Cité: Bagger räumen das Feld noch nicht

Baden-Baden (hez) – Der Baden-Badener Stadtteil Cité wächst immer weiter. Neue Häuser sind entstanden und sind weiterhin im Bau. Aber ein Ende der Bauarbeiten ist abzusehen.

Die Mehrgenerationen-Wohnanlage der „Cité-Bretonen“, die in Holzbauweise realisiert wird, gewinnt immer mehr Gestalt. Foto: Zorn

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Die Mehrgenerationen-Wohnanlage der „Cité-Bretonen“, die in Holzbauweise realisiert wird, gewinnt immer mehr Gestalt. Foto: Zorn

Noch immer bestimmen im Wohngebiet „Bretagne“ Bagger und Kräne das Bild, aber das Ende der Neubebauung der Cité, dem ehemaligen französischen Wohnviertel, rückt immer näher. Nur noch zwei große Grundstücke sind nicht verkauft – sie werden an der Allee Cité für geeignete Bauprojekte vorgehalten.

Hämmern, Schweißen, Bohren – das gehört auch heute noch – wie nun schon seit vielen Jahren – zur typischen Geräuschkulisse in der Cité. Im westlichen Bereich wird weiterhin kräftig gebaut, und dabei geht es nicht nur um Wohnungen. Darüber informierte gestern die Entwicklungsgesellschaft (EG) Cité bei einem Presserundgang.

So lässt die Stadt aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen zurzeit die Grundschule Cité erweitern, was etwas mehr als 1,7 Millionen Euro kostet. Der Anbau orientiert sich in seiner runden Form an der architektonischen Gestaltung des benachbarten Scherer-Familienzentrums. Geschaffen werden soll vor allem Platz für die Schulbibliothek sowie für Lehrer- und Verwaltungsräume. Außerdem wird die Erweiterung der Mensa für den Ganztagesbetrieb ermöglicht. Hinzu kommen diverse Umbauarbeiten im Bestandsgebäude. Im September 2021 soll zum Schulbeginn nach den Ferien alles fertig sein.

Im Gang ist auch die energetische Sanierung des ehemaligen Gymnasiums Lycée Charles de Gaulle (Euraka-Campus). Hier ist in diesem Jahr der „erste Finger“ an der Reihe, wobei es um eine Erneuerung der Dämmung, der Fenster und der Lüftung geht – für etwa 1,3 Millionen Euro. Im nächsten Jahr stehen dann die Arbeiten in einem weiteren Quertrakt („dritter Finger“) auf der Tagesordnung.

Baufeld VII: Alle Grundstücke verkauft

Auch im Wohngebiet „Bretagne“ tut sich jede Menge. Die miteinander verbundenen drei Wohn- und Geschäftshäuser an der Allee Cité gegenüber der Akademiebühne stehen kurz vor der Fertigstellung. Besonders Interesse gilt zurzeit dem sogenannten Baufeld VII, in dem sich die meisten der noch unbebauten Grundstücke befinden. Doch verkauft sind sie inzwischen alle, und die Bagger haben hier ihre Arbeit begonnen.

Dies gilt vor allem für die Mehrgenerationen-Wohnanlage „Die Cité-Bretonen“. Hier lassen die Bauherren, die sich in einer „Baugruppe“ zusammengeschlossen haben, im Rahmen eines Gemeinschaftsvorhabens 26 Wohnungen entstehen. Hinzu kommen ein größerer Raum für gemeinsame Aktivitäten sowie ein Wohninnenhof. Bei der EG Cité, so Geschäftsführer Markus Börsig, ist man froh, dass es hier zum zweiten Mal in der Cité gelungen ist, ein solches Mehrgenerationenvorhaben mit Leben zu erfüllen. Dabei gebe es eine gute Altersdurchmischung bei den Bauherren, betont Annette Sauer von der Entwicklungsgesellschaft.

Einige Zeit brauchte die Baugruppe, um sich auf eine Realisierung in Holzbauweise zu einigen. Die weitgehende Verwendung von Holz bringe nicht etwa besondere Brandschutzprobleme mit sich, erklärte Markus Börsig im BT-Gespräch, vielmehr gelte es, hier den Schallschutz im zu Auge behalten. So müssten Holzdecken zusätzliches Gewicht bekommen, um die Schallübertragung zu reduzieren. Die „Bretonen“-Anlage ist schon recht weit fortgeschritten, bis zum Jahresende soll sie voraussichtlich fertig sein.

Ansonsten werden im Baufeld VII noch rund 45 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Hier ist der Stand sehr unterschiedlich: Ein Haus steht komplett, zwei Baugruben wurden ausgehoben, die anderen Objekte sind noch in der Planung.

Interessant ist auch ein Blick auf das Baufeld VI, wo in Mehrfamilienhäusern 76 Wohnungen entstanden sind beziehungsweise noch entstehen (an den letzten drei Häusern wird noch gebaut). Dabei handelt es sich zum großen Teil um Mietwohnungen. Aktiv sind hier auch die Stadtbaugesellschaft GSE sowie die Baugenossenschaft Familienheim, die jeweils ein Mietshaus bauen.

Geklärt werden konnte die Perspektive für das noch freie Grundstück Ortenaustraße 36. Hier ist der Kauf und die Bebauung durch die GSE vorgesehen. Dabei sollen etwa 20 Mietwohnungen entstehen. Ein Großprojekt kann voraussichtlich im nächsten Jahr starten: Der Kulturkanal Arte will am Cité-Kreisel in einem markanten Gebäude mit Dachbegrünung seine Deutschlandzentrale unterbringen.

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Erstellt:
28. August 2020, 14:00 Uhr
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