Corona: RKI meldet neue Rekordwerte

Berlin/Baden-Baden (BT) – Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden sowie die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland haben am Mittwochmorgen neue Rekordstände erreicht.

Die Zahl der Neuinfektionen und die Sieben-Tage-Inzidenz sind erneut auf Höchstwerte gestiegen. Daher greifen nun Verschärfungen wie die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Symbolfoto: Matthias Balk/dpa

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Die Zahl der Neuinfektionen und die Sieben-Tage-Inzidenz sind erneut auf Höchstwerte gestiegen. Daher greifen nun Verschärfungen wie die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Symbolfoto: Matthias Balk/dpa

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen erstmals seit Beginn der Pandemie über 400. Den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gab das Institut mit 404,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 399,8 gelegen, vor einer Woche bei 319,5 (Vormonat: 106,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 66.884 Corona-Neuinfektionen – im Vergleich zu 52.826 Ansteckungen vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.05 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 335 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 294 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.497.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,60 an (Montag: 5,28). Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.712.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 99.768.

Zahlen fürs Land und Mittelbaden

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg erhöhte sich von Montag auf Dienstag (Stand: 16 Uhr) laut Landesgesundheitsamt um 10.164 auf insgesamt 774.661. Die Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Patienten stieg um 31 auf 11.535. Im Landkreis Rastatt wurden 297 Neuinfektionen registriert, im Stadtkreis Baden-Baden 66. Im Landkreis Rastatt gab es einen weiteren Todesfall. Der R-Wert lag in Baden-Württemberg bei 1,00. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt landesweit 470,0, im Kreis Rastatt 529,1 und in Baden-Baden 506,8. Landesweit gelten 643.832 Menschen als genesen (plus 2.591). Laut Divi-Intensivregister sind 22,8 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 510 werden dort behandelt, 21 mehr als am Vortag. In sieben Tagen kamen pro 100.000 Einwohner 6,3 Patienten wegen einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus (Hospitalisierungsinzidenz).

Alarmstufe II in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg treten an diesem Mittwoch die neuen verschärften Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Kraft. Die Landesregierung verkündete am Dienstagabend in Stuttgart die neue Corona-Verordnung. Danach wird die neue Alarmstufe II mit weiteren Beschränkungen ausgelöst, weil der Grenzwert von 450 Covid-19-Fällen auf Intensivstationen zum zweiten Mal in dieser Woche überschritten wurde. Von diesem Mittwoch an gilt bei Veranstaltungen und in Bars sowie Clubs 2G plus. Damit haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen Test vorweisen können. Zudem gibt es in Hotspot-Regionen Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zur Alarmstufe II.

Bayern verlegt Patienten

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in den Kliniken bereitet sich Bayern auf den Transport einer größeren Zahl von Intensivpatienten in andere Bundesländer vor. Für den Freistaat sei dazu inzwischen das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands aktiviert. Das teilte die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der Nacht zum Mittwoch mit. In den nächsten Tagen soll eine größere Anzahl an Patienten in andere Kleeblatt-Regionen verlegt werden. Bayern ist in der Notfall-Struktur das Kleeblatt Süd. Auch die ebenfalls besonders von Corona betroffenen Länder Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg haben den Angaben nach das Konzept aktiviert, sie gehören zum Kleeblatt Ost. Aktuell gab es zuletzt im Norden und in Hessen noch freie Kapazitäten.

Teilweise werden Selbsttests knapp

Die Nachfrage nach Corona-Selbsttests in Apotheken oder Drogerien steigt mit der wachsenden Zahl der Fälle – in einigen Regionen werden sie knapp. In Drogerien komme es bundesweit regional zu Engpässen, wie ein Sprecher der Drogeriekette Rossmann auf Anfrage mitteilte. Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage könne es punktuell Probleme bei der Verfügbarkeit geben. Zuvor hatte die „Berliner Morgenpost“ darüber berichtet. Auch die Drogeriekette dm berichtete von einer ähnlichen Situation. „Derzeit kann es aufgrund der schwankenden Nachfrage sowie gestörter Lieferketten dazu kommen, dass nicht immer alle Produkte ausreichend verfügbar sind“, teilte der Geschäftsführer der dm-Drogeriekette, Sebastian Bayer, mit. Die Drogerie bietet Selbsttests von drei verschiedenen Herstellern an. Online war keiner der Tests verfügbar (Stand 23. November). Zwei der drei verschiedenen Tests waren der Website zufolge jedoch in den Läden der Kette in allen Bundesländern zu kaufen.


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