Bürgerpreis für zwei verdiente Gaggenauer

Gaggenau (tom) – Oberbürgermeister Christof Florus hat in der Jahnhalle die Bürgerpreise 2020 an Slobodan Mandic und Rudolf Krumrey verliehen.

Dragica und Slobodan Mandic (links), Oberbürgermeister Christof Florus sowie Roswitha und Rudolf Krumrey. Foto: Thomas Senger

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Dragica und Slobodan Mandic (links), Oberbürgermeister Christof Florus sowie Roswitha und Rudolf Krumrey. Foto: Thomas Senger

Sie erwiesen sich auch als neue Träger des Bürgerpreises als bescheidene Bürger der Stadt – und untermauerten so, dass sie zurecht vom Gemeinderat auserkoren worden waren. Rudolf Krumrey und Slobodan Mandic wurden am Montagabend von Oberbürgermeister Christof Florus ausgezeichnet.

Der eine wegen seines jahrzehntelangen Engagements in Natur- und Artenschutz, der andere als Integrationsfigur für alle Gaggenauer.

„Sie sind in unserer Stadt ein wahrer Pionier des Umweltschutzes, der sich stets nach Kräften für diese überlebenswichtige Sache eingesetzt hat“, sagte Florus an Krumrey gewandt. „Wenn es um die Belange der Ökologie, der Umwelt und Natur, der Flora und Fauna geht, verstehen Sie zurecht keinen Spaß und können verständlicherweise auch mal richtig unbequem und hartnäckig sein.“ Jahrzehntelanger Einsatz für Bäume, Amphibien und Insekten mit oft ungewöhnlichen, originellen Lösungsvorschlägen – auch in Gemeinde- und Kreisrat habe Krumrey sich engagiert.

„Nicht zuschauen, sondern anpacken“

Slobodan Mandic habe sich nicht nur als Bildchronist der Stadt einen Namen gemacht: Umgänglich, kommunikativ, zuverlässig, hilfsbereit – so sei er im Benz, in der IG Metall, im Seniorenrat und privat ein Bindeglied zwischen Ausländern und Einheimischen. 2016 hat Mandic den Deutschen Bürgerpreis für sein integratives Lebenswerk erhalten.

„Slobo ist für mich ein Mensch, der sich vorbildlich für die Region eingesetzt hat – und dabei doch immer bescheiden geblieben ist. Er ist für mich die Integrationsperson pur“, lobte der OB.

„Wo das Herz anfängt zu blubbern“

Rudolf Krumrey erinnerte in seinen kurzen Dankesworten daran, dass „Amphibienschutz an Bombentrichtern“ ihn früh geprägt habe. „Nicht zuschauen, sondern anpacken“, das sei stets seine Devise gewesen.

Slobodan Mandic rückte das Ehrenamt in den Mittelpunkt – und die Familien, die oft dieses Engagement erst ermöglichten. Er sei dankbar, dass man in Gaggenau „meinen Willen zur Integration erkannt und meine ausgestreckte Hand angenommen“ habe.

Einerseits verlegen mache ihn die Auszeichnung, andererseits erfülle sie ihn mit gewissem Stolz, „weil mir die Zusammenarbeit zwischen deutschen und ausländischen Mitbürgern immer ein besonderes Anliegen war“. „Was und wo ist Heimat?“, fragte Mandic und führte einige Faktoren an: „Wo ich wohne, wo ich mich wohlfühle, wo meine Familie und meine Freunde sind, wo ich mich verwirklichen kann und Anerkennung finde, wo meine Kinder geboren sind, wo ich anderen Menschen helfen kann“.

Aber, so der Geehrte schelmisch ganz zum Schluss seiner Rede: „Oder ist sie das, wo einem ganz leise das Herz anfängt zu blubbern, wenn man sich diesem Ort nach einer langen Zeit des Wegseins wieder nähert? Ja, das ist Heimat! Deshalb ist Gaggenau meine Heimat geworden!“

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Erstellt:
18. Januar 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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