Corona und Frühlingswetter: Müllberge in Baden-Baden

Baden-Baden (nof) – Spaziergänger strömten am Wochenende in Massen in die Lichtentaler Allee – Abfalleimer quollen über und Menschentrauben bildeten sich. Doch die Pandemie ist noch nicht vorbei.

Das frühlingshafte Wetter zieht viele Spaziergänger in die Allee – und die hinterlassen ihre Spuren. Foto: Franziska Kiedaisch

© kie

Das frühlingshafte Wetter zieht viele Spaziergänger in die Allee – und die hinterlassen ihre Spuren. Foto: Franziska Kiedaisch

Es ist wahrlich kein schöner Anblick: Pappbecher, Plastikdeckel, Papiertüten und Einmalbesteck – Verpackungen aller Art verstopfen die öffentlichen Mülleimer in der Lichtentaler Allee. Und wo diese randvoll sind, sammelt sich der Abfall drumherum. Am Wochenende haben Spaziergänger das frühlingshafte Wetter in sehr, sehr großer Zahl zum Spaziergang in der Allee genutzt.

„Die Krokusblüte zieht alljährlich viele Besucher an“, weiß Stadtpressesprecher Roland Seiter. Doch diese haben nun ihre Spuren hinterlassen – in Form von Müllbergen. Und da spielt auch Corona eine große Rolle. Denn, wo die Gastronomie-Betriebe nur „to go“, zum Mitnehmen, anbieten dürfen, fällt eben schnell auch sehr viel Verpackungsmaterial an. Wer will’s ihnen in diesen Zeiten verübeln?

Einsatz der Stadtreinigung reicht nicht aus

Die Stadtreinigung jedenfalls hat alle Hände voll zu tun, um die Hinterlassenschaften wieder zu beseitigen. „Wir haben am Samstag und Sonntag eine Firma im Einsatz, die die Mülleimer vormittags leert, zusätzlich ist nachmittags nochmals jemand unterwegs“, sagt Seiter: „Doch das hat nicht gereicht.“ Vor allem Pizzakartons hätten schnell die Einwurfschlitze verstopft, „obwohl im Abfalleimer selbst noch Luft war“, so Seiter. Und: „Da muss man sich auch ein bisschen Mühe geben.“ Die Stadtverwaltung werde die Müllsituation im Auge behalten: „Kommendes Wochenende ist ja wieder recht gutes Wetter angekündigt.“

Doch Corona und Frühling bergen noch einen weiteren unliebsamen Nebeneffekt: Die Menschen zieht es nach draußen. Und wo es schön ist, bilden sich schnell große Menschenansammlungen. Zuletzt waren es die schneereichen Ausflugsziele auf den Höhenlagen des Schwarzwalds. Nun gibt es neue Hotspots wie eben die Krokusblüte in der Allee. „So viele Menschen wie am Sonntag waren wohl noch nie in der Allee unterwegs“, sagt der Stadtpressesprecher mit langer Berufserfahrung. Und wo er sonst für die Schönheit der Kurstadt werben würde, muss er jetzt davon abraten, wochenends die Allee zu besuchen. „Nur sehr wenige Spaziergänger hatten eine Maske auf“, sagt Seiter.

Bitte auf Schildern: Maske tragen

Die Stadtverwaltung reagiert nun auf die Situation: „Wir werden Hinweisschilder aufstellen und an die Besucher appellieren, die Abstände einzuhalten und eine Maske zu tragen“, kündigt Seiter an. Das seien Hinweis-, keine Gebotsschilder, erklärt er. Doch die Allgemeinverfügung des Landes, wonach eine Maskenpflicht bestehe, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne, gelte ohnehin weiter. „Wir können nur an die Vernunft der Menschen appellieren und die Situation am kommenden Wochenende genau beobachten.“ Seiter wartet mit Alternativen auf: „Es gibt rundherum noch andere schöne Seiten Baden-Badens zu entdecken.“ Er rät zu Wanderungen – beispielsweise auf Strecken im Rebland. „Da ist es mit dem Abstand halten einfacher.“

Vergangenes Jahr noch hatte die Stadtverwaltung appelliert, den Osterspaziergang (Mitte April) nicht in der Lichtentaler Allee zu unternehmen. Nun gerät die Baden-Badener Parkanlage schon im Februar zum Hotspot. Man will ja kein Spielverderber sein, aber die Pandemie ist einfach noch nicht vorbei.

Zum Artikel

Erstellt:
23. Februar 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.