Café Jägersteig wirbt mit Action-Film

Bühl (mf) – Mit einem Marketing-Film möchte die Familie Leppert auf moderne Art und Weise für das Café Jägersteig in Bühl werben. Für Action sorgt unter anderem ein Stuntman, der bereits bei James Bonds „Skyfall“ mitgespielt hat.

Drei Generationen: Von links Peter Leppert jun. (Koch), Leon Leppert (Hotel- und Tourismusmanager), Peter Leppert sen. und Helene Leppert. Foto: Martina Fuß

Drei Generationen: Von links Peter Leppert jun. (Koch), Leon Leppert (Hotel- und Tourismusmanager), Peter Leppert sen. und Helene Leppert. Foto: Martina Fuß

Und Action! Die Fäuste fliegen, eine Bande von Ganoven rückt Mister Q. auf die Pelle. In bester Jackie-Chan-Manier kämpfen sich die Kontrahenten durch eine Küche und weiter über eine große Terrasse. Für den grandiosen Blick ins Rheintal haben sie dabei keine Zeit, denn es gilt einen heiß begehrten Gegenstand zu ergattern: eine Zugangskarte für ein Zimmer im Hotel „Café Jägersteig“. Mister Q. ist dort abgestiegen.

Natürlich ist das nicht wirklich so passiert. Es ist der Plot eines Marketing-Films, mit dem die Familie Leppert, die in drei Generationen das „Café Jägersteig“ in Bühl führt, viel Aufmerksamkeit erregt hat. Kein Wunder, ist doch ein Action-Film als Werbung für ein Schwarzwald-Hotel eher ungewöhnlich. Wie kam es dazu?

Neue Wege im Marketing

Peter Leppert Senior berichtet aus der Zeit des Lockdowns. Nachdem der erste Schreck überwunden war, erkannte die Gastronomen-Familie auch einen unerwarteten Freiraum. Jetzt konnten all jene Dinge bearbeitet werden, die im Alltag liegen geblieben waren. Jenseits der vielen täglichen Herausforderungen – Leppert ist nebenbei aktiv im Bundesausschuss für Berufsbildung und Dozent und Prüfungsausschussvorsitzender für Küchenmeister – entwickelt sich eine neue Kreativität. „Wir hatten schon lange vor, neue Wege im Marketing zu gehen“, so Leppert. Beim Aufräumen des Schreibtischs fiel dem umtriebigen Gastronomen eine Visitenkarte in die Hände und er erinnerte sich mit Stolz an den Anlass. Bei der Lossprechung einer seiner sechs Söhne, der bei Dieter Kohler in Ottersweier Zimmermann gelernt hatte und als Kammerbester abschloss, wurde ein Imagefilm gezeigt. Gedreht hatte ihn die „Kreativagentur QREATE“ aus Karlsruhe.

Mit dem festen Willen und dem Mut, neue Marketing-Wege zu gehen, nahm Leppert mit Filmemacher Serdar Dogan Kontakt auf. Dogan träumte schon lange von einem Actionfilm. Vor Corona hatte er alles parat, Technik, Stuntmen, Drehbuch, Choreograf – alles war vorbereitet. Dann kam der Lockdown. Dogan und Leppert waren sich dann schnell einig. Sie kombinierten einfach beides: Ein Action-Film als Marketing für das in Halbhöhenlage beschaulich liegende „Café Jägersteig“.

Stuntmen aus „Skyfall“

Die Stuntmen, allen voran der deutsch-koreanische Schauspieler Cha-Lee Yoon, der bei James Bonds „Skyfall“ mitgespielt hat, nahmen Kurs auf Bühl, und mit Drohnen und Spezialkamera ausgestattet ging das Filmteam ans Werk. Der Clip ist amüsant und voller Anspielungen. Der Titel „Rumble in the Forest“ erinnert an den großen Boxkampf „Rumble in The Jungle“ zwischen George Foreman und Muhammad Ali im Jahr 1974. Dem Gast Mister Q. stand eine James-Bond-Figur Pate und auch die Musik erinnert an die Bond-Klassiker. Gebrochen werden die Karate-Szenen durch stille Aufnahmen mit Vogelgezwitscher und ganz leisen Tönen, mit Blicken auf den gepflegten Garten, auf ein Glas Wein, auf den Schwarzwald. Zu sehen ist der Werbe-Clip in den sozialen Medien und auf Youtube. „Große Aufmerksamkeit erzielt der Film in den Fachmedien, das hatten wir so nicht erwartet“, freut sich Leppert über das von Serdar Dogan ausgegebene Motto „Wir setzen auf 007 statt auf 0815.“ Der Streifen „Rumble in the Black Forest“ schaffte es gar auf die Titelseite eines deutschlandweiten Gastronomie-Newsletters und auch bei einer Fachtagung stand die Marketingmaßnahme im Mittelpunkt des Austauschs.

Und wie wirkt sich die Corona-Pandemie heute auf das 1959 von Bernhard und Helene Leppert gegründete Café Jägersteig aus? „Es fehlen uns zwar die Veranstaltungen, aber mit unserer großen Terrasse treffen wir genau den Nerv der Zeit. Draußen essen, zuhause genießen, Ferien in der Heimat – das ist genau das, was die Menschen jetzt wollen“, sagt Leppert, der in der „Sonne Eintracht“ in Achern gelernt und in renommierten Häusern unter anderem in der Schweiz und bei Johann Lafer gearbeitet hat. Seit 1992 ist er der Chef im elterlichen Betrieb. Und mit den Söhnen Leon und Peter steht schon die nächste Generation in den Startlöchern.

Ihr Autor

Martina Fuß

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Erstellt:
17. August 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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