Café „La Tazza“ in Gaggenau eröffnet

Gaggenau (ans) – Gastronomische Betriebe mit Außenbewirtung setzten neue Impulse im Gaggenauer Stadtbild. Von einem Konkurrenzdruck sprechen die ortsansässigen Gastronomen aber nicht.

Genießen die Februarsonne: Am zweiten Wochenende nach der Eröffnung sitzen bereits einige Gäste an den Tischen des neuen Cafés „La Tazza“. Foto: Anna Strobel

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Genießen die Februarsonne: Am zweiten Wochenende nach der Eröffnung sitzen bereits einige Gäste an den Tischen des neuen Cafés „La Tazza“. Foto: Anna Strobel

In der Innenstadt hat Anfang Februar ein neues Kaffeehaus aufgemacht. Mit La Tazza gesellt sich ein weiterer gastronomischer Betrieb hinzu, der Gäste im Freien bewirtet. Das sorgt für einen Wandel im Stadtbild. Bereits zwei Jahre davor hat Dalina’s Waffeln in der Fußgängerzone eröffnet. Von Konkurrenzdruck sprechen ortsansässige Gastronomen aber nicht.

Der Betreiber des neuen Cafés, Mario Tazzini, ist kein unbekanntes Gesicht in Gaggenau. „Manch einer kennt mich vielleicht aus dem Handyladen“, sagt er. Damit meint er das Geschäft Murgtalconnect in der Hauptstraße. In der Corona-Krise aufzumachen sei „definitiv ein Wagnis“, weiß Tazzini. „Es kann aber auch der richtige Zeitpunkt sein.“ Tazzini ist optimistisch, dass in naher Zukunft die Pandemie „im Griff ist“. Außerdem werde Kaffeetrinken gehen wieder mehr geschätzt als früher.

„Ich habe noch keine Erfahrung in der Gastronomie“, berichtet der gebürtige Durmersheimer. Doch entmutigen lassen will sich Tazzini nicht. „Die Lage ist gut.“ Zudem habe er den Eindruck, dass das Café gut bisher angenommen werde. Selbstgemachte Kuchen sollen die Kunden in den neuen Laden locken. Eis vom Eiswolf wolle er zukünftig anbieten.

„Alles ist besser als Leerstand“

„Alles ist besser als Leerstand“, meint Tazzini im Bezug auf den Wandel in der Innenstadt. Die Stadt habe nur ein kleines Einzugsgebiet und für die Kunden sei die Möglichkeit, zwischen Geschäften zu wählen ein großer Pluspunkt. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, ist er überzeugt. Der Kuppenheimer hofft, dass La Tazza als Bereicherung von den Innenstadt-Gastronomen wahrgenommen wird.

Michael Böhmer, Inhaber des Cafés Bretzels, sieht die Entwicklung positiv: „Der Waffelladen und das neue Café, das zieht natürlich Leute an“. Diese Belebung der Innenstadt sei wünschenswert. Über seinen eigenen Betrieb, den es bereits seit 18 Jahren gibt, sagt er: „Wir haben den besten Platz, eine Eins-a-Lage“. Daher mache er sich keine Gedanken. „Ich wünsche den Neuen das Beste, das ist sicher nicht ganz einfach.“

Simone Muro hat seinen Eisladen „Romano Eis“ in der ersten Februarwoche wieder aufgemacht. Auch er hofft, dass eine Belebung der Innenstadt mehr Gäste anzieht – besonders, weil die vergangenen zwei Jahre coronabedingt hart für ihn gewesen seien.

Neue Besucher in die Innenstadt locken

„In Gaggenau ist Platz“, ist Ratsstübel-Inhaberin Michaela Scheffold überzeugt. „Cafés sind ja auch schön.“ Das wirke sich positiv auf das Stadtbild aus. Auch die größere Auswahl liege im Interesse des Kunden. „Man hat ja zum Beispiel auch nicht immer Lust auf das gleiche Restaurant.“ Dennoch glaubt sie nicht, dass ein neues Café auch neue Kundschaft nach Gaggenau lockt, „wenn es nicht etwas ganz Besonderes ist“. Einen anderen Standpunkt vertritt City-Manager Philipp Springer: „Die weitere Auswahl hilft, auch wenn einige Angebote ähnlich sind, neue Besucher in die Innenstadt zu locken.“ Da sei das „neu eröffnete La Tazza ein großer Gewinn, insbesondere als Verbindung zwischen Fußgängerzone und unterer Hauptstraße“.

Als Konkurrenz nehme sie das „La Tazza“ nicht wahr, sagt Jeanette Höting. Sie ist Mitbetreiberin von Dalina’s Waffeln in der Hauptstraße. „Wir bieten ganz andere Produkte an, die Leute kommen wegen den Waffeln und dem Frühstück zu uns“, beschreibt Höting ihr Konzept. Zudem sei die Lage in der Fußgängerzone sehr gut; das Dalina’s sei „immer gut besucht“. Daher mache sie sich „überhaupt keine Gedanken“, erläutert die Gastronomin. „Wir wünschen ihm das Beste“, betont sie.

„Sicher wird der Trend zu mehr Gastronomie weitergehen“, vermutet Philipp Springer. Damit gehen aber auch Herausforderungen für den City-Manager einher: „Verändertes Kundenverhalten führt zu neuen Geschäftsmodellen, das führt zu Wechseln auf den Ladenflächen“, erläutert er. „Wichtig ist, dass es Unternehmer gibt, die auch in schwierigen Zeiten etwas Neues ausprobieren – und diese Unternehmer haben wir in Gaggenau.“

Kaum Betrieb: Im Corona-Winter ist die Innenstadt oft leer gefegt. Foto: Anna Strobel

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Kaum Betrieb: Im Corona-Winter ist die Innenstadt oft leer gefegt. Foto: Anna Strobel

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
14. Februar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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