Bütthof in Baden-Baden wieder eröffnet

Baden-Baden (hez) – Jürgen Adrian, neuer Wirt des Bütthofs, hat nun den Betrieb der Traditionsgaststätte trotz Corona gestartet. Ein Schwarzwald-Stil soll die Optik des Lokals von jetzt an prägen.

Fürs Foto kurz zusammengerückt: Bütthof-Pächter Jürgen Adrian (rechts) mit seinen Köchen Daniel Wilkins (links) und Uwe Wendlandt. Foto: Henning Zorn

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Fürs Foto kurz zusammengerückt: Bütthof-Pächter Jürgen Adrian (rechts) mit seinen Köchen Daniel Wilkins (links) und Uwe Wendlandt. Foto: Henning Zorn

Klar, hinsetzen und sich bewirten lassen ist auch am Bütthof derzeit nicht erlaubt. Doch Adrian und seine Köche Uwe Wendlandt und Daniel Wilkins bieten seit der Wiedereröffnung vor Ostern ein „Vesper to go“ an. Jeweils von Mittwoch bis Sonntag kann man bei nicht allzu schlechtem Wetter von 11 bis 16 Uhr im Außenbereich der Gaststätte etwas Herzhaftes zum Mitnehmen bekommen: Vesperbrote oder Steaks und Würste vom Grill. Das hat sich auch schon etwas herumgesprochen, in den vergangenen Tagen fanden sich immer wieder hungrige Wanderer ein. Für Jürgen Adrian ist das natürlich nur ein Anfang, denn der gastronomische „Seiteneinsteiger“, der vorher 20 Jahre in der Internet-Werbung tätig war, konnte sich mit der Pachtung des Bütthofs einen großen Wunsch erfüllen. Seit er den Gasthof vor 16 Jahren erstmals besucht hatte, träumte er davon, hier als Wirt die Gäste zu verwöhnen.

Gegen Ende April wird er in das Gebäude auch richtig einziehen, denn dann soll die Generalsanierung der Wohnung im Obergeschoss und auch der Gaststätte mit dem großen Küchenbereich durch die GSE abgeschlossen sein. Adrian hofft sehr darauf, bald zumindest im Außenbereich bewirten zu dürfen. Man habe hier so viel Platz, dass die Einhaltung von Abstandsregelungen keine Probleme bereite. Und irgendwann möchte er natürlich auch die Gaststube wieder öffnen.

Schwarzwald-Thema als Gestaltungsstil

Bei deren Gestaltung will der neue Pächter das Thema „Schwarzwald – modern und traditionell“ in den Mittelpunkt stellen. So möchte er an den Wänden Fotos mit alten und neuen Schwarzwaldmotiven aufhängen. Dominieren sollen die „Bollenhut“-Farben Rot und Schwarz – die Kissen werden mit den Umrissen eines Schwarzwald-Hirschs versehen. Auf der Speisekarte will Adrian im Wechsel diverse traditionelle Gerichte anbieten – zum Beispiel Würstchen mit Linsen und Spätzle.

Doch bis es so weit ist, muss sich der Neu-Wirt mit den freundlichen Worten begnügen, die das Team der GSE bei der Schlüsselübergabe – Geschäftsführer Markus Börsig war mit Eyk Teufert und Danielle Lang gekommen – mitgebracht hatte. Börsig bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem neuen Pächter. Es sei toll, dass dieser in der jetzigen Situation „mache, was machbar ist“. Er drückte seine Hoffnung aus, dass die Lage für die Gastronomie möglichst bald besser werde.

Gasthof mit langer Geschichte

Bei der Sanierung des Gebäudes, so Börsig, habe die GSE Wert darauf gelegt, dass der Gasthof als „Bütthof“ erkennbar bleibe. Daher gebe es auch weiterhin die typischen grünen Fensterläden. Den Außenanstrich der Holzteile sei allerdings nun heller als vorher. Die GSE-Leute hatten auch ein Geschenk zur Wiedereröffnung mitgebracht, das zu Adrians Gestaltungskonzept passt: ein stilisiertes Deko-Hirschgeweih. Der Hirsch, so meinte Danielle Lang, sei ja auch ein Symbol für Kraft und Energie.

Bei der Sanierung des Hauses hat es die GSE mit teilweise sehr alter Bausubstanz zu tun. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Bütthof als Fachwerkhaus mit Stallungen und Schuppen errichtet. Die wachsende Zahl von Besuchern des Grobbachtals und des Geroldsauer Wasserfalls ließ sich dort gerne mit Speis und Trank versorgen. Dies geschah länger ohne behördliche Erlaubnis, dem Landwirt war die beantragte Schankgenehmigung 1836 versagt worden. Erst 1872 gab es eine offizielles OK zum Ausschank.

1899 ging der Bütthof in den Besitz der Stadt Baden-Baden über, die ihn verpachtete. Der Pächter betrieb seine Wirtschaft direkt am Wasserfall – der Bütthof selber diente vor allem als Wohnung und Stallung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wasserfallgaststätte durch Besatzungstruppen abgerissen: So kam es 1952 zur Einrichtung einer Gaststätte im Bütthof.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
14. April 2021, 23:00 Uhr
Lesedauer:
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