Corona-Fälle in Karlsruher Nachtclub

Karlsruhe (BT/lsw) – Das Gesundheitsamt Karlsruhe hat bislang zwölf Corona-Infektionen registriert, die auf zwei Personen zurückzuführen sind, die am vergangenen Freitag im Club Topsy Turvy waren.

Bislang zwölf Infektionen führt das Gesundheitsamt Karlsruhe auf zwei Personen zurück, die am vergangenen Freitag einen Karlsruher Nachtclub besucht haben. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa

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Bislang zwölf Infektionen führt das Gesundheitsamt Karlsruhe auf zwei Personen zurück, die am vergangenen Freitag einen Karlsruher Nachtclub besucht haben. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa

Wie das Amt mitteilte, hätten sich die beiden Personen in den Abend- beziehungsweise Nachtstunden des vergangenen Freitags, 2. Juli, im Karlsruher Club Topsy Turvy in der Hirschstraße aufgehalten. Das Gesundheitsamt stuft die Gäste, die zur gleichen Zeit in der den Club besucht haben, als Kontaktpersonen ein. Somit ist eine 14-tägige Quarantäne erforderlich – sofern kein vollständiger Impfschutz besteht.

Die Kontaktpersonennachverfolgung laufet, es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass nicht sämtliche Besucher ihre Kontaktdaten vollständig und korrekt hinterlassen haben. Deshalb appelliert das Gesundheitsamt, sich unter der Email-Adresse infektionsschutz@landratsamt-karlsruhe.de zu melden und sich umgehend testen zu lassen.

Mentrup warnt vor Lockerungen

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup warnte im Zusammenhang mit dem Vorfall in der Bar am Freitag vor Quarantäne-Lockerungen für Kontaktpersonen, wie sie die Landesregierung anstrebt. Unter den mehr als ein Dutzend Infizierten rund um den Club-Besuch seien auch Geimpfte mit Symptomen, sagte der SPD-Politiker. Diese Woche war bekanntgeworden, dass das Sozialministerium vom Bund eine Aufhebung der strengen Regelungen für vollständig geimpfte Kontaktpersonen von mit der Delta-Variante Infizierten fordert. Das Tückische an dieser Mutation des Coronavirus sei, dass viele Infizierte keine Symptome haben, aber den Erreger trotzdem übertragen, machte der Oberbürgermeister deutlich.

Betroffene zuvor auf Mallorca

Er warnte auch vor falscher Sicherheit: Der Club, in dem am Freitag vergangener Woche wohl aufgrund von zwei Infizierten mehrere Menschen angesteckt wurden, habe eine Konzession als Bar. Für Bars gelte nicht die Pflicht wie für Diskotheken, von allen Besuchern negative Corona-Tests einzufordern. Wer mit Fremden aufeinandertreffe, sollte unbedingt einige Tage später einen Selbsttest machen, appellierte Mentrup. Gleiches gelte für Reiserückkehrer. Eine Betroffene aus dem Club sei kurz zuvor aus Mallorca zurückgekehrt, habe aber dort nicht den eigentlich erforderlichen Test gemacht, hieß es.

Hinzu kommt laut dem Leiter des Gesundheitsamts, Peter Friebel, dass viele Clubgäste falsche oder unvollständige Angaben gemacht hätten. Von 120 Kontaktzetteln sei erst die Hälfte der Betroffenen erreicht worden. Insgesamt gehe er von bis zu 200 Besuchern aus.

Digitale Lösungen angemahnt

Friebel appellierte in diesem Zusammenhang an Veranstalter und Gastronomen, zur Kontaktdatenerfassung digitale Lösungen wie die Luca-App anzuwenden, weil im Bedarfsfall dann das zeitaufwendige Auswerten von Papierbögen wegfällt. Auch nimmt er diesen Ausbruch zum Anlass, auf die Bedeutung der Coronaschutzimpfung hinzuweisen: „Die Entwicklung der Inzidenz wird maßgeblich auch vom Fortschreiten der Durchimpfung bestimmt werden“.

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Erstellt:
9. Juli 2021, 15:58 Uhr
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