Christen feiern Heiligabend im Freien

Gaggenau (vgk) – Die Evangelische Kirche Gaggenau feierte Christi Geburt mit dem Krippenspiel auf dem Marktplatz und mit der Seelsorgeeinheit Gaggenau-Ottenau auf dem Sportplatz des FV Hörden.

Ökumenischer Gottesdienst Sportplatz Hörden. •Diakon Bernhard Renz und Pfarrer Hartmut Friedrich. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Ökumenischer Gottesdienst Sportplatz Hörden. •Diakon Bernhard Renz und Pfarrer Hartmut Friedrich. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Das weltweit grassierende Coronavirus ist auch für die Kirchen eine Herausforderung. „Ungewöhnliche Zeiten, ein ungewöhnlicher Ort“, sagte am Freitagnachmittag Pfarrerin Nicola Friedrich. Die Gottesdienstbesucher nahmen die Angebote zu Heilig Abend dankbar an.

„Eine tolle Idee“, fand Nils aus Selbach, der mit seiner Mutter Anja Wittenbecher den Gottesdienst besuchte. „Schön, dass das hier möglich gemacht wurde“, meinte auch Luise Fritz.

Das rot-weiß gespannte Flatterband grenzte die Fläche auf dem Marktplatz für die Kirchenbesucher ein. Weihnachtsbäume und Lichterketten verliehen der Szene zusätzlichen Glanz. Der Posaunenchor umrahmte den Gottesdienst musikalisch. Doch auch außerhalb des Vierecks blieben Besucher stehen, ihre mitgebrachten Fellnasen fest an der Leine, um der Weihnachtsbotschaft und dem Krippenspiel zu lauschen. Dieses Mal wurde es präsentiert von den Konfirmanden. Sie fanden eine kreative Lösung für das Krippenspiel und rückten die Weihnachtsgeschichte als Schattenspiel in den Fokus.

Konfirmanden zeigen Humor

Bei der Inszenierung ließ die Konfirmandengruppe zusätzlich Humor erkennen: Zwei Freundinnen, sie nennen sich selbst Marla und Leonie, zwingt das Virus in die Isolation. Um der Langeweile in der Quarantäne zu entkommen, tauschen sich die Mädchen täglich am Smartphone über ihre Träume aus. Hinter der großen weißen Leinwand nehmen die Hirten, Maria und Josef sowie ein „noch nicht abbezahlter“ Esel Aufstellung, um sich auf den Weg nach Bethlehem zu machen. Wechselnde Sprecher leihen den Darstellern ihre Stimme. Alltägliches wird in das Spiel einbezogen: Wer kümmert sich um die pflegebedürftige Mutter? Oder wer räumt die Wohnung auf? „Soll der August doch zu uns kommen!“, hört man Maria sagen. Der Beifall war den Spielern zum Schluss gewiss.

Auf dem Gaggenauer Marktplatz feiert die Evangelische Kirchengemeinde am Nachmittag. Zahlreiche Gäste folgen der Einladung zum Krippenspiel. Auch die Konfirmanden sind dabei. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Auf dem Gaggenauer Marktplatz feiert die Evangelische Kirchengemeinde am Nachmittag. Zahlreiche Gäste folgen der Einladung zum Krippenspiel. Auch die Konfirmanden sind dabei. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Die Akteure des Musikvereins & Blasorchesters Hörden durften sich auf dem Sportplatz des Flößerdorfs ebenfalls über Anerkennung freuen. Sie waren bereits im Sommer mit der Idee einer ökumenischen Christvesper im Freien an die beiden Kirchen herangetreten. Darauf verwies zu Gottesdienstbeginn Pfarrer Hartmut Friedrich von der evangelischen Kirche. Mit dabei war Diakon Bernhard Renz von der Katholischen Seelsorgeeinheit Gaggenau-Ottenau.

Mehr als 100 Gottesdienstbesucher aus dem gesamten Murgtal waren gekommen. Darüber gaben die Anmeldelisten Auskunft. Regelkonform und mit Abstand nahmen die Gäste ihre Plätze ein. Die Maske musste die gesamte Zeit getragen werden. Entschädigt für die Umstände – auch für den einsetzenden Regen – wurden die Besucher mit Lichterzauber, wunderbarer Musik und der Weihnachtsbotschaft „Frieden auf Erden“.

Es war ein durchweg positives Fazit zu hören. „Ungewohnt, aber schön“, meinte Katja Lang aus Hörden. „Einfach spitze, in der Pandemie einen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern“, schloss sich Sven Weiland seiner Vorrednerin an. „Unter den Bedingungen die optimale Lösung“, fand auch Regina Geppert aus Sulzbach.

Ein mit Kerzen und Kreuz geschmückter Biertisch ersetzte den Altar. Dahinter nahmen die Musiker Aufstellung. Lichterketten zierten die Geländer. Es herrschte eine entspannte und andächtige Atmosphäre. Mit dabei sein durfte auch hier der eine oder andere Vierbeiner.


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