CDU-Stadtverband Rastatt mit neuem Vorstandsteam

Rastatt (dm) – Umbruch beim CDU-Stadtverband Rastatt: Mit Corina Abrudan als Vorsitzender und Frank Hildenbrand als Stellvertreter stehen zwei „neue“ an der Spitze.

Corina Abrudan (31) verspricht Engagement, Offenheit und Lernbereitschaft. Foto: Daniel Melcher

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Corina Abrudan (31) verspricht Engagement, Offenheit und Lernbereitschaft. Foto: Daniel Melcher

Was die Bundes-CDU noch vor sich hat, hat der Rastatter Stadtverband der Union nun am Mittwochabend vollzogen, freilich unter gänzlich anderen Vorzeichen: Einen Umbruch an der Spitze. Bereits im vergangenen Jahr hatte Brigitta Lenhard angekündigt, das Amt der Vorsitzenden abzugeben. Ihre Nachfolgerin ist nun die auf der politischen Bühne außerhalb der Rastatter CDU noch recht unbekannte Corina Abrudan. Mit Frank Hildenbrand steht ihr auch ein neuer Stellvertreter zur Seite.
Lenhard, die dreieinhalb Jahre an der Spitze stand und zugleich Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat sowie Kreisrätin ist, will sich künftig auf weniger Ämter konzentrieren. Mit ihr haben sich nun acht weitere Vorstandsmitglieder aus dem Stadtverbandsgremium zurückgezogen.

„Gesellschaft zukunftsorientiert mitgestalten

Die Wahlen bei der pandemiebedingt um rund anderthalb Jahre verschobenen Jahreshauptversammlung liefen geräuschlos ab. Auf Corina Abrudan, einzige Bewerberin für den Chefposten, entfielen 25 Ja- bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Die 31-Jährige, die aus Rumänien stammt, ein Studium für internationale Beziehungen absolviert hat und seit 2012 in Rastatt lebt, ist seit 2014 CDU-Mitglied, war seit 2015 Schriftführerin im Stadtverband und ist auch Beisitzerin auf Kreisebene. Sie will sich „für ein gutes Zusammenleben aller Menschen stark machen, bei dem niemand aus dem Blick gerät“, betonte sie in ihrer Vorstellungsrede. Noch fehlende politische Erfahrung wolle sie mit Leidenschaft, Engagement, Lernbereitschaft und Offenheit wettmachen. Und mit einem starken Team auch neue Wege beschreiten, um die „Gesellschaft zukunftsorientiert mitzugestalten“. Als Themen nannte sie Familie, Lebensqualität der Bürger, Sicherheit, Bildung und Infrastruktur.

Das Team, das sie um sich hat, ist zum großen Teil ebenfalls neu besetzt: stellvertretender Vorsitzender ist jetzt der Rastatter Dehoga-Chef und „Schnick-Schnack“-Wirt Frank Hildenbrand, der in Abwesenheit mit 27 Ja-Stimmen gewählt wurde, Schriftführer Christian Andreas, Beisitzer der Ortsverbände sind Wolfgang Drechsler (Niederbühl/Förch), Armin Fritz (Ottersdorf-Plittersdorf), der zugleich Schatzmeister bleibt, Thorsten Ackermann (Rauental) und Jürgen Wahl (Rastatt), weitere Beisitzer sind Annette Karle, Prof. Helmut Keller, der Rastatter Bürgermeister Raphael Knoth und Hatice Özütürk..

„Partei der modernen Mitte“

Inhaltlich geprägt war die Versammlung von der überregionalen thematischen und personellen Aufstellung der CDU – wie könnte es angesichts „zweier katastrophaler Wahlergebnisse in Land und Bund“ (Kreisvorsitzende Brigitte Schäuble) auch anders sein. „Wieder aufstehen, Staub aus den Kitteln klopfen, weiterarbeiten“, gab Bundestagsabgeordneter Kai Whittaker als Devise aus. Die CDU müsse die Partei der modernen Mitte bleiben. Die Frage, ob man nach rechts oder links rücken solle, sei reine „Gesäßgeografie“. Entscheidend sei, ob man „mitten im Leben der Menschen“ Platz finde. „Wir müssen in den Köpfen geraderücken, für was wir stehen“, appellierte auch Brigitta Lenhard. Für sie sei die CDU die Partei, die gesellschaftlichen Ausgleich schaffen könne auf dem Fundament christlicher Werte mit Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

„Nach der Wahl ist vor der Wahl“, zeigte sich Landtagsabgeordneter Alexander Becker zuversichtlich, dass man aus der Talsohle herausfinde. Dafür sind wohl auch die innere Geschlossenheit sowie die Personalfrage im Bundesvorstand entscheidend. „Wir brauchen nicht jemanden, dessen (oder deren) Nase uns am besten passt“, sondern der/die „für die Mehrheit der Wähler auch wählbar ist“, so Whittaker. Was die anstehende Mitgliederbefragung angeht, bekannte sich Kreisvorsitzende Schäuble dazu, zunächst skeptisch gewesen zu sein, mit Blick auf mögliche Spaltungen in der Partei. Nun sei aber wichtig, dass sich möglichst viele daran beteiligen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
5. November 2021, 11:59 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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