Corona im Heim: Hälfte der Bewohner infiziert

Iffezheim (dm) – 35 Bewohner und 25 Mitarbeiter des Pflegeheims Haus Edelberg Iffezheim sind mit Corona infiziert. Aufgrund des Personalausfalls hilft das DRK aus; auch die Bundeswehr ist angefragt.

Besuchsverbot: Der Zugang zu den von Corona betroffenen Bereichen ist derzeit nicht gestattet. Wegen des Personalausfalls unterstützt ab diesem Samstag das DRK die verbliebenen Pflegekräfte, das Landratsamt hat auch die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Fotos: Frank Vetter

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Besuchsverbot: Der Zugang zu den von Corona betroffenen Bereichen ist derzeit nicht gestattet. Wegen des Personalausfalls unterstützt ab diesem Samstag das DRK die verbliebenen Pflegekräfte, das Landratsamt hat auch die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Fotos: Frank Vetter

Jetzt auch das Haus Edelberg in Iffezheim: Das Pflegeheim wird von einem schwerwiegenden Corona-Ausbruch heimgesucht. Das Landratsamt Rastatt meldete am Freitag, dass sich 35 Bewohner infiziert haben, das ist rund die Hälfte der dort lebenden Senioren. Hoch ist auch die Zahl der infizierten Mitarbeiter: Stand Freitag waren es 25, so die Behörde. Das heißt: Ohne Hilfe kann der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden.
Angesichts des hohen Personalausfalls entwickle der Betreiber, die Orpea Haus Edelberg Holding GmbH mit Sitz in Frankfurt, derzeit gemeinsam mit dem Landratsamt ein Konzept. Haus Edelberg, das in der Region auch Heime in Bietigheim, Elchesheim-Illingen und Karlsruhe betreibt, suche zunächst nach internen Lösungen. Das Landratsamt hat derweil die Bundeswehr zur Unterstützung angefragt. Bis zum Eintreffen der Soldaten will das Deutsche Rote Kreuz mit Helfern einspringen.

81-jähriger Bewohner verstorben

Aktuell sind laut Behörde vier der infizierten Bewohner in klinischer Behandlung, ein 81-Jähriger sei an oder mit Corona verstorben. Ob es sich um Infektionen mit der Omikron-Variante handelt, sei noch nicht bekannt. Für die zwei betroffenen Wohnbereiche hat das Gesundheitsamt ein Besuchsverbot ausgesprochen. Haus Edelberg habe außerdem einem freiwilligen Aufnahmestopp zugestimmt. Man stehe in einem „engen und konstruktiven“ Austausch. Darüber, wie das Virus ins Heim kam, können offenbar keine Angaben gemacht werden.

Zuletzt waren wegen Corona-Ausbrüchen insgesamt 14 Tote in den von der Kursana GmbH mit Sitz in Berlin betriebenen Häusern Paulus und Franziskus in Rastatt und Gaggenau zu beklagen. Dies hatte am Montag auch den Sozialausschuss des Landtags in Stuttgart beschäftigt. Thema waren dabei vor allem die Impfquoten. Von den infizierten Bewohnern im Iffezheimer Haus Edelberg sind nach Behördenangaben 19 dreimal, elf zweimal, zwei einmal geimpft und drei ungeimpft. Von den Bewohnern, die im Krankenhaus liegen, sind zwei dreimal geimpft, einer zweimal und einer ungeimpft. Der verstorbene 81-Jährige war dreifach geimpft, befand sich allerdings nach Auskunft des Pflegeheims bereits vor der Infektion in einem schlechten Allgemeinzustand, so das Landratsamt. Unter den infizierten Mitarbeitern sind elf ungeimpft, acht zweimal, fünf dreimal und einer einmal geimpft.

31 Prozent der Mitarbeiter ungeimpft

Die Quote der dreimal Geimpften unter allen Bewohnern des Hauses liege bei 66 Prozent, hinzu kommen 21 Prozent zweimal Geimpfte, drei Prozent sind einmal geimpft, zehn Prozent ungeimpft. Unter allen Mitarbeitern liegt die Quote der dreifach Geimpften bei 40 Prozent, hinzu kommen 25 Prozent zweimal Geimpfte, vier Prozent sind einmal geimpft; 31 Prozent, fast ein Drittel, sind indes ungeimpft. „Wir motivieren alle Mitarbeiter, sich impfen zu lassen“, betonte ein Sprecher des Betreibers, der die Behördenangaben bestätigte, auf Nachfrage unserer Zeitung dazu. Zumal Mitte März ohnehin die einrichtungsbezogene Impfpflicht in Kraft tritt. Danach dürfe kein ungeimpfter Mitarbeiter mehr das Heim betreten, so der Sprecher.

Derzeit wohnen 69 Menschen im Iffezheimer Haus Edelberg. Unterstützt werden die dort verbliebenen Pflegekräfte ab diesen Samstag von drei Kräften des DRK-Ortsvereins Iffezheim. Diese helfen bei Essensausgaben und Vorbereitungen, sind geimpft, werden täglich getestet und nicht in die von Corona betroffenen Bereiche gehen, wie Kreisbereitschaftsleiter Hans-Joachim Brüssow informiert, der den Einsatz für den Kreisverband koordiniert.


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