DRF: Internationales Windensymposium am Baden-Airpark

Rheinmünster (sga) – Wenn die Hilfe aus der Höhe kommt: Die DRF-Luftrettung hat diese Woche ein internationales Windensymposium in ihrem Operation Center am Baden-Airpark veranstaltet.

Ganz schön hoch: Beim internationalen Windensymposium im Operation Center am Baden-Airpark wird gezeigt, wie eine Winde eingesetzt wird. Foto: Sarah Gallenberger

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Ganz schön hoch: Beim internationalen Windensymposium im Operation Center am Baden-Airpark wird gezeigt, wie eine Winde eingesetzt wird. Foto: Sarah Gallenberger

Es ist einer dieser harten Winter, in denen das Eis die Straßen blockiert und man den eigenen Atem sehen kann. Hoch oben im Schwarzwald ist die Schneedecke am dicksten und die Temperatur am niedrigsten. Durch die dichten Bäume ist leises Rufen zu hören, ein Wanderer ist auf dem nassen Weg ausgerutscht, einen Hang heruntergefallen und schwer verletzt. Dann ist ein Knattern zu hören – die DRF-Luftrettung kommt angeflogen.

Wenn sich so ein Hubschrauber auf den Weg macht, kann es ziemlich laut werden. „Wir werden über die Leitstelle alarmiert, die vorher entscheidet, welches Mittel am besten zur Rettung eingesetzt werden soll“, erzählt Pressereferentin Eva Baumann. Meistens handele es sich dann um einen Forstarbeiter oder Waldbesucher, der sich auf einem unzugänglichen Gelände verletzt hat und dringend medizinisch versorgt werden muss. Ausgestattet mit einer Winde und besetzt mit Pilot, Windenoperator und Notarzt steigt dann ein Helikopter in die Luft, sammelt unterwegs einen Berg- oder Höhenretter ein und fliegt zum jeweiligen Unfallort.

In einem Rettungshubschrauber, der mit einer Winde ausgestattet ist, sitzen immer Pilot, Windenoperator und Notarzt, außerdem auch noch ein Bergretter. Foto: Sarah Gallenberger

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In einem Rettungshubschrauber, der mit einer Winde ausgestattet ist, sitzen immer Pilot, Windenoperator und Notarzt, außerdem auch noch ein Bergretter. Foto: Sarah Gallenberger

Damit der Hubschrauber richtig platziert werden kann, wird der Windenoperator zum Auge des Piloten. Er lotst ihn, bis er direkt über dem Einsatzort schwebt. Weil der Bergretter das Gelände sichern und der Notarzt den Patienten versorgen muss, werden beide mit der Winde abgeseilt und später gemeinsam mit dem Verletzten, der sich in einem Bergesack befindet, wieder nach oben gezogen. „Schnellstmöglich einen Patienten versorgen und anschließend in eine Klinik bringen“, das ist laut Baumann das oberste Ziel bei einem Einsatz – und durchaus komplex.

Deshalb fand diese Woche auch das erste internationale Windensymposium der DRF-Luftrettung im Operation Center am Baden-Airpark statt. Am Donnerstag und Freitag diskutierten rund 70 Fachleute – unter anderem Piloten, Techniker und Ausbilder aus fast allen europäischen Ländern, Australien oder der USA – über die Sicherheit und Qualitätsstandards im Windenbetrieb. Welche Entwicklungen prägen den Markt? Von welchen neuen Rettungstipps und -techniken können Crews und Patienten profitieren? Als Initiator des Symposiums, mit dem eine europäische Austauschplattform für Windenhersteller und -betreiber vorangetrieben werden soll, ist die DRF-Luftrettung bereits seit über 40 Jahren aktiv.

453 Einsätze im Jahr 2020

Und von wo kommt nun die Rettungswinde, wenn im tiefen Schwarzwald ein Unfall passiert? „Seit Anfang 2020 aus Freiburg“, weiß Baumann. Aktuell handele es sich bei dem Standort in Rheinmünster lediglich um das Operation Center, in dem unter anderem die Helikopter gewartet und instandgesetzt werden. Angeflogen wird allerdings (in Kooperation mit dem Tochterunternehmen ARA-Flugrettung) nicht nur von Freiburg aus, sondern auch von Bautzen, Nürnberg, Reutte und Fresach (Österreich), Balzers in Liechtenstein, Sankt Peter Ording und Güttin auf Rügen.

Bedarf gibt es genug. Im Jahr 2020 haben die DRF-Luftrettung und ihr Tochterunternehmen insgesamt 453 Einsätze hinter sich gebracht, 233 davon waren in Österreich. Voraussetzungen dafür sind immer ein schwer zugängliches Gelände, das Fehlen einer geeigneten Landemöglichkeit für den Hubschrauber und wenn der Notarzt am schnellsten per Winde zum Patienten gelangt. An Bord sein muss dafür immer die notwendige Spezialausrüstung sowie ausgebildetes Personal.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
4. September 2021, 12:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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