Curler aus Mittelbaden landen bei WM auf Platz sieben

Sinzheim/Rastatt (fko) – Kein Glück im Spielerparadies: Das deutsche Curling-Team um den Sinzheimer Marc Muskatewitz und den Rastatter Sixten Totzek verpasst bei der WM in Las Vegas die Endrunde.

Einheit auf dem Eis: Das deutsche Curling-Team mit Marc Muskatewitz, Dominik Greindl, Sixten Totzek und Joshua Sutor (von links) bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas. Foto: Steve Seixeiro/WCF

© Steve Seixeiro

Einheit auf dem Eis: Das deutsche Curling-Team mit Marc Muskatewitz, Dominik Greindl, Sixten Totzek und Joshua Sutor (von links) bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas. Foto: Steve Seixeiro/WCF

Ihr Glück suchte die deutsche Curling-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas ausschließlich auf dem Eis. Zeit für einen Besuch im Casino blieb nicht. „Das haben wir komplett ausgelassen, weil wir uns auf den Sport fokussieren und jede Ablenkung vermeiden wollten“, berichtet Marc Muskatewitz (26), aus Sinzheim stammender Vize-Skip des deutschen Teams. Zusammen mit Skip Sixten Totzek (22) aus Rastatt führte er sein Team auf den siebten Platz – eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur WM 2021 (Rang zehn).

„Wir sind mit dem Ergebnis und unserer Leistung sehr zufrieden“, sagt Muskatewitz. Das Minimalziel, der achte Platz, wurde übertroffen und der sechste Rang, der in die Endrunde geführt hätte, wurde nur hauchdünn verfehlt. Im Vergleich zu den nach zwölf Partien punktgleichen Schweizern, gegen die ein 10:3-Sieg gelang, fehlten am Ende lediglich 10,3 Zentimeter. Um diese Distanz waren die Eidgenossen bei der Durchschnittsentfernung ihrer Steine zur Mitte des Zielbereiches (Haus) besser.

„Teams rücken näher zusammen“

„Es war extrem knapp und es wäre deutlich mehr drin gewesen“, sagt Skip Totzek zum aus deutscher Sicht bitteren Ausgang. Totzek erwähnt den Vergleich mit dem späteren Silber-Gewinner Kanada, gegen den man nach einer 5:1-Führung mit 7:11 unterlag. Auch beim 4:6 gegen die Schotten lag Deutschland zwischenzeitlich vorne. Und gegen die Tschechen (4:9) war eigentlich ein Sieg eingeplant. Dennoch sei Rang sieben eines der besten Ergebnisse der vergangenen Jahre, so Totzek. Vor dem letzten Vorrundenspiel war für das deutsche Team zwischen Rang vier und zehn noch alles möglich, nach der 4:9-Niederlage wurde es letztlich Platz sieben.

Insgesamt werde das Rennen an der internationalen Spitze immer enger, so Muskatewitz: „Die Teams rücken immer näher aneinander.“ Dies habe man auch schon bei der EM in Lillehammer im November 2021 gesehen. Dort landete Deutschland auf dem achten Platz, ein Sieg im letzten Spiel hätte dagegen den fünften Rang bedeutet. „Wir hatten viele knappe Spiele, zum Beispiel gegen Schottland (4:6). Das hätten wir auch gewinnen können“, sagt Muskatewitz. Am Ende stand im sonnigen und heißen Las Vegas eine ausgeglichene Bilanz von je sechs Siegen und Niederlagen.

Schweden zum vierten Mal in Folge Weltmeister

Die später viertplatzierten Gastgeber aus den USA schlugen die Deutschen mit 8:3, gegen den Bronze-Gewinner Italien fehlte nicht viel zu einem Erfolg. Den WM-Titel holte zum vierten Mal in Serie das schwedische Team um Skip Niklas Edin dank eines 8:6-Finalsiegs gegen Kanada. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Peking hatten die Schweden triumphiert.

Für die bei Olympia nicht präsenten Curler aus Deutschland ist der siebte WM-Platz ein versöhnlicher Abschluss einer ansonsten enttäuschenden Saison. Während die Männer nun einige Monate pausieren, steht für Klaudius Harsch aus Rastatt noch ein Großereignis auf der Agenda. Zusammen mit seiner Partnerin Pia-Lisa Schöll (Oberstdorf) tritt er in der Disziplin Mixed Doubles bei der Weltmeisterschaft in Genf (23. bis 30. April) an.

Die nationale Vorentscheidung hatte Harsch wieder einmal gegen das Duo Marc Muskatewitz/Lena Kapp (Füssen) gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft in Glasgow im Mai vergangenen Jahres verpasste das neu zusammengestellte Duo Harsch/Schöll als Zehnter im Feld der 20 Teams ein Olympia-Ticket dann nur knapp.

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Ihr Autor

Florian Konrad

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Erstellt:
12. April 2022, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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