CDU sieht andere Denkweise bei Bürgermeister Uhlig

Baden-Baden (hez/sre) – Zum CDU-Austritt des Baden-Badener Bürgermeisters Alexander Uhlig nimmt in einem BT-Gespräch die christdemokratische Stadträtin Reinhilde Kailbach-Siegle Stellung.

Der CDU-Austritt von Bürgermeister Alexander Uhlig sorgt für einige Diskussionen. Foto: Henning Zorn

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Der CDU-Austritt von Bürgermeister Alexander Uhlig sorgt für einige Diskussionen. Foto: Henning Zorn

Der Austritt von Bürgermeister Alexander Uhlig aus der CDU kommt für die Christdemokraten im Baden-Badener Gemeinderat nicht ganz unerwartet. Stadträtin Reinhilde Kailbach-Siegle meinte jetzt im BT-Gespräch, dass der Bürgermeister schon seit einiger Zeit nicht mehr die Denkweise der CDU-Fraktion vertreten habe.

Daher sei die Trennung, die Uhlig mit einer „gewissen Entfremdung“ begründet hat, schon konsequent. Für die CDU-Fraktion, deren Vorsitzender Ansgar Gernsbeck gestern nicht erreichbar war, ist der Vorgang aber auch bitter, da der Bürgermeister einst als CDU-Kandidat zu seinem Amt gekommen ist. Da sei es schon sehr bedauerlich, so Kailbach-Siegle, dass Uhlig nun die Historie vergessen habe.

Bei Gesprächen in den vergangenen Monaten habe sich zwar kein Zerwürfnis abgezeichnet, aber man habe doch „andere Denkansätze“ gespürt. Dies sei auch schon vor dem aktuellen Streitthema der Ausweisung einer Fußgängerzone auf der Fieserbrücke zutage getreten. Sichtweisen des Bürgermeisters hätten sich manchmal „gefühlt über Nacht und nicht nachvollziehbar“ geändert – so zum Beispiel bei der Frage der Bebauung von „Eberts Garten“.

„Eine Frage von Loyalität“

Besonders verärgert ist Kailbach-Siegle über Uhligs Haltung zur anstehenden Bürgerentscheidung über die Ausweitung der Fußgängerzone und seine Unterstützung der Bürgerinitiative. Ein Bürgermeister habe auch die dienstliche Aufgabe, hinter einer Entscheidung des Gemeinderats zu stehen. Es sei nicht in Ordnung, Ratsbeschlüsse zu unterlaufen. Das sei auch „eine Frage von Loyalität“.

Die CDU-Stadträtin hält es auch für nicht angebracht, Oberbürgermeisterin Margret Mergen vorzuhalten, sie sei in Hinblick auf Uhlig kein Teamplayer. Teamplayer könne man nur sein, wenn man auch Unterstützung bekomme.

Zur Frage, ob die Entscheidung Uhligs zur Lösung von der CDU etwas mit Ambitionen des Bürgermeisters bei der OB-Wahl im kommenden Jahr zu tun haben könnte, nimmt Kailbach-Siegle ebenfalls Stellung. Angesichts der Feststellung, dass er und Mergen kein „Traumteam“ seien, könnte sich Uhlig schon veranlasst sehen, sich zu bewerben. So richtig vorstellen könne sie sich das allerdings nicht.

OB Mergen nimmt Stellung

Eine kurze Stellungnahme gab es auch von Margret Mergen. Sie verwahrt sich gegen den Eindruck, dass Uhlig und sie sich nicht austauschen würden. Man sitze regelmäßig zusammen, es gebe mit Uhlig einen Jour fixe pro Woche, außerdem eine Dreierrunde (Uhlig, Mergen, Bürgermeister Roland Kaiser) und eine Dezernatsbesprechung. Mergen sagt auch: „Wir arbeiten professionell zusammen und suchen gemeinsame Problemlösungen.“

Diese Einschätzung wurde auch von Alexander Uhlig auf BT-Nachfrage bestätigt. Man habe eben unterschiedliche Aufgabenbereiche: „Ich bin für das Bauen zuständig und Frau Mergen für die Finanzen.“ Da müsse man gemeinsam Lösungen suchen. Es sei falsch, hier von „maximalem Zwist“ zu reden. Vielmehr handle es sich wirklich um professionelle Zusammenarbeit.

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Erstellt:
10. September 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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