Burg Bärenstein ist wieder zugänglich

Bühlertal (sre) – Rund zwei Jahre war der Bärenstein gesperrt. Nun sind die ausgebrochenen Stufen repariert und der Aussichtspunkt wieder zugänglich.

Steile Steinstufen führen den Fels hinauf. Dass es sich um eine alte Burganlage handelt, sieht man erst auf den zweiten Blick. Foto: Sarah Reith

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Steile Steinstufen führen den Fels hinauf. Dass es sich um eine alte Burganlage handelt, sieht man erst auf den zweiten Blick. Foto: Sarah Reith

Rund zwei Jahre war der Bärenstein nicht mehr zugänglich, nun kann man wieder auf den Felsen klettern, der früher Teil einer Burganlage war und einen herrlichen Ausblick ins Tal ermöglicht. Die ausgebrochenen Stufen wurden repariert.

„Ich bin froh, dass es gemacht ist“, sagt Hansjörg Willig, Vorsitzender des Vereins „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“. Gerade in Zeiten von Corona sei es wichtig, dass ein solches Ausflugsziel in der Region auch zugänglich sei. Willig hat sich dafür in den vergangenen zwei Jahren sehr eingesetzt. Gesperrt wurde die steile Steintreppe im Fels, weil im mittleren Bereich vier Stufen ausgebrochen waren. Außerdem hatte sich an zwei Stellen das Geländer aus der Verankerung gelöst. Er sei von offizieller Seite darauf verwiesen worden, dass man vielleicht Leader-Mittel oder Mittel des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord beantragen könne, um die Reparatur zu finanzieren, berichtet Willig von einem Vor-Ort-Termin im vergangenen Sommer mit Vertretern von Kommune, Naturschutz und Landesdenkmalamt.

Oben erwartet den Besucher ein herrlicher Ausblick ins Tal. Foto: Sarah Reith

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Oben erwartet den Besucher ein herrlicher Ausblick ins Tal. Foto: Sarah Reith

Doch Willig war davon nicht begeistert: „Wenn man heute Anträge stellt, wird man schon stark geprüft“, sagt der Vereinsvorsitzende, und verweist auf umfangreiche Anforderungen und zudem lange Bearbeitungszeiten. Er habe verhindern wollen, dass bis zur Öffnung noch ein weiteres Jahr ins Land geht. Schließlich sei es nur um vier Stufen gegangen.

Bauunternehmen übernimmt Kosten

Also nahm Willig Kontakt mit Tilo Trautmann, Seniorchef des Bühler Bauunternehmens Eisenbiegler auf – und es gelang eine unkomplizierte Lösung. Trautmann erklärte sich laut Willig sofort bereit, die gute Sache zu unterstützen und die Arbeiten zu übernehmen. Das Unternehmen tätigt so eine Sachspende an den Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“ und übernimmt die rund 3.500 Euro an Kosten für die Baumaßnahme.

Dieser Bereich der Treppe war kaputt. Nun sind die Stufen zur Freude von Hansjörg Willig ausgebessert. Foto: Sarah Reith

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Dieser Bereich der Treppe war kaputt. Nun sind die Stufen zur Freude von Hansjörg Willig ausgebessert. Foto: Sarah Reith

Anfang vergangener Woche waren Mitarbeiter der Firma vor Ort und führten die Arbeiten durch. Und nun ist der Weg wieder frei für Wanderer, die diesen besonderen Ort erkunden und den Bärenstein besteigen wollen. Das freut auch Gerlinde Mathieu und ihren Vater Hansjörg Mathieu vom Waldgasthaus Kohlbergwiese. „Wir sind viel gefragt worden nach dem Bärenstein“, erzählt Gerlinde Mathieu, ebenfalls Mitglied im Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“.

Im Lokal, das ihre Familie bereits seit 1923 betreibt, fragten die Gäste immer wieder nach Tipps für Wanderungen und nach schönen Aussichtspunkten. „Ich empfehle immer den Bärenstein“, sagt die Gastronomin. Denn dieser Ort sei bei Sonnenschein genauso schön wie bei Nebel, wenn alles ganz mystisch aussehe. Aber auch sonst habe man viel zu bieten in der Talgemeinde: „Man kann 14 Tage in Bühlertal sein und jeden Tag etwas anderes machen“, sagt Mathieu.

Festung war einst bewohnt

Auf den ersten Blick sieht man nur einen mächtigen Granitfelsen, wenn man sich dem Bärenstein nähert. Doch tatsächlich handelt es sich auch um eine Burgruine: Am Granit sind Bearbeitungsspuren zu erkennen, zum Beispiel Auskerbungen, auf denen Balken ruhten. Denn der zentrale Felsen wurde im Mittelalter zusammen mit leichter bearbeitbarem Sandstein und dem im Umfeld reichlich vorhandenen Holz zu einer Festung umgebaut. Der hohe Fels diente dabei quasi als Turm, berichtet Hansjörg Willig vom Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“. In der Umgebung finden sich auch noch zahlreiche fein zugehauene Quader aus Buntsandstein, die einst Teil des Bauwerks waren. Die Burg Bärenstein war ungefähr zwischen 1300 und 1500 bewohnt. Der erste bekannte Besitzer war im 14. Jahrhundert der Edelknecht Heinz Glatz von Lomersheim, er war verheiratet mit Margarete von Windeck. Danach wechselte die Anlage mehrfach den Besitzer. 1598 war die Burg bereits zerstört und unbewohnbar.

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Erstellt:
25. April 2021, 23:00 Uhr
Lesedauer:
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