Comeback des Flohmarkts mit Prominenz

Rastatt (fuv) – Es darf wieder gestöbert und gehandelt werden: Der beliebte Flohmarkt auf dem Parkplatz des Münchfeldstadions ist nach der Corona-Zwangspause wieder zurück.

Ein Ort der Kommunikation: Der Flohmarkt im Münchfeld ist zurück. Fotos: Vetter

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Ein Ort der Kommunikation: Der Flohmarkt im Münchfeld ist zurück. Fotos: Vetter

Nach fünfmonatiger Zwangspause fand am Samstag erstmals wieder ein Flohmarkt im Münchfeld statt. Die Resonanz war verhalten, Veranstalter Bruno Herm sprach am späten Nachmittag von einer kleinen Enttäuschung. Immerhin hatte auch ein prominenter Trödel-Experte den Weg nach Rastatt gefunden.

Was denn die noch verpackte Küchenmaschine kosten solle, fragt eine ältere Dame Roman Schoch. „15 Euro“, antwortet er. „13“, sagt die Interessentin. Deal. So geht Flohmarkt. Handeln mache ihr einfach Spaß, und es kämen so unterschiedliche Menschen auf Flohmärkte, beschreibt Brenda Schoch ihre Faszination für Trödelmärkte. Seit mehr als 15 Jahren sind die beiden regelmäßig mit dabei beim Flohmarkt auf dem Parkplatz des Münchfeldstadions.

„Viele der Verkäufer kommen seit Jahren“, erklärt Bruno Herm, der im 32. Jahr Flohmärkte organisiert – den letzten vor der Coronapause am 14. März. Da seien aber so wenige Besucher gekommen, dass es keinen Sinn mehr gemacht habe. „Die Leute waren total verunsichert“, blickt Herm auf die Anfangszeit der Pandemie-Auswirkungen zurück.

Der Restart ist natürlich an Hygieneregeln gebunden: 500 Besucher dürfen gleichzeitig durch die Händlergasse flanieren. Dazu muss der inzwischen obligatorische Nachverfolgungs-Vordruck ausgefüllt werden und – sehr wichtig – auf dem Flohmarkt mitgeführt und beim Verlassen wieder abgegeben werden. So hat er als Veranstalter die Kontrolle, beschreibt Herm das Prozedere.

Freizeit und Erholung

85 Prozent der Anbieter seien Stammgäste und sehr froh, dass es weitergehe mit dem Münchfeld-Flohmarkt. Bruno Herm sieht seine Veranstaltungen als Ort der Kommunikation. „Viele ältere Menschen, die wenig soziale Kontakte haben, genießen die Gelegenheit, sich unterhalten zu können“, ist er überzeugt. Für manche sei es ein wichtiges Zubrot, auf der anderen Seite könne man günstig einkaufen. Wie Jasmin Vögele, die für ihren kleinen Sohn Elias gerade einen Stoffdrachen mit Sonnenbrille erstanden hat. Sie habe zwei Kinder, die eben schnell aus den Sachen rauswachsen würden. Da gehe sie schon gezielt auf Flohmärkte. Nach Kleidung und Spielsachen sieht sie sich um. Außerdem seien da immer nette Leute.

Das hört man am Samstag immer wieder, von Händler- wie von Käuferseite: Es macht Spaß. „Für mich ist es Freizeit und Erholung“, sagt Patou Krassa. Sie wohnt im Münchfeld und gehört seit fast 30 Jahren zum „Stammpersonal“. „Da schalte ich einfach ab, das war von Anfang an so“, lacht sie. Andere sind nur sporadisch Trödelhändler. „Dabei sein ist alles beim ersten Flohmarkt nach der Pause“ , sagt Karin Zeller. Sie mache nur ab und zu bei Flohmärkten mit. Es gehe um den Spaß.

Die Geschäfte gehen eher schleppend voran am Samstag. Aber das macht den meisten nicht viel aus. „Wir kennen uns alle. Am frühen Morgen um 5 Uhr kommen schon viele, bauen auf, dann gibt es Kaffee und Plätzchen“, erzählen Angelika und Michael App. „Hauptsache wieder raus“, freuen sich die beiden Rentner aus Ettlingen, die seit zehn Jahren nach Rastatt kommen.

Am Samstagvormittag zeigt sich Bruno Herm zunächst „total enttäuscht.“ „Bei den vielen Anfragen im Vorfeld habe ich einen vollen Platz erwartet“, sagt er. Am Nachmittag sieht er den Wiederbeginn der Flohmarktsaison weniger dramatisch. 70 Händler sind nach Rastatt gekommen und keiner habe sich beklagt. In „normalen“ Zeiten seien es 120. „Die Leute sind halt noch etwas verunsichert, und ich glaube, das Wetter hat doch auch mit dazu beigetragen, dass nicht so viele Besucher gekommen sind“, resümiert er.

Durchweg positiv hätten die Besucher auf die Regeln reagiert. „Alle waren verständnisvoll, ein großes Lob,“ zeigt sich Bruno Herm erleichtert. Er habe wegen der Größe des Platzes im Vorfeld schon Sorgen gehabt, bekennt er und ist froh, dass es so gut geklappt hat.

Ein Besucher habe mit dem bereitgestellten Desinfektionsmittel fast geduscht, erzählt Herm einen Schwank vom Samstag. Nun geht es also bis November weiter mit den samstäglichen Flohmärkten im Münchfeld.

Und dann war da ja noch der Promi: Der aus der ZDF-Reihe „Bares für Rares“ bekannte Antiquitätenhändler Ludwig Hofmaier war am Samstag tatsächlich mit einem Stand im Münchfeld vertreten und lobte gleich das schöne Flohmarkt-Gelände. Na dann.


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