Campingplatz gerüstet für die Wiederbelebung

Forbach (birk) – Die Betreiber-Familie Eichhorn vom Campingcenter Herrenwies hofft auf Lockerungen im kommenden Frühjahr und sieht sich gut vorbereitet.

Petra Eichhorn vom Campingcenter Herrenwies rechnet im Lauf des Frühjahrs mit einer Lockerung der Corona-Auflagen. Foto: Joachim Birk

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Petra Eichhorn vom Campingcenter Herrenwies rechnet im Lauf des Frühjahrs mit einer Lockerung der Corona-Auflagen. Foto: Joachim Birk

Der Spätwinter hat den Forbacher Höhen-Ortsteil Herrenwies noch fest im Griff. „Wir haben auch Anfang Mai hier noch Schneefall erlebt“, berichtet Petra Eichhorn, die mit ihrem Mann Daniel gemeinsam den Naturcampingplatz in Herrenwies betreibt. Auch wenn immer wieder Schneetreiben einsetzt, sind auf dem Platz anstehende Instandhaltungs- und Vorbereitungsarbeiten zu erledigen. Anfragen von Wanderern oder Touristen auf der Durchreise gibt es genug in Herrenwies.

Die aktuellen rechtlichen Bestimmungen erlauben keine Übernachtungen von sogenannten Durchgangscampern, die nur für einen oder wenige Tage bleiben wollen. Eingeschränkt geöffnet ist der Platz indessen weiterhin für die Camper auf den rund 60 Dauerstellplätzen. Die Situation für diese Gäste ist allerdings ärgerlich, meint Eichhorn weiter, weil sie seit langem nur am Tag auf den Platz dürften: „Und das, obwohl die meisten ja autark sind und ohne die Sanitäranlagen auskommen würden.“ Einige der Dauercamper sind entsprechend verärgert, andere wiederum sind verständnisvoll, so die Erfahrung der Betreiberfamilie.

Durchgangscamper fehlen

„Man muss nicht immer alles verstehen, aber eben in Kauf nehmen“, resümiert Eichhorn: „Ohne die Einnahmen von Durchgangscampern müssen wir unser Budget eben enger schnallen.“ Manche Verschönerungen am Platz und an den Anlagen lassen dann eben etwas auf sich warten. Derweil ist es eher ruhig an der Rezeption, Reservierungen zu den anstehenden Feiertagen kommen nur spärlich, sagt Eichhorn, „weil die Leute ja auch nicht wissen, wie sich alles noch entwickelt. Einige Vorbereitungen können wir vornehmen, andere geschehen eben spontan. Wir zählen dann auf das Verständnis bei den Campern, wenn das eine oder andere noch fehlt.“ Petra und Daniel Eichhorn gehen die Situation pragmatisch an. Sie setzen darauf, dass sich die Situation wie 2020 im Lauf des Frühjahrs wieder etwas lockert. Entsprechend sehen sie den Ergebnissen der nächsten Bund-Länder-Konferenz gespannt entgegen. Sie hoffen, dass wenn schon nicht zu Ostern, dann jedenfalls zu Pfingsten verbindliche Buchungsannahmen wieder möglich sind.

„Die Hygiene-Regelungen hatten wir und die Camper in der letzten Saison super im Griff, und das wird auch dieses Jahr wieder klappen,“ ist Petra Eichhorn zuversichtlich. Die Abstandsregeln seien zwischen den Camper-Stellplätzen und auf der Zeltwiese gut einzuhalten, und für den einzelnen Zugang zu den sanitären Anlagen habe sich im letzten Jahr ein spezielles Ampelsystem bewährt. „Natürlich entstanden dadurch auch Mehrkosten, doch diese haben wir nicht auf die Camper abgewälzt,“ so Eichhorn. Zwar könne man andererseits die Dauergäste auch nicht für alle coronabedingten Abstriche am Komfort entschädigen, „doch in finanziellen Härtefällen sind wir auch gesprächsbereit.“

Petition für Öffnung der Campingplätze

Die Betreiber der Camping-Plattformen freeontour.com und camping.info fordern eine differenzierte Betrachtung des Camping-Tourismus und die Öffnung der Camping- und Stellplätze in Deutschland. Der Gesetzgeber soll demnach die autarke Urlaubsform Camping berücksichtigen, die aufgrund der besonderen Gegebenheiten ein coronakonformes Reisen ermögliche.

Ihre Argumente:

- Caravaner und Wohnmobilisten sind mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs.
- Wohnmobile, Campervans und Caravans verfügen über Kochmöglichkeiten für die Selbstversorgung und über eigene Sanitäreinrichtungen.
- Durch die Einteilung in Parzellen auf Camping- und Wohnmobilstellplätzen ist ausreichend Platz gegeben, um die geltenden Abstandsregeln einzuhalten.
- Spezifische Hygienekonzepte der Campingplätze und Wohnmobilstellplätze haben sich bereits im Jahr 2020 bewährt.
- Es wurde bereits ein Ampelsystem vom Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) erarbeitet, das in Abhängigkeit des Inzidenzwerts entsprechende Maßnahmen für Campingbetriebe bundesweit einheitlich vorsieht.

„All diese Sicherheitsfaktoren in Kombination mit den aktuellen Testmöglichkeiten und den Impffortschritten sprechen für eine Aufhebung des touristischen Beherbergungsverbots auf Stell- und Campingplätzen“, plädieren Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info, und Tobias Welp, Geschäftsführer von Freeontour.


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