Bundesverdienstkreuz für Bühler Ehrenbürger

Bühl (waa) – Der Bühler Ehrenbürger Ernst Kohlhage wurde am Montag mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Seit vielen Jahren zeigt der ehemalige LuK-Geschäftsführer bürgerschaftliches Engagement.

Staatssekretär Volker Schebesta, Ernst Kohlhage mit Ehefrau und Oberbürgermeister Hubert Schnurr (von links) beim Festakt im Bürgerhaus.  Foto: Alena Wacker

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Staatssekretär Volker Schebesta, Ernst Kohlhage mit Ehefrau und Oberbürgermeister Hubert Schnurr (von links) beim Festakt im Bürgerhaus. Foto: Alena Wacker

Über drei Jahrzehnte war Dr. Ernst Kohlhage Geschäftsführer des international erfolgreichen Automobilzulieferers LuK. Seit vielen Jahren engagiert er sich zudem für den Verein Pallium und kaufte diesem zuletzt ein neues Domizil im Herzen der Stadt Bühl. Für sein großes bürgerschaftliches Engagement wurde Kohlhage im Bürgerhaus Neuer Markt nun mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Viele geladene Gäste versammeln sich am Montagmorgen im Großen Saal des Bürgerhauses Neuer Markt. Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie der Bühler Wirtschaft und Gesellschaft haben sich eingefunden, um an der Feier für Kohlhage teilzunehmen. Ihm wird von Staatssekretär Volker Schebesta das Bundesverdienstkreuz am Bande angesteckt.

Eingeleitet wird die Verleihung mit einem Musikstück. Anna Groll von der Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl singt ein Lied von Antonin Dvorak und wird dabei von Natalia Foiering am Klavier begleitet.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr geht in seiner Ansprache zunächst auf die lange Wartezeit Kohlhages ein. Bereits am 13. August 2019 hatte ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Vorschlag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Auszeichnung verliehen. Die Zeremonie musste aufgrund der Pandemie jedoch warten. „Alles braucht seine Zeit, wenn es gelingen soll“, sagt Schnurr und erklärt zufrieden „heute ist es gelungen.“ Für ihn sei die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz „ein schöner wie wirksamer Weg, den Blick auf Verdienste zu lenken, die für unser Gemeinwesen von großer Bedeutung sind“.

Internationaler Geschäftserfolg

Durch seinen Elan, Zielstrebigkeit, Kompetenz und Erfahrung habe Kohlhage viel bewegt, so der Oberbürgermeister. 33 Jahre lang war Kohlhage Geschäftsführer der Firma LuK – heute Schaeffler – und hat währenddessen maßgeblich zum internationalen Erfolg des Automobilzulieferers beigetragen. Zugleich habe er damit auch „den Namen Bühl in die Welt hinausgetragen“, so Schnurr. Auch laut Staatssekretär Volker Schebesta ist aus dem beschaulichen Bühl nicht zuletzt wegen Kohlhages Verdienst und mit „atemberaubendem Tempo“ ein wichtiger Wirtschaftsstandort geworden. Während die Firma LuK in den 1960er Jahren noch 600 Mitarbeiter beschäftigte, waren es im Jahr 2000, dem letzten Geschäftsführerjahr Kohlhages, 6.000. Neben Innovation sei Menschlichkeit stets ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit Kohlhages gewesen, sagt der Staatssekretär weiter. „Die Belange der Mitarbeiter waren ihm immer sehr wichtig.“ Bekannt ist der im Jahr 1932 Geborene auch für sein Engagement im Bühler Verein Pallium, der sich der lokalen Sterbe- und Trauerbegleitung widmet. Damit habe sich Kohlhage, so Schebesta, bewusst einem Thema zugewandt, dem andere oft aus dem Weg gehen. Für den Verein mit über 1.600 Mitgliedern kaufte, sanierte und erweiterte Kohlhage zuletzt die „Alte Post“ im Herzen von Bühl – für die Stadt „eine große Bereicherung“, betont auch Schnurr.

Mit Leidenschaft und Herzblut

Alles, was er anfasse, mache er mit „Leidenschaft und Herzblut“, bemerkt Schebesta anerkennend und spricht auch Kohlhages Engagement als Gründungsstifter für das Festspielhaus Baden-Baden an.

Kohlhage selbst zeigt sich nach all der Lobesrede und dem Anstecken des Bundesverdienstkreuzes bescheiden. „Ich bin der Meinung, dass ich den Orden gar nicht verdient habe“, betont er bei seiner Danksagung. Da sein Bruder allerdings bereits vor 25 Jahren mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden sei, habe er aufholen müssen, scherzt der ehemalige Geschäftsführer. Trotz all der Erfolge der Firma LuK sei gerade zu Beginn nicht immer alles glatt gelaufen. Besonders in den ersten Jahren habe er sich mit verschiedenen Problemen konfrontiert gesehen. Oft habe das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt „keinen Pfennig in der Tasche“ gehabt, resümiert der Rentner. Gemeinsam mit den Mitarbeitern, denen er einen großen Dank ausspricht, habe es daher große Umstrukturierungen gegeben, die den gewünschten Erfolg gebracht hätten.


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