Corona-Maßnahmen: Weiter relativ große Akzeptanz

Stuttgart (bjhw) – Politologen der Universität Freiburg haben herausgefunden, dass nur weniger als 30 Prozent der Befragten die Corona-Maßnahmen der Regierung für übertrieben halten.

Laut einer Befragung der Uni Freiburg sind die Deutschen mit den Corona-Maßnahmen der Regierung eher zufrieden als unzufrieden. Symbolfoto: Filip Singer/Pool/epa/Pool/dpa

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Laut einer Befragung der Uni Freiburg sind die Deutschen mit den Corona-Maßnahmen der Regierung eher zufrieden als unzufrieden. Symbolfoto: Filip Singer/Pool/epa/Pool/dpa

Viel wird in Regierung und Opposition und entgegen aller Beteuerungen auch mit Blick auf die nahende Landtagswahl über die Akzeptanz der Corona-Politik diskutiert. Die FDP, aber auch Teile der CDU problematisieren zunehmend das Vorgehen von Bund und Ländern. Argumentiert wird vor allem mit der sinkenden Zustimmung in der Bevölkerung.

Da kommt die Uni Freiburg mit ihrem aktuellen Politikpanel gerade recht: Das Team um den Politologen Uwe Wagschal fand heraus, dass die Situation zwar als belastend wahrgenommen wird, aber weiterhin weniger als 30 Prozent der Befragten die Maßnahmen für übertrieben halten. 5.700 Online-Fragebögen sind zwischen dem 4. und 15. Februar 2021 zurückgeschickt worden an das Seminar für Wissenschaftliche Politik, das seit 2017 in unregelmäßigen Abständen Umfragen zur Lage in der Republik durchführt. Eine erste Corona-Runde fand im Mai statt, die zweite im November.

Die dritte und vorerst letzte ergibt kein grundsätzlich neues Bild. Als „mittelmäßig“ belastet bezeichnen sich fast 39 Prozent, als „wenig“ 23 Prozent statt 35 und 28 im Mai. Veränderungen im eigenen Haushalt sahen im November knapp 65 Prozent, inzwischen sind es vier Punkte weniger. Außerdem werden die Auswirkungen der Maßnahmen auf den eigenen Haushalt seltener als „sehr negativ“ bewertet – statt von neun Prozent im Mai jetzt nurmehr von sechs.

Größte Sorge ist eine schwere Erkrankung

Bei der Frage nach den größten Ängsten und Sorgen liegt die eigene Arbeitslosigkeit mit drei Prozent unverändert auf dem letzten der sechs Plätze. Unverändert groß (48 Prozent) ist die Furcht vor einer eigenen schweren Erkrankung oder einer in der Familie, gefolgt von den Einschränkungen der Lebensgewohnheiten, dem wirtschaftlichen Einbruch. Nur 15 Prozent nennen die Einschränkung demokratischer Rechte, gefolgt von der Vereinsamung.

Den Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft stimmen jeweils rund 18 Prozent überhaupt nicht oder eher nicht zu, von jenen zum Schutz der Gesundheit halten nur zwölf beziehungsweise knapp 14 Prozent überhaupt nichts oder eher nichts.

Aufschlussreich nicht nur für Wahlkämpfer ist die Aufschlüsselung nach Parteipräferenzen. Stabil seit Mai halten nur gut zwölf Prozent der CDU-Anhänger die Corona-Einschränkungen für übertrieben, bei der SPD sind es 13 Prozent, während unter Grünen die Ablehnung von 15 auf 10,5 Prozent sank. Ein anderes Bild zeichnen die Wissenschaftler für die Anhängerschaft der Liberalen, die bei leicht sinkender Tendenz knapp zur Hälfte den Lockdown als übertrieben einschätzt. Die Sonderstellung der FDP und noch mehr der AfD zeigt sich beim Satz „Jeder sollte selbst über den Umgang mit Corona entscheiden“, dem aus dem Anhang von CDU, SPD und Grünen jeweils weniger als zehn Prozent der Befragten zustimmen. Unter FDP-Wählern hingegen sind dies 36 Prozent und bei der AfD 75.

Ihr Autor

BT-Korrespondentin Brigitte J. Henkel-Waidhofer

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Erstellt:
18. Februar 2021, 12:30 Uhr
Lesedauer:
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