Corona erschwert auch Situation der Flüchtlinge in Iffezheim

Iffezheim (sch) – Die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Iffezheim zieht Bilanz und gibt Einblicke in ihren vielfältigen Arbeitsalltag, der durch die Pandemie nicht leichter wird.

85 Personen haben in Iffezheim Aufnahme gefunden, etliche davon leben in der Unterkunft in der Bachstraße. Foto: Bernhard Schmidhuber

© sch

85 Personen haben in Iffezheim Aufnahme gefunden, etliche davon leben in der Unterkunft in der Bachstraße. Foto: Bernhard Schmidhuber

Der Arbeitstag von Karolina Smigielski dürfte nicht allzu kurz ausfallen. Denn was die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Iffezheim dem Ratsgremium zur aktuellen Situation der Flüchtlinge präsentierte, war vielfältig, bunt gemischt und belegt ihren arbeitsreichen Berufsalltag.
Auch in der Renngemeinde habe Corona zu einem zusätzlichen Unterstützungsbedarf bei bereits gut integrierten Personen geführt. So sei die allgemeine Informationsvermittlung über die neuesten Verordnungen und Beschränkungen Teil ihrer täglichen Beratung geworden. Zudem bedauerte Smigielski, dass durch die Pandemie alle laufenden und geplanten Aktivitäten ausgesetzt würden. In ihrer Präsentation berichtete die Rathausmitarbeiterin über die Belegungssituation. 85 Personen, davon 40 Kinder und Jugendliche, hätten in Iffezheim eine neue Heimat gefunden, wobei 40 Personen in der Bachstraße, eine Person in der Hauptstraße, neun in der Schillerstraße, sieben in der Hügelsheimer Straße und zwölf in der Neuen Straße leben. Betreut in Privatwohnungen werden 13, nicht betreut drei Personen. In Familien lebten 83 Prozent und 17 Prozent als Einzelpersonen.

Mülltrennung bereitet immer noch Schwierigkeiten

Ob in der Verwaltungsarbeit im Zuge von Unterbringungen, bei der Betreuung der Häuser oder von Veranstaltungen und Kursen – anhand anschaulicher Beispiele schilderte sie ihre täglichen Erfahrungen. Und mancher Zuhörer war sicher überrascht über ihre „fortwährende Bemühung zur Klärung der Mülltrennung“. Auch sei sie aktiv in der Sozialberatung zu Fragen des täglichen Lebens und leiste Hilfestellung im Umgang mit Ämtern. Tägliche Arbeit sei die Unterstützung bei Anträgen und Formularen, das Erstellen von Bewerbungen, Vermittlung von Sprachkursen und Hilfestellung bei der Wohnungssuche. „Viele sind in unseren Häusern untergebracht“, verdeutlichte Smigielski.

In ihrem Vortrag ging sie auf die Vielfalt der täglichen Sozialberatung ein, angefangen bei Familiengründungen über Kindergarten, Schule, Praktikumssuche bis hin zu familiären Problemen, wobei sie Ansprechpartnerin für Jugendamt und Sozialen Dienst sei. Bei Konflikten mit dem Gesetz („Das ist eine Minderheit bei uns“) unterstütze sie bei der Klärung zur Ableistung von Strafen. Bürgermeister Christian Schmid freute sich, dass „die Integration gut gelungen ist, von Anfang an“. SPD-Gemeinderat Harald Schäfer sprach Konflikte in der Nachbarschaft der Unterbringungen an. „Wir haben Gespräche geführt, in der letzten Zeit gab es aber keine Beschwerden mehr“, so Schmid. Und: „Wenn Reinigungsprobleme auftreten, kann das überall sein. Das sind keine speziellen Flüchtlingsprobleme“.

Zum Artikel

Erstellt:
29. Oktober 2020, 15:26 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.