Bürgerinitiative in Hilpertsau sammelt über 1.000 Unterschriften

Gernsbach (galu) – In Hilpertsau hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Wohnbaupläne der Stadt formiert. Im Rahmen dessen wurde der Verwaltung am Donnerstag eine Unterschriftensammlung übergeben.

„Die Bevölkerung im Ort steht hinter uns“, sagen die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie stellen sich aktiv gegen die Baupläne der Stadtverwaltung. Foto: Lukas Gangl

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„Die Bevölkerung im Ort steht hinter uns“, sagen die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie stellen sich aktiv gegen die Baupläne der Stadtverwaltung. Foto: Lukas Gangl

Fast fünf Wochen ist es her, dass die „Bürgerinitiative Bahngelände Hilpertsau“ richtig aktiv geworden ist, Flyer verteilt und mit ihrer Unterschriftensammlung begonnen hat. Am Donnerstag wurden diese nun offiziell der Stadtverwaltung übergeben – etwas mehr als 1.000 Unterstützer aus Hilpertsau und Umgebung konnten die Initiatoren für ihre Sache gewinnen.

933 Unterschriften auf Papier, etwa weitere 300 online – „wobei es da sicherlich die eine oder andere Überschneidung gibt“, wie die Initiatoren anmerken. Die Menge an Signaturen werten die Mitglieder des Zusammenschlusses als deutliches Signal. „Wir waren viel auf den Straßen unterwegs, haben mit vielen Bürgern gesprochen. Die Bevölkerung im Ort steht hinter uns“, schätzt Jan Hüllen von der Bürgerinitiative (BI) die Situation ein.

Da sich sowohl Bürgermeister Julian Christ als auch Hauptamtsleiter Thomas Lachnicht derzeit in Quarantäne befinden und auch Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin nicht greifbar war, wurden die gesammelten Signaturen an einen städtischen Verwaltungsmitarbeiter übergeben, der namentlich nicht erwähnt werden möchte.

„Schule und Kindergarten sind voll“

„Der Dorfcharakter von Hilpertsau soll erhalten bleiben“, sei ein Wunsch der Bürger, den die Mitglieder der BI während ihrer Unterschriftensammlung oft gehört hätten. Gerade ältere Einwohner würden sich eine schöne, ebene Spazierfläche statt einer massiven Wohnbebauung wünschen. Zudem, so die Initiatoren, würden die Pläne der Verwaltung mit Sicherheit zu einer erheblichen Mehrbelastung der Infrastruktur von Hilpertsau führen. „Die Schule ist voll, der Kindergarten ist voll. Die Menge an Wohnungen würde die Belastungsgrenze für beide Einrichtungen sprengen“, heißt es aus den Reihen der BI. Man müsse somit zunächst einmal den Kindergarten erweitern, um den Bedarf für künftige Familien zu decken, bevor man sie in den Ort holt. „Ich ziehe doch nicht aufs Dorf, nach Hilpertsau, um dann täglich meine Kinder nach Gernsbach in den Kindergarten zu schicken“, betont ein Mitglied.

Die Ziele der Unterschriftenaktion sind klar formuliert: Pro Einzel-/Doppelhausbebauung mit Option der Anwohner auf Kauf der dahinter liegenden Grundstücke, für die Einplanung eines Cafés oder Restaurants und für die Offenhaltung eines Teils der Fläche als Grünanlage. Abgelehnt wird von der BI die Mehrfamilienhausbebauung in Form und Ausmaß, wie es die derzeitigen Pläne vorsehen. Ebenso soll die Überplanung eines Grundstücks im südlichen Teil des Geländes (Flurstück 1998/15) verhindert werden. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, fordern die Initiatoren mit ihrer Sammlung eine Vor-Ort-Begehung durch die Gemeinderäte sowie mehrere Bauplanvorschläge mit unterschiedlichen Bebauungsformen unter aktiver Einbeziehung der Anwohner und der BI.

Die Bürgerinitiative hat auch eine Internetpräsenz, welche hier zu finden ist.

Weitere Berichterstattung zum Thema gibt es wiederum hier.

Ihr Autor

BT-Volontär Lukas Gangl

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Erstellt:
29. Mai 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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