Bürgermeisteramt als Chance für Neustart

Forbach (BT) – Robert Stiebler kandidiert als Bürgermeister für Forbach. Er möchte als Bindeglied und Vermittler für die Bürger da sein.

Keine politische Vorerfahrung, aber politisch interessiert: Robert Stiebler tritt als unabhängiger Kandidat in den Wahlkampf ein. Foto: Nikola Stiebler

© BT

Keine politische Vorerfahrung, aber politisch interessiert: Robert Stiebler tritt als unabhängiger Kandidat in den Wahlkampf ein. Foto: Nikola Stiebler

„Tradition wahren und Perspektiven für Forbach schaffen“: Mit diesen Schlagworten ist am Donnerstag ein weiterer Kandidat ins Rennen um den Bürgermeisterposten in Forbach eingetreten. Sein Name: Robert Stiebler. Im Wahlkampf-Gepäck hat er laut eigener Aussage selbst erarbeitete Konzepte, mit denen er die Forbacher zum Handeln vereinen will.

Wie genau diese Konzepte aussehen, will er zwar erst bei der offiziellen Bewerbervorstellung am Mittwoch, 23. Februar, verraten. Doch im Gespräch mit unserer Redaktion ließ er am Freitag bereits anklingen, dass er „Wege und Möglichkeiten hat, um Sachen im Sinne der Gemeinde anzupacken“. Hierfür stehe er mit Firmen im Gespräch und pflege Kontakte zur Industrie.

Seinen Fokus möchte er auf die gewerbliche Entwicklung und den Tourismus legen. Auch in Bezug auf Arbeitsplätze und Infrastruktur sieht er Handlungsbedarf. Ein weiteres Problem sei für ihn der knappe Haushalt. Statt „verrücktem Sparen“ und dem Streichen von Kosten, müsse es Ziel sein, diese Thematik proaktiv in die Hand zu nehmen und so anzukurbeln, dass man wieder Freiheiten habe und handlungsfähig sei. „Mit der Brechstange“ zu agieren, sei nicht das geeignete Mittel. „Veränderungen müssen sukzessive, nachhaltig und perspektivisch erfolgen. Es geht darum, den Bürgern längerfristig Sicherheit zu geben und die Lebensqualität aufrecht zu erhalten“, ist er überzeugt. Sollte er als Bürgermeister gewählt werden, möchte er seine Position für einen Neustart nutzen, um wieder mit jenen ins Gespräch zu kommen, zu denen der Kontakt in der Vergangenheit verloren gegangen sei. Er sieht sich selbst als Bindeglied und Vermittler. „Die Rolle würde ich gerne einnehmen. Ich möchte die Belange der stillen Fraktion mitbekommen und sie involvieren, wenn sie das wollen.“

Mit Forbach fest verwurzelt

Als positiv bewertet Stiebler die gestiegene Zuzugsrate in der Murgtalgemeinde, vor allem bei jüngeren Menschen. „Forbach ist ein ausgesprochen guter Platz für Familien“, ist der 38-Jährige überzeugt. Es gelte, Forbach so attraktiv zu gestalten, dass sich Menschen dort auch zukünftig gerne niederlassen. Darüber hinaus findet er lobende Worte für das aktive Vereinsnetz in Forbach. Dies wolle er mit einbinden und für die Vereine da sein, versichert er.

Politische Vorerfahrung habe Stiebler bislang keine. „Ich habe auch nie Ambitionen gezeigt, einer Partei beizutreten.“ Bei der Bürgermeisterwahl am 14. März, für die heute um 18 Uhr Bewerbungsschluss ist, tritt er deshalb als unabhängiger Kandidat an. „Aber ich bin politisch sehr interessiert und was das Politische angeht, auf der Höhe der Zeit“, versichert er. Seine Stärken sieht er darin, Leute motivieren und begeistern zu können – „und für sie einzustehen“. Im Vergleich zu den anderen bisher bekannten Kandidaten habe er laut eigenem Bekunden einen entscheidenden Vorteil: „Ich lebe in Forbach, ich habe Familie hier, baue mir meine Zukunft hier auf. Ich sehe es deshalb als meine Pflicht an, mich politisch zu engagieren.“ Mit Forbach sei der in Baden-Baden aufgewachsene 38-Jährige seit Langem verwurzelt. „Ich habe meine Frau vor 20 Jahren in Herrenwies kennengelernt. Ich habe in Köln und Berlin Station gemacht, habe aber auch immer wieder in Herrenwies gewohnt.“ Vor zwei Jahren habe er seinen Lebensmittelpunkt dann endgültig in den idyllischen Höhenort verlagert und dort ein Haus gebaut, in dem er mit Frau Nikola und dem dreijährigen Sohn wohnt.

Will „breit gefächerte“ Berufserfahrung einbringen

Seine Berufserfahrung bezeichnet Stiebler als „breit gefächert: Ich komme ursprünglich aus der Medienproduktion und der Tontechnik“, erzählt er. Eine Zeit lang sei er als Mediengestalter selbstständig gewesen, bis er durch Zufall in der Baubranche gelandet und dort „in die Bauleiterrolle geschlüpft“ sei. Danach fing er bei der Rheinauer Eventagentur Stage Concept an, wo er bis heute arbeitet. Aufmerksamen BT-Lesern dürfte der Name Robert Stiebler in Bezug auf ein geplantes Projekt an der Schwarzenbachtalsperre geläufig sein: Mit einem bundesweiten Aktionstag wollte die Veranstaltungsbranche im Juni vergangenen Jahres ein Zeichen setzen und Tausende „Eventlocations“ bei der „Night of Light 2021“ rot aufleuchten lassen. Auch die Mauer der Schwarzenbachtalsperre sollte dabei sein. Doch die vorgesehene Illumination wurde kurzfristig abgesagt, weil die Untere Naturschutzbehörde ihre Genehmigung versagte.

In seiner Freizeit geht Stiebler gerne angeln: „Ich bin ein absoluter Naturmensch. Schon als Kind war ich viel in der Natur unterwegs. Und jetzt im Schwarzwald zu leben, ist traumhaft.“ Ansonsten gebe es als Hausbesitzer immer etwas im Eigenheim zu tun, lacht der 38-Jährige, der sich selbst als Familienmensch bezeichnet und Verwandtschaft in den USA hat.

Wenn nichts dazwischen kommt, soll am Montag Robert Stieblers Website online gehen: www.robertstiebler.de

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nora Strupp

Zum Artikel

Erstellt:
14. Februar 2022, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.