Corona: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Baden-Baden (BT) – Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist leicht auf 462,6 gefallen. Auch in den Kreisen Rastatt und Baden-Baden war der Wert am Samstag rückläufig.

Corona: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Die Impfbereitschaft ist derzeit hoch. Am Freitag wurden den dritten Tag in Folge mehr als eine Million Menschen geimpft. Das Foto zeigt Impfwillige beim Warten in einer Halle in Hanau (Hessen). Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Das teilte das Landesgesundheitsamt mit Stand 16 Uhr mit. Am Vortag hatte der Wert noch bei 467,5 gelegen. 5.973 Menschen infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden neu mit dem Coronavirus. Somit stieg die Gesamtzahl der Infizierten im Land auf 930.136. Weitere 18 Patienten sind an oder mit Covid19 gestorben. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich dadurch auf 12.259. Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz wurde mit 5,36 angegeben. Die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, sank um einen Patienten auf 665. Im Landkreis Rastatt kamen 162 neue Infektionen hinzu; somit stieg die Gesamtzahl der bislang im Landkreis Infizierten auf 19.143. Ein weiterer Todesfall war zudem zu beklagen, sodass es bislang hier 260 Tote gab. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 492,5 (Freitag: 500,2). Im Stadtkreis Baden-Baden wurden 28 neue Fälle gemeldet. Das erhöhte die Gesamtzahl der Infizierten auf 4.161. Im Stadtkreis lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag bei 339,1 (Vortag: 340,9).

Bundesweite Fallzahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen bundesweit mit 402,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 413,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 442,7 (Vormonat: 249,1). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 53.697 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.09 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 64.510 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 510 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 378 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.477.217 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,71 (Donnerstag 5,75) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 5.368.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 105.506.

Impfzahlen steigen

Den vierten Tag in Folge erhielten am Freitag mehr als eine Million Menschen in Deutschland eine Impfung gegen das Coronavirus. Insgesamt 1,055 Millionen Dosen wurden verabreicht, wie aus den Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. 915.000 davon waren den Angaben zufolge Auffrischungsimpfungen. Insgesamt haben mittlerweile rund 18,7 Millionen Menschen eine sogenannte Boosterimpfung erhalten – das entspricht etwa 22,5 Prozent der Bevölkerung. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben laut RKI mindestens 57,8 Millionen Menschen oder 69,5 Prozent der Bevölkerung. Mindestens 60,3 Millionen Menschen (72,5 Prozent) haben bisher mindestens eine Impfung.

Aktuell sind nach RKI-Angaben 22,8 Millionen Menschen nicht gegen das Coronavirus geimpft, das entspricht 27,5 Prozent der Bevölkerung. Für 4 Millionen dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren (4,8 Prozent) steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Impfaktionen in Baden-Württemberg

Um in der vierten Corona-Welle möglichst viele Menschen in Baden-Württemberg mittels Impfungen zu schützen, sind am Samstag Tausende Spritzen gesetzt worden. Mancherorts gab es dafür sogar spezielle Aktionen wie einen 24-stündigen Impfmarathon in Pforzheim oder einen „Großen Impf-Tag“ in Mannheim. Der Anteil der mindestens einmal gegen Corona geimpften Menschen in Baden-Württemberg liegt bei rund 70 Prozent. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung hat schon eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Proteste in mehreren Städten

In mehreren Städten Deutschlands demonstrierten am Samstag Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. In Hamburg protestierten mehrere Tausend Menschen unter dem Motto „Das Maß ist voll – Hände weg von unseren Kindern!“. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf und bis zu 10.000 Teilnehmern. „Die Abstände werden eingehalten, soweit man das sehen kann“, sagte ein Polizeisprecher. In Frankfurt wurde eine Demonstration, die nicht genehmigt war, aufgelöst.

Impfkarte für Baden-Baden

Auf der Internetseite der Stadt Baden-Baden gibt es von nun an eine Karte, auf der die Impfstützpunkte im Stadtkreis verzeichnet sind. Diese ist unter der Rubrik „Wo kann ich mich impfen lassen?“ im Bereich Aktuelles – Coronavirus zu finden. Die Anwendung zeigt die dauerhaften und temporären Impfmöglichkeiten in Baden-Baden. Nicht aufgeführt sind Impfmöglichkeiten bei Arztpraxen oder Apotheken. Die Corona-Schwerpunktpraxen finden sich auf der Internetseite https://www.dranbleiben-bw.de/. Auf der städtischen Karte kann man auf einen Impfstützpunkt klicken und sich weitere Informationen wie die Adresse oder die Möglichkeit einer Terminbuchung abrufen. Über die Umkreissuche lassen sich auch Impfmöglichkeiten innerhalb eines definierbaren Suchradius anzeigen.

Neues Beratergremium startet am Dienstag

Mit einem neuen Expertengremium will die Bundesregierung ihre Beratung in der Corona-Pandemie breiter aufstellen. „Wir wollen als Bundesregierung die Pandemiebekämpfung stärker auf wissenschaftliche Expertise stützen“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dazu am Samstag. Es sei wichtig, sich von einem möglichst breiten Expertengremium beraten zu lassen. „Wir werden bereits Dienstag zusammenkommen und das weitere Vorgehen beraten. Für mich wird die enge Zusammenarbeit mit diesen Wissenschaftlern Grundlage meiner Politik sein. Wir kennen uns schon lange“, so Lauterbach weiter. Die „Welt am Sonntag“ berichtete, zu dem sogenannten Wissenschaftlichen Expertengremium gehörten unter anderem Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité, sowie Hendrik Streeck, Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn an. Beide Experten hatten sich in der Vergangenheit teils sehr unterschiedlich zur Bewältigung der Krise geäußert. Neben dem Virologen-Duo sollen unter anderem Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie die Virologin Melanie Brinkmann (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung), die Physikerin Viola Priesemann (Max-Planck-Institut) und Intensivmediziner Christian Karagiannidis (Divi-Intensivregister) dem Expertenrat angehören.