ – Dr. Joachim Ritter (EIL) sprach am Montagabend mit Blick auf die künftige Sportstätte am Altrhein in Illingen einigen Ratskollegen aus dem Herzen. Und so beauftragte das Gremium bei zwei Gegenstimmen als ersten Schritt den Umbau des Hartplatzes in ein Winterrasenspielfeld nach DFB-Norm. Für einen Festplatz in Illingen soll schnellstmöglich genau wie für den Standort der Skateranlage mit den Beteiligten (Jugend und Vereinsvorstände) ein Gesamtkonzept erarbeitet werden.

Bürger unter Protest abgewiesen

Dass das Thema Sportstätte auf Interesse stoßen würde, war nach der Veröffentlichung eines Entwurfs des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim (RWE) für zwei neue Sportplätze samt Clubhaus in Elchesheim und der Forderung der RWE-Jugendabteilung nach einem schlüssigen Konzept für eine Sport- und Freizeitanlage (das BT berichtete) im Vorfeld der Ratssitzung zu erwarten. Doch coronabedingt waren im Bürgerhaus Alte Kirche nur 15 Zuhörer zugelassen. Es kamen deutlich mehr. Viele wurden, teils unter heftigem Protest, wieder nach Hause geschickt.

Die RWE-Pläne beziehungsweise der Appell der Jugendabteilung waren nicht Thema der Beratung. Dennoch sah sich Bürgermeister Rolf Spiegelhalder mit Blick darauf zu einer Erklärung veranlasst, wie es zum Vorschlag mit einem Kleinspielfeld gekommen war. Es gebe vom RWE „keine Akzeptanz der Ratsentscheidung vom 23. Juli 2018“ und „kein Signal zur Nutzung der Flächen in Illingen – auch nicht von der Jugendabteilung“, erklärte er: „Wir schaffen Fußballplätze, die gegebenenfalls nur von der Jugend genutzt werden.“ „Ich würde mir ein Gespräch wünschen“, unterstrich der Verwaltungschef, „aber was sollen wir machen, wenn der Verein nicht mit uns spricht?“ Da der RWE den Umzug nach Illingen ablehnt, sei unsicher, ob künftig ein Fußballverein in Illingen kickt. Deshalb habe die Verwaltung den Vollausbau beider Sportplätze infrage gestellt.

Kleinspielfeld nicht nachhaltig

Das vorgeschlagene Kleinspielfeld hielten jedoch mehrere Gemeinderäte für nicht nachhaltig. So wurde mehrheitlich der Umbau des Hartplatzes Illingen für rund 612.000 Euro in ein Winterrasenspielfeld beschlossen. Später soll das Rasenspielfeld folgen. Dieses sei leichter und damit schneller für baldigen Spielbetrieb herzurichten, begründete der Planer diese Vorgehensweise.

Nachdenklich zeigte sich Dr. Susanne Ebel (EIL) mit Blick auf das bislang fehlende Gesamtkonzept. „Ich fürchte, dass wir das in der Gesamtheit nicht genug betrachtet haben“, meinte sie selbstkritisch mit Blick auf die wegfallenden Festhallen und die Skateranlage, und: „Ich habe das Gefühl, wir planen an den Bedürfnissen der Nutzer vorbei“. Wie viele Gemeinderäte plädierte sie deshalb dafür, die Bürger bei den Themen Festplatz und Freizeitanlage einzubeziehen – „und zwar relativ schnell“.

Skateranlage in Elchesheim umstritten

So soll es kommen. Denn der vorgeschlagene Standort für die Skateranlage, die der Dammrückverlegung in Illingen weichen muss, war im Rat umstritten: Auf dem Hartplatz in Elchesheim wird Konfliktpotenzial befürchtet. Deshalb beschloss das Gremium, die Skateranlage „über die Bauzeit hinweg“ auf dem Hartplatz aufzubauen. Zum zeitlichen Ablauf wurde nichts gesagt. Zugleich wird eine Machbarkeitsstudie für eine Freizeitanlage und deren Standort erarbeitet – mit der Jugend.

Festgelände kommt nach Illingen

Die Vereinsvorstände wiederum sollen beim Thema Festplatz mit ins Boot. Beschlossen wurde nur, den Vereinen auf dem Sportgelände in Illingen Flächen für ein Festgelände mit entsprechender Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Ausreichend Platz dafür sei, versicherte der Planer auf eine Frage von Albert Kottler (CDU).

Gegen alle drei Beschlüsse stimmten Dieter Link (ABL) und Monika Balthazaar (CDU). Ersterem fehlten Bedarfsplanung und Machbarkeitsstudie zur Realisierung. Balthazaar wiederum führte das schwebende Verfahren wegen der Kündigung der Sportplätze in Elchesheim ins Feld (das BT berichtete). Mit Blick auf den ungewissen Ausgang eines möglicherweise drohenden Rechtsstreits lehne sie es ab, in eine Sportstätte Illingen Geld zu investieren“.

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