Couragierte Jugendliche unterwegs für Jugendschutz

Rastatt (red) – Fachstelle Sucht bildet neun ehrenamtliche Helfer aus

Zur Fastnacht gehört für viele Narren Alkohol dazu. Für Jugendliche kann das zum Problem werden. Foto: Oliver Berg/dpa

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Zur Fastnacht gehört für viele Narren Alkohol dazu. Für Jugendliche kann das zum Problem werden. Foto: Oliver Berg/dpa

Das sogenannte „Komasaufen“ und damit verbundene Einlieferungen ins Krankenhaus mit einer akuten Alkoholvergiftung bei Jugendlichen sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dennoch sind nach wie vor auf Festen Jugendliche mit oft sehr hohen Alkoholpegeln, die sich aus Unwissenheit oder Neugier in gefährliche Situationen bringen, heißt es in einer Mitteilung.

Die Fastnachtszeit mit vielen Umzügen und Hallenveranstaltungen bietet die Plattform für Spaß und Alkoholkonsum und das nicht nur bei den Jugendlichen. Seit mehr als zehn Jahren begleiten im Rahmen des Projekts „Hart am Limit“ (HaLT) Jugendschutzteams zahlreiche Feste, um für die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes im öffentlichen Raum zu sorgen. Unterstützt von ehrenamtlich tätigen jungen Menschen, meist im Alter zwischen 18 bis 22 Jahren, sprechen dabei hauptamtliche Sozialarbeiter und Polizeibeamte Jugendliche auf ihren Alkoholkonsum an und sorgen bei Betrunkenen für Soforthilfemaßnahmen oder übergeben sie ihren Eltern. „Meist sind es aber aufklärende Gespräche auf Augenhöhe, auf die die angesprochenen Jugendlichen in den meisten Fällen sehr verständnisvoll reagieren“, wird in der Mitteilung weiter ausgeführt.

Gut vorbereitet starten nun neun weitere ehrenamtliche Helfer in die Fastnachtsssaison, die in einer Schulung der Fachstelle Sucht Rastatt/Baden-Baden in Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Bereich Jugendarbeit und Jugendschutz des Landratsamts und dem Präventionsverein Sichereres Murgtal ausgebildet wurden.

Durch Referate, Übungen und Rollenspiele sensibilisiert

In Impulsreferaten, praktischen Übungen und Rollenspielen lernten die Jugendlichen einiges über Kommunikationstechniken und angemessenes Verhalten in Konfliktsituationen. Außerdem förderten Gruppenspiele Teamfähigkeit und Teambildung.

Was anfangs ganz leicht aussah, stellte sich dann beim Üben in so manchem Rollenspiel als ganz schön schwierig heraus. Nicht einfach, mit den Gleichaltrigen auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen, dabei deeskalierend zu wirken und sich nicht provozieren zu lassen. Das erfordert gutes Wissen über den Umgang mit alkoholisierten Menschen, Übung in der Ansprache, aber auch eine gute eigene Einstellung zum Thema Alkohol und vor allem couragiertes, teamorientiertes Auftreten.

Von der Öffentlichkeit werden die Jugendschutzteams überwiegend sehr positiv wahrgenommen. Ziel ist es nicht, Jugendlichen den Spaß zu verderben, sondern durch Vermeidung von Alkoholexzessen eine positive Festkultur zu fördern und so für alle Beteiligten die Freude an der Fastnacht zu erhalten.

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Erstellt:
22. Februar 2020, 09:32 Uhr
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