Club-Musik gegen Corona-Blues im „Freiraum“ in Rastatt

Rastatt (dm) – Es legen wieder DJs auf im Musikclub „Freiraum“ in Rastatt, auch wenn weiterhin nicht getanzt werden darf. Interesse ist da: Der Neustart unter Corona-Auflagen war ausgebucht.

Das Konzept nach der Zwangspause steht. Diesen Samstagabend öffnen sich wieder die Tore, doch getanzt werden darf nicht. Foto: Daniel Melcher

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Das Konzept nach der Zwangspause steht. Diesen Samstagabend öffnen sich wieder die Tore, doch getanzt werden darf nicht. Foto: Daniel Melcher

Lange herrschte Zwangs-Stillstand an der Rastatter Woogseestraße, nun meldet sich die Diskothek „Freiraum“ nach rund fünf Monate dauerndem, coronabedingtem Lockdown zurück. Wann wieder in Clubs getanzt werden darf, ist zwar immer noch nicht absehbar. Doch die Leute wollen wieder ausgehen, davon ist man in der Institution in der Woogseestraße überzeugt. Dort flackert wieder Disco-Licht, und ein DJ legt auf, doch der Dancefloor ist mit Tischen, Stühlen sowie sitzenden statt tanzenden Besuchern belegt: Mit einem Abstands- und Hygienekonzept und coronakonformen Regeln will man wieder Leben in die Bude bringen. Das hat beim ausgebuchten „Re-Opening“ am vergangenen Wochenende bereits funktioniert, wie Mitgesellschafter und Geschäftsführer Thomas Schenkel betont. An zwei Abenden habe man mit jeweils 200 Gästen die derzeit maximal mögliche Zahl angelockt. So soll es nun jeden Samstag werden. Normalerweise fasst der Club rund 800 Besucher.

Coronagemäß zu öffnen, bedeute Aufwand: Ein Viertel der Gäste, aber doppelt so viel Personal wie gewohnt – unter anderem werden die Besucher zu den ihnen zugewiesenen und zuvor reservierten Plätzen geleitet und die Einhaltung der Corona-Regeln überwacht; der ganze „Freiraum“ ist mit Lounges, Tischen, Hockern ausgestattet – mit entsprechenden Abständen, wie der Geschäftsführer betont. Jeden Freitag soll es künftig eine kleinere Veranstaltung für bis zu 150 Personen geben, bei gutem Wetter draußen – dort, wo man im Juni Sand aufgefüllt und einen „Strand“ geschaffen hat, um wenigstens einen Barbetrieb zu öffnen. „Das kam sehr gut an“, so Schenkel, hatte aber nichts mit Disco zu tun.

„Wussten zunächst nicht, wie es weitergeht“

Es war eine Aktion, die half, den Lockdown zu überbrücken, der Mitte März ein Betriebsverbot für die Clubs gebracht hatte. „Wir wussten zunächst nicht, wie es weitergeht, dann dachten wir, dass es in zwei, später dann in sechs oder acht Wochen weitergeht“. Soforthilfe wurde beantragt, Kurzarbeit angemeldet. Ein Sonderverkauf wurde gestartet, um das zuvor gefüllte Getränkelager wieder zu leeren – so floss etwas Geld aufs Konto; und man sprach während der Durststrecke „mit allen Partnern“ – dem Vermieter etwa –, die sich entgegenkommend gezeigt hätten.

Ein Finanzkonzept wurde aufgestellt, um durch die Monate zu kommen – sicher half dabei auch, dass der „Freiraum“ zuvor gut lief und gut gewirtschaftet worden sei, so Schenkel. Das geht im Übrigen an die vorherigen Betreiber: Er selbst ist erst seit 1. Januar als Mitgesellschafter und Geschäftsführer an Bord. Für ihn eine Herzenssache. Der Muggensturmer, auch als Organisator der Mallorca-Partys bekannt, ist früher selbst noch in die „Garage“ gegangen, mit der die Clubgeschichte am Standort Woogseestraße einst begonnen hat.

Für heute Abend sind die „Club Affairs“, so der Name der Veranstaltung, wieder fast ausgebucht. Ob es weiter so gut läuft, müsse abgewartet werden. Fest steht: Großveranstaltungen bleiben bis Ende des Jahres verboten. Das heißt: Clubdisco-Abende wie man sie gewohnt war, werde man wohl frühestens im Frühjahr 2021 wieder erleben können. Für Schenkel und das „Freiraum“-Team heißt das: Auf dem Weg durch den Winter müsse man weiter „sehr fein kalkulieren“.

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Erstellt:
28. August 2020, 19:00 Uhr
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