CDU hat fast überall die Nase vorn

Bühlertal/Lichtenau/Rheinmünster/Ottersweier (kos/nof) – In Lichtenau haben die Grünen die Nase vorn, in Bühlertal, Rheinmünster und Ottersweier gewinnt aber jeweils die CDU.

Auch in Ottersweier: Plexiglasscheiben sind zwischen den Wählern und den Wahlhelfern platziert.  Foto: Bernhard Margull

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Auch in Ottersweier: Plexiglasscheiben sind zwischen den Wählern und den Wahlhelfern platziert. Foto: Bernhard Margull

Stimmenverluste für die Grünen – ganz gegen den Landestrend – kennzeichnen den Wahlausgang in den Bühler Umlandgemeinden. Außer in Lichtenau hatte sogar jeweils die CDU die Nase vorn. Deutliche Einbußen verzeichnete auch die AfD.

Bühlertal: Tobias Wald erobert Mehrheit zurück

Bühlertal: „Große Überraschungen sind ausgeblieben“, kommentierte Bürgermeister Hans-Peter Braun das Ergebnis in Bühlertal. Tobias Wald (CDU) habe in der Talgemeinde wieder die Mehrheit geholt, die er 2016 verloren hatte. Dass die AfD nur noch etwa halb so viele Stimmen erreicht habe wie vor fünf Jahren, „stimmt mich als Bürgermeister nicht unglücklich“, sagte er. Die CDU kommt mit 33,1 Prozent vor die Grünen (30,6).

Ottersweier: Stimmenverluste für Tobias Wald

Ottersweier: Für Jürgen Pfetzer (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Ottersweier, ist das Ergebnis eindeutig: keine Überraschungen – sowohl auf Gemeinde- als auch auf Landesebene. Die Ergebnisse von Ottersweier seien insgesamt ein Spiegelbild des Landes. Tobias Wald habe zwar den Bonus als Landtagsabgeordneter gehabt, das Direktmandat wurde allerdings von Hans-Peter Behrens (Grüne) erobert. Zur aktuellen Lage seiner Partei sagte er kurz und knapp: „Die CDU hat gelitten.“ Inwieweit das Ergebnis diesbezüglich jedoch durch die Briefwahl beeinflusst wurde, sei schwer zu sagen. Den allgemeinen Trend hin zur Briefwahl sah er grundsätzlich positiv, diese könne das Wählen generell vereinfachen. Für die Demokratie sei es vor allem wichtig, dass die Leute wählen gehen. Wenn das durch die Briefwahl gestärkt werden könne, begrüße er den Trend. Die örtliche Wahlbeteiligung von 69,44 Prozent bestätige das in seinen Augen. Wald konnte den Heimbonus zwar ausspielen: In Ottersweier setzte er sich mit 31,6 Prozent der Stimmen klar vor die Grünen (23,7). Doch die Stimmenverluste für Wald waren erheblich: Die CDU hatte 2016 noch 41,3 Prozent der Stimmen erreicht. Profitiert hat davon der SPD-Kandidat Emile Yadjo-Scheuerer, der in seiner Heimatgemeinde auf die Unterstützung seiner Mitbürger zählen konnte. 21,3 Prozent holte er für die Sozialdemokraten.

Rheinmünster: CDU gewinnt Kopf-an-Kopf-Rennen

Rheinmünster: Aus Rheinmünster kommentierte Bürgermeister Helmut Pautler (parteilos) die Landtagswahl mit der Einschätzung, dass die Vorhersagen sich grundsätzlich im Wahlergebnis widerspiegelten. Mit dem Regionalergebnis von Rheinmünster habe er sich noch nicht näher befassen können und werde das in den nächsten Tagen aber tun, kommentierte er das örtliche Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grünen und CDU, das der Christdemokrat Tobias Wald mit 29,4 Prozent (Hans-Peter Behrens 28) für sich entschied. Die AfD verlor in Rheinmünster deutlich und ging von 18,4 Prozent 2016 auf nun 11,2 Prozent zurück. Die FDP konnte leicht zulegen.

Lichtenau: Bekenntnis zur jetzigen Regierung

Lichtenau: Der Lichtenauer Bürgermeister Christian Greilach (CDU) bewertete das Wahlergebnis in Teilen als klares Bekenntnis zur jetzigen Regierung mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sah die Gesamtkoalition aus Grünen und CDU in ihrer Arbeit bestätigt. Dass bei einem Teil der Wähler dennoch eine gewisse Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit und dem Ministerpräsidenten herrsche, könne man trotzdem nicht leugnen. Darüber hinaus seien das Briefwahlverhalten und die aktuelle CDU-Affäre nach jetzigem Stand noch schwer einzuordnen, da man nicht genau wisse, wer wann per Brief seine Stimme abgegeben habe. Für Greilach kam Kretschmann seine Figur als „Landesvater“ zugute, da kein persönlicher Wahlkampf stattfinden konnte. Das Vertrauen auf den bereits Bekannten sei somit auch zum Tragen gekommen. Das Wahlergebnis sah er insgesamt als Dopplung aus Vertrauen in die Figur Winfried Kretschmanns mit einer gewissen Unzufriedenheit im Zuge der Corona-Pandemie. Die Grünen setzten sich mit 29,7 Prozent der Stimmen knapp vor die CDU (27,1). Die FDP legte leicht zu, die AfD sackte von 14,9 Prozent (2016) auf nun 11,7 Prozent.

Ihr Autor

BT-Redakteur N. Fricke, BT-Volontär K. Stoll

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Erstellt:
14. März 2021, 23:16 Uhr
Lesedauer:
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