Corona-Test durch die Seitenscheibe

Rastatt (stn) – 13 Testzentren gibt es mittlerweile in der Barockstadt – und fast täglich werden es mehr. Am Mittwoch hat unter anderem ein Drive-in-Testzentrum im Rastatter Industriegebiet eröffnet.

Im Drive-in-Testzentrum beim Octomedia-Parkplatz können sich Bürger ab sofort bequem vom Auto aus auf Corona untersuchen lassen. Foto: Nora Strupp

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Im Drive-in-Testzentrum beim Octomedia-Parkplatz können sich Bürger ab sofort bequem vom Auto aus auf Corona untersuchen lassen. Foto: Nora Strupp

Was in der Barockstadt im März zunächst klein und zögerlich begann, scheint sich mittlerweile zu einem wahren Boom zu entwickeln: Sage und schreibe 13 kommunale und private Corona-Testzentren und -Teststationen gibt es aktuell im Stadtgebiet Rastatt – und fast täglich werden es mehr. So wurde unter anderem am Mittwoch ein Drive-in-Testzentrum auf dem Parkplatz von Octomedia im Industriegebiet eröffnet.

Betrieben wird das Testzentrum von „Pippi & Peppone Sanitärsysteme“, einem Unternehmen der Bühler Sator-Gruppe. „Der Vorteil dieses Drive-in: Es gibt keine Wartezeiten und der Abstand wird gewahrt“, führt Geschäftsführer Axel Sator aus, der im April auch Drive-in-Testzentren in Bühl und Ettlingen ins Leben gerufen hat.

Mit Blick auf die – angesichts der sinkenden Infektionszahlen – möglicherweise bald bevorstehende Öffnung der Geschäfte für den Publikumsverkehr sei Matthias Kohlschreiber, Verkaufsleiter bei Octomedia, auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er nicht ein Testzentrum auf dem Octomedia-Parkplatz eröffnen wolle. „Ich habe mir die Frage gestellt: Wie kann man es für die Kunden angenehm gestalten? Außerdem wird der große Parkplatz gerade nicht so genutzt wie normal“, erzählt Kohlschreiber. So kam ihm die Idee, die Fläche als Drive-in-Testzentrum zu verwenden.

Vier Teststraßen möglich

Bislang besteht dieses nur aus einer Teststraße. Dort können 300 bis 500 Tests pro Tag durchgeführt werden. Eine Erweiterung auf vier Teststraßen und somit auf 1.000 bis 1.200 Tests täglich sei jedoch kein Problem, versichert Sato. Der Drive-in hat Montag bis Freitag von 6 bis 19 Uhr geöffnet sowie am Samstag und Sonntag von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr. „Je nach Bedarf können die Öffnungszeiten am Wochenende aber auch ausgeweitet werden“, sagt Sator.

Um einen Test machen zu können, müssen Interessierte vorab einen Termin über die Internetseite www.testzentrum-rastatt.de buchen. Vor Ort wird dann von medizinisch geschultem Personal ein Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt. Nach 15 bis 20 Minuten erhalten die Getesteten ihr Ergebnis per E-Mail. Der Test im Drive-in ist kostenlos.

Matthias Kohlschreiber (links) lässt sich auf Corona testen. Foto: Nora Strupp

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Matthias Kohlschreiber (links) lässt sich auf Corona testen. Foto: Nora Strupp

Drei weitere Teststationen gibt es seit Mittwoch in der Straße „Untere Wiesen 4“ (bei der Spielhalle „Casino Line“ und dem Café Ewis), vor dem Mix Markt in der Gutenbergstraße 1-3 und beim Nahkauf im Rheinauer Ring 117. Initiiert wurden diese vom Immobilien- und Marketing-Unternehmen Nea Concept UG. Alle drei Testzentren sind von Montag bis Freitag, 7 bis 20 Uhr, Samstag von 7 bis 19 Uhr und Sonntag von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Termine buchbar unter www.lisa-test.de.

Am Donnerstag und Freitag können sich Bürger zudem vor der Schloss-Galerie testen lassen. Dort wurde von MTZ-Mittelbaden eine Schnellteststation eingerichtet. Öffnungszeiten: Heute von 10 bis 16 Uhr, morgen von 13.30 bis 19 Uhr. Weitere Termine werden zeitnah bekannt gegeben. Eine Testtermin-Buchung ist unter https://mtz-mittelbaden.covidservicepoint.de möglich.

Mindestanforderungen für Betrieb eines Testzentrums

Wer ein Testzentrum betreiben möchte, muss gemäß der Allgemeinverfügung des baden-württembergischen Sozialministeriums vom 12. März gewisse Vorschriften beachten:
So muss etwa die Größe der Räumlichkeiten dem zu erwartenden Testaufkommen entsprechend bemessen sein. Die Räumlichkeit muss zudem barrierefrei oder zumindest barrierearm sein, sodass auch Menschen mit einer Behinderung das Angebot nutzen können. Darüber hinaus muss regelmäßiges Lüften möglich sein, alternativ müssen Luftfiltergeräte eingesetzt werden. Außerdem muss es einen Wartebereich geben, in dem ein Abstand von 1,50 Meter zwischen den Wartenden eingehalten werden kann. Der Wartebereich muss vom Testbereich abgetrennt sein und mindestens einen Sichtschutz zum Testbereich haben. Es dürfen nur Personen ohne Symptome getestet werden und jeder getesteten Person ist eine Bescheinigung über das Testergebnis zu erteilen. Fällt der Corona-Test positiv aus, ist dem Getesteten ein Merkblatt zur weiteren Vorgehensweise auszuhändigen.

Die Betreiber des Testzentrums müssen einen Hygieneplan erstellen. Dieser soll insbesondere das Vorgehen zur Händehygiene, zu Desinfektionsmaßnahmen, zur Einhaltung der Abstandsregeln, zum Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung und zur Abfallentsorgung umfassen.

Die Eröffnung eines Testzentrums muss dem Gesundheitsamt gemeldet und die Ortspolizeibehörde nachrichtlich informiert werden. Die Abrechnung der Tests erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg.

Eine Übersicht über die kommunalen und mobilen Testzentren in Rastatt gibt es unter:

www.rastatt.de/testen

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
6. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 04sec

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