Corona-Abstand auch im Einsatzfahrzeug

Von Michael Bracht

Gaggenau (fmb) – Viele Fahrzeuge unterwegs für relativ wenige Einsatzkräfte. Dies ist zur Zeit der Alltag bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr.

Corona-Abstand auch im Einsatzfahrzeug

Angehörige der Feuerwehr Gaggenau müssen bei Einsätzen einen Mund-Nasenschutz tragen. Foto: Michael Bracht

Bei den Feuerwehrabteilungen in Gaggenau ist seit dem 23. Oktober der Übungsbetrieb wieder eingestellt. Aufgrund der erhöhten Infektionszahlen ist dies laut Feuerwehr eine folgerichtige Entscheidung. Die Verantwortlichen hätten sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Zur Gewährung der Einsatzbereitschaft für die Bevölkerung sei dies eine logische Konsequenz.

Zwischen beiden Lockdowns wurde in kleinen Gruppen ausgebildet und das Ausbildungskonzept der Pandemieverordnung angepasst.

Das Gute darin sei, dass die Aus- und Fortbildung in Gaggenau schon immer einen hohen Stellenwert einnehme und dadurch die Einsatzmannschaften einen sehr guten Ausbildungsstand besitzen würden. So könne man beruhigt einmal auf Theorie und Praxis verzichten, „was durch souveränes Abarbeiten bei Einsätzen immer wieder bewiesen wird“. Ob bei Brandalarm, Verkehrsunfall oder Türöffnungen – die Handgriffe würden sitzen.

„Alle unnötigen Aufenthalte im Rettungszentrum sind untersagt, wie auch ein gemütlicher Gedankenaustausch im Aufenthaltsraum. Bei Einsätzen wird in den Löschgruppenfahrzeugen nur noch mit einer Staffelbesatzung (fünf Feuerwehrangehörige anstatt neun) und mit Mund-Nasenschutz ausgerückt. Bei Truppfahrzeugen werden maximal zwei Personen zur Einsatzstelle fahren anstatt drei. Bei Brandmeldeanlagen in den Abteilungen wird nur die Drehleiter (DLK) alarmiert und fährt ohne dritten Mann zur Einsatzstelle. Der dritte Mann fährt bei einem aktiven Brand mit einem Mannschaftstransportwagen (MTW) zur Einsatzstelle.

Mehr Fahrzeuge im Einsatz

Bei einer Personenrettung über die DLK fährt auch der Rüstwagen mit nur zwei Angehörigen zur Einsatzstelle. Die fehlenden Feuerwehrangehörigen werden sofort mit einem MTW zur Einsatzstelle gebracht. Der Rüstwagen wird gebraucht für die Schleifkorbtrage, da die Trage des Rettungsdienstes durch die Neubeschaffung der Rettungswagen nicht mehr auf die DLK passt. Bei größeren Einsätzen gibt der Gruppenführer eine Personalstärke an die Zentrale durch. „Um die fehlenden Einsatzkräfte an die Einsatzstelle zu bringen, werden weitere Fahrzeuge (je nach Größe des Einsatzes) entsendet“, so Abteilungskommandant Ralf Krempel. Dazu muss gesagt werden, dass dadurch momentan mehr Fahrzeuge vor Ort sein werden wie im Normalfall ohne Pandemie.

Zudem gilt, immer den nötigen Mund-Nasenschutz zu tragen. Feuerwehrangehörige, die direkten Kontakt zu Verletzten oder Patienten haben, tragen eine FFP2-Maske. Nachbesprechungen finden, wenn nötig, im Freien in einem großen Kreis statt.

Auch der Probebetrieb der Jugendfeuerwehr musste eingestellt werden. Diese halten in einer Whatsapp-Gruppe miteinander Kontakt. Auch die regelmäßigen Treffen der Senioren- und Ehrenabteilung können nicht stattfinden.

Keine Lehrgänge möglich

Ergänzend sagte der leitende Hauptbrandmeister Dieter Spannagel: „Die Belastung der zu tragenden Masken machen die Einsätze auch nicht leichter. Und für die Jüngeren, die wir erst am Jahresanfang übernommen haben, stockt natürlich auch die weitere Fort- und Ausbildung. Auch die Landesfeuerwehrschule bietet im Moment keine Lehrgänge an. Zudem fehlt natürlich das Wir-Gefühl bei kameradschaftlichen Treffen“, so der Kommandant.

In einer Presseerklärung würdigt der Deutsche Feuerwehrverband die Arbeit der Feuerwehren, insbesondere der ehrenamtlichen, freiwilligen Einsatzabteilungen. Allein im Landkreis Rastatt versehen rund 4.500 Frauen und Männer ihren Dienst in den örtlichen Feuerwehren. In ganz Deutschland seien Feuerwehrangehörige seit Beginn der Krise über das normale Maß hinaus aktiv.