City Kaufhaus: Insolvenzverfahren in Eigenregie

Gaggenau (tom) – Die City Kaufhaus GmbH & Co. KG hat vor dem Amtsgericht Baden-Baden ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht habe den Antrag bewilligt.

Zu den gewohnten Öffnungszeiten läuft der Geschäftsbetrieb auf allen Etagen des Kaufhauses weiter. Foto: Thomas Senger/BT

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Zu den gewohnten Öffnungszeiten läuft der Geschäftsbetrieb auf allen Etagen des Kaufhauses weiter. Foto: Thomas Senger/BT

Bei dieser Art des Insolvenzverfahrens werden Unternehmensführung und Finanzhoheit nicht an einen Insolvenzverwalter übertragen. Das Kaufhaus am Marktplatz verfügt über 4.000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen.
Die Mitteilung erfolgte durch die Kanzlei Nickert in Offenburg. Sie ist auch für die Kommunikation mit den Medien zuständig. In dem Schreiben werden die Geschäftsführer Harry Schneider und Michael Meurers wie folgt zitiert: „Die Corona-Krise hat uns plötzlich und sehr hart getroffen, aber wie jede Krankheit wird auch diese irgendwann vorübergehen. Wir haben inzwischen alle erdenklich möglichen Maßnahmen zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter getroffen und stehen auch in solch schweren Zeiten hinter unserem Unternehmen und hinter unseren Mitmenschen. Wir sehen daher insgesamt positiv in die Zukunft und wünschen uns allen Gesundheit und hoffentlich zeitnah wieder Normalität und Spaß am Leben.“

Geschäftsführer leiten Unternehmen weiterhin

Stand des Verfahrens: Neben dem Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens wurde die vorläufige Eigenverwaltung beantragt. Dies berechtigt das Unternehmen, die Geschäfte in Eigenregie unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters weiterzuführen. Das zuständige Amtsgericht Baden-Baden habe den Anträgen stattgegeben. Damit habe das Unternehmen Gelegenheit, einen Sanierungsplan zur Restrukturierung vorzulegen.

Handelnde Personen: Durch die Eigenverwaltung bleibe das City Kaufhaus selbst handlungsfähig. Die Geschäftsführer Harry Schneider und Michael Meurers leiten weiter das Unternehmen. Dabei werden sie von der Kanzlei Nickert unterstützt.

Arbeitsagentur stellt Lohnfortzahlung sicher

Geschäftsbetrieb: Der Betrieb werde in vollem Umfang fortgeführt: „Die Kunden werden nach wie vor in gewohnter Weise bedient.“

Mitarbeiter: Für die derzeit rund 65 Mitarbeiter würden Lohn- und Gehaltszahlungen während des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens durch die Arbeitsagentur in voller Höhe und wie gewohnt sichergestellt. Die Mitarbeiter seien umfassend informiert worden.

Zukunftsaussichten: Mit einem teilweise bereits umgesetzten Reorganisationsprozess soll die Zukunft des Unternehmens gesichert werden. Näheres wurde dazu noch nicht mitgeteilt. Es sei davon auszugehen, dass das Verfahren, zumindest in wesentlichen Punkten, im 1. Quartal 2021 abgeschlossen werden kann.

Zum Thema

Das City Kaufhaus gilt als ein ortsbildprägendes und sehr wichtiges Unternehmen des Gaggenauer Einzelhandels. Eröffnet wurde der damalige Neubau am 9. Oktober 1980 als „Kaufring Gaggenau“. Ein Jahr später erfolgten der erste Umbau und die Neueröffnung nach einem Inhaberwechsel als Kaufhaus Wagener. Weitere Umbauten folgten. 1998 entstand die heute bekannte Aufteilung, inklusive der Post. Der Name wurde in City Wagener geändert. Zum Februar 2001 erfolgte ein weiterer Inhaberwechsel: Michael Meurers und Harry Schneider übernahmen die Führung des Hauses. Zum 25-jährigen Bestehen am 4. Oktober 2005 erfolgte die Umbenennung zu City Kaufhaus.

2008 wurden das 1. OG umgebaut und die Textilabteilung eröffnet. Ein Jahr später erfolgte die Modernisierung des Erdgeschosses; die bekannte Lebensmittelabteilung wurde geschlossen. Im Anschluss öffneten die Filialen von dm und Bäckerei Armbruster. Die Kinderkleider- und Spielwarenabteilung im 2. OG, Wäsche- und Schuhabteilung im 1. OG sowie Junge Mode für Damen im Erdgeschoss kamen im September 2011 hinzu. Ende April öffnete die neue Strumpfwaren- und Schmuckabteilung.

Quelle: www.city-kaufhaus-gaggenau.de


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