Bundespräsidenten bescheren Gaggenauerin 500 Euro

Gaggenau/Köln (ham) – Die Gaggenauerin Angelika Hückinghaus hat als Publikumsjoker bei „Wer wird Millionär?“ gestochen. Sie verhalf der Berlinerin Marlies Samesch zu einem Gewinn von 32.000 Euro.

Angelika Hückinghaus hilft als Publikumsjoker und weiß, wie viele Bundespräsidenten noch leben: Drei. Foto: Screenshot/pr

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Angelika Hückinghaus hilft als Publikumsjoker und weiß, wie viele Bundespräsidenten noch leben: Drei. Foto: Screenshot/pr

Günther Jauch fuchtelt mit dem schwenkbaren Mikrofon entlang der in Corona-Zeiten ausgedünnten Zuschauerreihen. Zweimal kommt der Moderator der Familie von Angelika Hückinghaus bedrohlich nahe. „Wir waren uns aber ziemlich sicher, dass uns keiner für das Quiz angemeldet hat“, erzählt die 65-Jährige lachend. Jauch schwenkte auch tatsächlich weiter und fischte zwei Kandidaten in der Nähe heraus. Ganz leer ging Hückinghaus aber auch nicht aus: Als Publikumsjoker verdiente sich die Gaggenauerin 500 Euro!

Die Sendung von „Wer wird Millionär?“ (WWM), die am Montag ausgestrahlt wurde, war eine besondere: Am 4. September hatte RTL erstmals zum „Danke Special“ eingeladen. Drei Zuschauer saßen auf ihren Plätzen und ahnten nicht, dass sie von ihren Begleitern als Kandidaten vorgeschlagen wurden und Jauch sie bei der Aufzeichnung nach und nach herauspickte, um ihnen die Chance auf eine Million Euro zu geben!

Der langjährige Sozialarbeiter Hans Kautz saß unweit der Familie Hückinghaus und wurde als Erster von Jauch überrascht. Dank seines jahrzehntelangen Engagements für sozial benachteiligte Kinder, die er als Trainer zu den Kampfsport-Kids brachte und dort aufbaute, wurde der gerührte Hamburger von einem einstigen Schützling fürs „Danke Special“ nominiert. Die verdienten 64.000 Euro will Kautz zum Großteil gleich wieder in seinen Traum von einem neuen Neunsitzer-Fahrzeug für seine Kampfsport-Kids stecken! Als dritter Kandidat nahm Florian Christiansen ebenfalls 64.000 Euro mit nach Hause. Der Sozialarbeiter hatte einer befreundeten Kollegin in einer Notlage einfach so Geld geschenkt.

Dazwischen bekam „Oma Marlies“ Schnappatmung, nachdem sie in der Nähe von Hückinghaus von dem beliebten Moderator auserkoren wurde, weil sie ihre Enkelin vor dem Absturz bewahrt habe. Der Berlinerin Marlies Samesch stand danach aber nicht nur ein Ouzo bei, um die Nerven etwas zu beruhigen. Sie hatte auch fünf Joker, da es zusätzlich einen Danke-Joker gab, bei dem sich der Kandidat mit seinem Begleiter beraten durfte. Trotzdem gingen sie langsam zur Neige, als die tüttelige Oma auch noch den 50-50-Joker bei der 32.000-Euro-Frage verprasste. Entscheidend half dieser der aufgeregten Dame auch nicht bei der Frage „Wie viele der elf regulären Amtsvorgänger von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weilen noch unter den Lebenden?“ Die Antworten B: drei“ und „D: einer“ sorgten kaum für Klarheit.

Tüttelige Oma: „Ich vertrau‘ Ihnen!“

Deshalb musste der beste Joker, einer aus dem Publikum, her – und der stach: Hückinghaus stand flott auf und ließ keinen Zweifel an der richtigen Antwort: Erst verwies sie auf Steinmeiers letzten Vorgänger, Joachim Gauck, dann auf Christian Wulff und Horst Köhler. Samesch loggte „B“ ein: „Ich vertrau‘ Ihnen!“ Bei der folgenden Frage, wann die größte Hitze tagsüber herrscht (am späten Nachmittag), wurde es Samesch indes zu heiß. Sie tendierte zu einer falschen Antwort und sicherte sich lieber stattliche 32.000 Euro.

Vor dem mutigen Aufstehen („Man hat ja dabei Verantwortung!“) hatte der Murgtäler Familienrat leise getagt: „Ich wusste Wulff und Gauck. Mein Mann Köhler. Weil ich zudem in Erinnerung hatte, dass Herzog, Rau und von Weizsäcker nicht mehr leben, stand ich auf und wollte der sympathischen Dame helfen“, berichtet Hückinghaus von den Sekunden vor ihrem großen Auftritt vor dem Millionen-Publikum.

Könnte sich die 65-Jährige nach ihrer souveränen Premiere bei „Wer wird Millionär“ auch einen Einsatz auf dem Kandidatenstuhl vorstellen? „Nein, nein!“, wehrt sie sofort ab, „ich wäre zu aufgeregt!“ Ohnehin meint die Rotenfelserin, die bis vor fünf Jahren mit Ehemann Lutz in Ottenau wohnte, mehr Glück als die Kandidaten gehabt zu haben, denn: „Es ist schwieriger, Zuschauer bei ,Wer wird Millionär?‘ zu werden als Kandidat!“, weiß Hückinghaus. Seit zwölf Jahren versuchten ihre Kinder Ronja und Hardy vergeblich, Karten bei RTL als Weihnachtsgeschenk für die Eltern zu ergattern. „Wir saßen sogar neben Leuten, die 16 Jahre warten mussten“, berichtet der Publikumsjoker. Pech für Sohn Hardy, der im Mai mitgegangen wäre, aber nach der damaligen Corona-Verschiebung nun bei der Aufzeichnung am 4. September passen musste. So vervollständigte eben neben Gatte Lutz und Ronja ihr Bruder Klaus Linden, der in der Nähe von Köln, in Neuss, lebt, die Murgtäler.

Begeisterung über „authentischen Jauch“

Begeistert ist Hückinghaus von Günther Jauch: „Er ist wirklich sehr authentisch und unterhält sich mit dem Publikum.“ Die Sendung sei dank ihm nicht nur spannend, sondern auch „lustig und spaßig“. Alles sei so gewesen, wie sie es aus dem Fernsehen erwartet hätte – „nur das Studio war so klein. So sitzt man aber nah am Geschehen und kann alles schön beobachten“. Gut organisiert war auch alles – die RTL-Macher vergaßen nicht, gleich nach der Sendung die Kontakt- und Kontodaten von der Gewinnerin aus Gaggenau zu erfassen.


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