Bürgermeister über Babo-Eigner: „Er kann es nicht“

Baden-Baden (hol) – Die Stadtverwaltung erhöht den Druck auf den Eigentümer des Babo-Hochhauses. Die Stadt-Baugesellschaft GSE hat ihm 1,5 Millionen Euro für die Problem-Immobilie geboten.

Dunkle Wolken über dem Babo: Die Stadt hält den Eigentümer für ungeeignet.  Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Dunkle Wolken über dem Babo: Die Stadt hält den Eigentümer für ungeeignet. Foto: Bernhard Margull/Archiv

1,5 Millionen Euro – diesen Betrag hat die Stadt-Baugesellschaft GSE dem Besitzer des Babo-Hochhauses geboten, um die denkmalgeschützte Immobilie in Oos, um deren Zukunft seit 20 Jahren gerungen wird, zu übernehmen. Wie GSE-Chef Markus Börsig auf BT-Nachfrage erklärte, wurde das Angebot im März abgegeben – mit einer beschränkten Laufzeit. Am Montag war demnach „Annahmeschluss“. Doch der Eigentümer des 1950 erbauten ehemaligen Hauptquartiers der französischen Streitkräfte in Deutschland, ein türkischer Geschäftsmann, hat das Angebot nicht angenommen.

2014 hatte er das Haus für 3,5 Millionen Euro gekauft, kürzlich wurde bekannt, dass er ganz andere Preisvorstellungen hat als die GSE: Er will zwölf Millionen Euro dafür haben. „Wir haben keine Reaktion bekommen“, sagte Börsig.

Schlimmer Zustand nach Einsatz von „Handlangertruppe“

Und was wollte die GSE mit dem 40 Meter hohen Elf-Etagen-Gebäude, in dem seit Mitte der 90er Jahre mehr als 200 Einzelbüros ungenutzt vor sich hindämmern? Man habe keine konkreten Pläne, so Börsig. Es sei einfach darum gegangen, endlich Bewegung in das Thema zu bringen. „Wir bauen jetzt den Kreisverkehr vor dem Hochhaus. Da ist die Ruine kein schöner Anblick“, sagte Baubürgermeister Alexander Uhlig dem BT. Auch innen sei das Haus in einem schlimmen Zustand, nachdem im Auftrag des Besitzers „eine Handlangertruppe“, so Uhlig, dort tätig gewesen sei. Mit dem Besitzer gebe es Kontakt „nur auf Verwaltungsebene“.

Im Mai sei eine Begehung angesetzt. „Da wird das Dach unter die Lupe genommen“, so Uhlig. „Ist es undicht, müssen Fachhandwerker dran. Da bestehen wir diesmal drauf.“ Das Angebot von 1,5 Millionen Euro sei nicht zu niedrig. Die Vorstellung des Eigentümers sei ein „Fantasiewert“. „Das Gebäude hat schließlich keine Statik, und ohne Statik-Nachweis geht nichts“, so Uhlig. „Das ist seit Jahren bekannt.“

Beim Babo gehe es um den Erhalt eines wichtigen Denkmals. Der türkische Geschäftsmann sei „der völlig falsche Eigentümer für ein solches Objekt“, so der Bürgermeister. „Er kann es nicht.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
16. April 2021, 11:00 Uhr
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