Commerzbank muss teuren Konzernumbau verkraften

Frankfurt/Rastatt/Baden-Baden (tas/dpa) – Die Commerzbank fährt einen harten Sparkurs, muss aber erst Geld ausgeben. Mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust schreibt die Bank im zweiten Quartal.

Vorstandschef Manfred Knof macht klar: Es gibt keine Alternative zum Konzernumbau. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Vorstandschef Manfred Knof macht klar: Es gibt keine Alternative zum Konzernumbau. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen haben die Commerzbank im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen und lassen einen Jahresgewinn unwahrscheinlicher werden. „Das schwabbelt ziemlich um die Nulllinie herum, das kann positiv sein, das kann aber auch negativ sein“, sagte Finanzvorständin Bettina Orlopp gestern in einer Telefonkonferenz auf die Frage, ob der Vorstand einen Überschuss im Gesamtjahr 2021 für möglich hält.

Vorstandschef Manfred Knof machte klar: Es gibt keine Alternative zum Konzernumbau. Der Manager betonte zugleich: „Es ist zu früh, hier zufrieden zu sein. Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon.“

Für den Zeitraum April bis Juni wies die Commerzbank 527 Millionen Euro Verlust aus – nach einem Gewinn von 183 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Teuer zu stehen kommt die Commerzbank der seit Jahresbeginn forcierte Umbau des Instituts. 976 Millionen Euro Aufwendungen buchte das Geldhaus dafür im ersten Halbjahr, davon 511 Millionen im zweiten Quartal. Die verbleibenden rund 170 Millionen Euro der gesamten Umbaukosten von ungefähr 2,06 Milliarden Euro will die Bank überwiegend voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2021 veranschlagen.

Bis Ende 2024 will der Vorstand die Zahl der Vollzeitstellen konzernweit von etwa 39.500 auf 32.000 verringern. Noch in diesem Jahr werden 240 Filialen in Deutschland dichtgemacht. Nach Abschluss des Umbaus sollen von 790 Geschäftsstellen noch 450 übrig sein. Das bedeutet für Mittelbaden: Auch die Filiale in Rastatt wird geschlossen.

Wie die Commerzbank gestern weiter mitteilte, legte das Geschäft in der Region weiter zu. „Insbesondere bei Baufinanzierungen haben wir einen deutlichen Zuwachs gesehen“, sagte René Lindner, der Leiter Wealth Management und Kredit der Commerzbank-Niederlassung Karlsruhe. Insgesamt seien in den ersten sechs Monaten neue Baufinanzierungen in Höhe von neun Millionen Euro im Marktbereich Baden-Baden vergeben worden, zu dem auch der Landkreis Rastatt gehört. Das Depotvolumen der Kunden stieg um 14 Prozent auf 75 Millionen Euro an.

In Mittelbaden betreut das Frankfurter Institut derzeit 12.700 Privatkunden sowie in der Niederlassung Karlsruhe insgesamt 1.100 Firmenkunden mit einem Jahresumsatz ab 15 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr hielten sie ein Gesamtkreditvolumen von rund 572 Millionen Euro, ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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5. August 2021, 09:50 Uhr
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