Buntes Treiben beim Pferderennen in Iffezheim

Iffezheim (map) – Das Sales & Racing Festival in Iffezheim hat wieder viele Wettbegeisterte angezogen. Auf der Rennbahn war trotz kühler Temperaturen viel los.

Nach dem Rennen verlassen die erschöpften Pferde die Bahn. Foto: Maria Jürgens

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Nach dem Rennen verlassen die erschöpften Pferde die Bahn. Foto: Maria Jürgens

Auf der Iffezheimer Galopprennbahn fand am Wochenende das Sales & Racing Festival statt. Rund 2.600 Wettbegeisterte besuchten die beliebte Veranstaltung.

„Lauf Georgios! Schneller!“, rufen einige Zuschauer aufgeregt auf der Tribüne der Iffezheimer Galopprennbahn. Lautes Klatschen und ermunternde Pfiffe ertönen, bevor bei den einen ohrenbetäubender Jubel erklingt, bei den anderen enttäuschtes Stöhnen.

Freude und Leid liegen dicht beieinander beim Sales & Racing Festival an diesem Wochenende. Für Erstere sorgte in diesem Fall der zweijährige Hengst Georgios, der überlegen das mit 200.000 Euro dotierte Ferdinand-Leisten-Memorial Rennen gewonnen hat. Es ist ein sogenanntes Auktionsrennen, teilnehmen dürfen nur Pferde, die 2020 über die Auktion der Baden-Badener Auktionsgesellschaft (BBAG) versteigert wurden.

Zur Versorgung der verschwitzten Pferde gehört auch in der nicht so warmen Herbstzeit eine kühlende Dusche. Foto: Maria Jürgens

Zur Versorgung der verschwitzten Pferde gehört auch in der nicht so warmen Herbstzeit eine kühlende Dusche. Foto: Maria Jürgens

Georgios und seine Reiterin Sibylle Vogt waren von der Startbox bis ins Ziel ein perfektes Team. Selbstverständlich ist das nicht. Denn oft lernen sich Pferd und Jockey erst Minuten vor dem Rennen im Führring kennen. So auch Vogt und Georgios.

„Die Trainer überlegen, welcher Reiter zum Pferd passen könnte, und dieser wird dann angefragt und gebucht“, erklärt Stephan Buchner, Geschäftsführer von Baden Galopp. Im Führring, wo alle teilnehmenden Pferde vor dem Rennen vorgeführt werden, erhält der Jockey wichtige Instruktionen des Trainers. Sibylle Vogt konnte diese ideal umsetzen. „Georgios hat es mir aber leicht gemacht“, erzählt sie voller Begeisterung. „Er will einfach gewinnen!“

Eigentlich wurde der Hengst als Außenseiter gehandelt. Doch Überraschungen sind in Iffezheim nicht nur im Zieleinlauf an der Tagesordnung. Das weiß auch Buchner, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern gerade nach mehreren Kartons Programmheften sucht, die auf unerklärliche Weise verschwunden sind. Noch bevor er das Rätsel lösen kann, kommt der nächste Zwischenfall: Thorsten Castle, Auktionator und Moderator, ist bei der Siegerehrung unglücklich gestürzt und hat sich am Knie verletzt.

Stephan Buchner bleibt gelassen

Buchner zeigt sich ob dieser ganzen Herausforderungen gelassen. Seit über 30 Jahren gehören Pferderennen zu seinem Leben, er besitzt selbst ein eigenes Rennpferd: „Kashani heißt er, allerdings startet er hier nicht.“ Für die Teilnahme am Rennen gibt es strenge Vorgaben. Zunächst suchen Trainer und Besitzer das passende Rennen aus, anschließend greift ein spezielles System. Alter, Anforderungen, Distanz der Strecke, Erfolge – etliche Parameter entscheiden, ob das Pferd starten darf.

„Maximal 18 Pferde können hier am Wochenende in einem Rennen laufen“, erklärt Stephan Buchner. Die jüngsten sind zwei Jahre alt, die ältesten dürfen 15 Jahre nicht überschreiten. Auch für die Jockeys gibt es Vorgaben, eine ganz entscheidende: das Gewicht. Maximal 55 Kilogramm darf der Reiter auf die Waage bringen. Selbst eine zierliche Frau wie Sibylle Vogt muss dafür über alle Maßen diszipliniert sein. „Ich muss immer auf die Ernährung achten und Sport treiben, um mein Gewicht zu halten“, erzählt die 26-Jährige. An diesem Wochenende reitet sie 14 Rennen – „das ist aber sehr entspannt“, meint Vogt und lächelt verschmitzt. Dann muss sie los zum Führring. Das nächste Pferd wartet schon.

 Hutverkäufer Wolfgang Diehn hat vor allem Wärmendes mitgebracht. Foto: Maria Jürgens

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Hutverkäufer Wolfgang Diehn hat vor allem Wärmendes mitgebracht. Foto: Maria Jürgens

Ganz in der Nähe des Führrings hat Wolfgang Diehn seinen Hutverkaufsstand aufgebaut. Seit über zehn Jahren betreibt er diesen auf der Iffezheimer Galoppbahn und reist dafür stets aus dem rund 300 Kilometer entfernten Nürnberg an. Diesmal hat er bereits die Wollmützen und Winterhüte ausgestellt. „Bei den frischen Herbsttemperaturen sind Sommerhüte nicht mehr gefragt“, sagt er. Auch wenn diese deutlich extravaganter ausfallen.

Insgesamt werden an diesem Tag von den rund 2.600 Besuchern knapp 300.000 Euro beim Wetten eingesetzt. Deutlich mehr Geld fließt allerdings bei der Auktion der BBAG. Für knapp 2,8 Millionen Euro Gesamtumsatz wechseln in diesem Jahr 220 Pferde den Besitzer. Das teuerste Pferd, eine einjährige Stute, kommt für 135.000 Euro unter den Hammer.

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Erstellt:
17. Oktober 2021, 21:00 Uhr
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