Cronauer-Areal in Rastatt steht vor Wiederbelebung

Rastatt (ema) Die Hagedorn Unternehmensgruppe hat das mehr als 41.000 Quadratmeter große Grundstück der ehemaligen Schuhfabrik Cronauer gekauft und will es wieder baureif machen

Anfang 2022 sollen die Gebäude auf dem Cronauer-Areal abgerissen werden. Foto: Cronauer

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Anfang 2022 sollen die Gebäude auf dem Cronauer-Areal abgerissen werden. Foto: Cronauer

Durch die Revitalisierung der Bestandsfläche wolle man neues Bauland schaffen, ohne dafür weitere Grünflächen versiegeln zu müssen, teilt das Unternehmen mit.
„Wir überführen eine mindergenutzte Gewerbefläche in eine neue Nutzung und bieten Unternehmen aus der Region künftig einen modernen Gewerbestandort in optimaler Lage“, wird Alexander Emde, Leiter für die Projektentwicklung der Hagedorn Revital GmbH, in einer Pressemitteilung zitiert.

Damit zeichnet sich in dem Bereich ein lang erwarteter Impuls ab. Groß war die Hoffnung, als die Stadt Rastatt im Jahr 2014 mit finanzieller Förderung der Landesregierung das Projekt „Kooperative Entwicklungsoffensive im Rastatter Alt-Gewerbegebiet Ost“ anstieß. 51 Hektar umfasst das Gebiet; rund zwölf davon liegen brach, die man aktivieren wollte in Kooperation mit den Eigentümern. Ziel war und ist es, die heterogenen Bereiche neu zu ordnen und Perspektiven für eine innere Erschließung sowie einer kleingewerblichen Struktur aufzuzeigen.

Doch von Offensive bei diesem städtebaulichen Entwicklungskonzept war bislang nicht viel zu spüren. Vor zwei Jahren legten Verwaltung und Gemeinderat nach, als man für einen Teil der Großfläche den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Rauentaler Straße 47-49“ auf den Weg brachte. Der Geltungsbereich umfasst im Wesentlichen die ehemaligen Fabriken Cronauer, RTR sowie angrenzende Wohnhäuser. Wesentliche Ziele: ein Gewerbegebiet mit hochwertigen Nutzungen im Bereich Dienstleistungen, Produktion und Handwerk. Dabei will man ganz bewusst Logistiker vermeiden, die viel Fläche verbrauchen und Lkw-Verkehr erzeugen

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Gleichberechtigte Partner

Bei ihrem Projekt in Rastatt arbeitet die Hagedorn-Gruppe mit der GDD Development GmbH zusammen, einem familiengeführten Investor aus Erkrath. Dieser ist unter anderem Mitglied im Netzwerk der Hagedorn-Tochtergesellschaft „Brownfield24.com“ sowie im Deutschen Brownfield Verband (DEBV) und treibe das Thema „Nachhaltige Grundstücksentwicklung“ voran.

Die Hagedorn Unternehmensgruppe und GDD Development GmbH wollen als gleichberechtigte Partner auftreten und sich in ihren Kompetenzen ergänzen. Während die Expertise der Hagedorn Unternehmensgruppe von Rückbau und Altlastensanierung über Entsorgung und Stoffstrommanagement bis hin zur Revitalisierung und Entwicklung neuer Nutzungskonzepte reicht, wird der Erkrather Investor den Hochbau und die Vermarktung ins Auge fassen, teilt Hagedorn mit.

Anfang 2022 will man mit dem Abriss der Bestandsgebäude beginnen. Auf Nachfrage dieser Zeitung teilte Hagedorn mit, dass derzeit auf dem Areal noch an kleinere Gewerbetreibende vermietet werde. Angaben zu Investitionen, Zeitplan und möglichen Interessenten macht das Unternehmen nicht. In den meisten Fällen verkaufe man die geschaffenen Gebäude wieder; in Einzelfällen werde vermietet.

Der Stadt Rastatt dürfte die Entwicklung im Industriegebiet zupasskommen. Die Kommune erhält zwar viele Anfragen von ansiedlungswilligen Unternehmen, kann aber kurzfristig so gut wie keine Gewerbeflächen mehr anbieten.


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