Commerzbank: Rastatter Filiale fällt Sparplänen zum Opfer

Rastatt/Baden-Baden/Frankfurt (tas) – Die Pläne für die Schließung von Hunderten Filialen sind länger bekannt, nun ist klar: Auch die Commerbank-Niederlassung in Rastatt soll geschlossen werden.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Das Institut will seine Kosten bis 2024 deutlich senken. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Das Institut will seine Kosten bis 2024 deutlich senken. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Sparpläne bei der Commerzbank werden immer konkreter. Wie das Frankfurter Geldhaus am Dienstag auf BT-Nachfrage mitteilte, ist von den Schließungsplänen auch die Filiale in Rastatt betroffen. Der Standort Baden-Baden hingegen soll erhalten bleiben.

Das Vorhaben, von den insgesamt 790 deutschen Niederlassungen 340 zu schließen, ist schon länger bekannt. Welche 450 Filialen allerdings erhalten bleiben sollen, wurde in den vergangenen Wochen und Monaten von der Konzernführung mit den Arbeitnehmervertretern besprochen.

Im Februar hatte die Commerzbank die „Strategie 2024“ festgezurrt. Kernpunkt: Die Kosten im Jahr 2024 sollen im Vergleich zu den Planzahlen für 2020 um 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise rund 20 Prozent reduziert und die Profitabilität erhöht werden. Wie Commerzbank-Sprecherin Sandra Kobus dem BT sagte, ist damit der Abbau jeder dritten Stelle im Inland verbunden. Die Bank will dazu ein Freiwilligenprogramm auflegen, um den Mitarbeiterabbau ohne Kündigungen hinzubekommen.

Genauer Termin steht noch nicht fest


Neben der Niederlassung in Rastatt sollen unter anderem auch die Filialen in Ettlingen, Kehl, Lahr und Mühlacker geschlossen werden. Der genaue Termin dafür stehe allerdings noch nicht fest, auch nicht, ob in Rastatt ein SB-Bereich mit Automaten bestehen bleibt. Klar ist aber, dass die meisten Niederlassungen auf der Streichliste nicht mehr viel Zeit bekommen. Bereits ab Oktober gehen die ersten rund 240 Filialen vom Netz, die restlichen 100 folgen im kommenden Jahr.

„Wir haben während der Pandemie festgestellt, dass Beratung ‚remote‘– also ohne Filiale – gut funktioniert und für den Kunden schnell, einfach und bequem ist. Unsere Strategie bleibt digital und persönlich, sagte Johannes Nattler, Niederlassungsleiter Privatkunden und Unternehmerkunden, am Standort Karlsruhe. „Wir wollen die digitale Beratungsbank für Deutschland werden“. Die Filiale verliere für tägliche Bankgeschäfte bei Kunden immer mehr an Bedeutung, das Smartphone werde zum wichtigsten Kontaktkanal. Daher solle die Betreuung über Beratungscenter ausgebaut werden. Im ersten Schritt sollen die Commerzbank-Mitarbeiter die Kunden aus zentralen Standorten zunächst telefonisch beraten, hieß es am Dienstag. Ab Ende 2022 sei die Beratung dann zusätzlich per Video, Chat und E-Mail möglich.

Im Corona-Jahr 2020 hatte die Commerzbank in der Region Mittelbaden einen weiteren Zuwachs bei den Privatkundenzahl erfahren. Rund 13.600 betreute das Institut Ende 2020. In den beiden Filialen in Baden-Baden und Rastatt arbeiten zusammen 17 Mitarbeiter – das Marktgebiet erstreckt sich ungefähr über den gesamten Landkreis.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
6. Juli 2021, 22:03 Uhr
Lesedauer:
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