DRK-Rettungswache zieht in Container

Durmersheim (manu) – Bis zur Fertigstellung eines neuen Domizils soll die DRK-Rettungswache Durmersheim in Container ziehen. Der Bauausschuss genehmigte jetzt deren Aufstellung beim „Moserareal“.

Der Dauerbrenner ist beim Bau- und Planungsausschuss vom Tisch; das Grundstück in der Durlacher Straße in Durmersheim darf nun endlich bebaut werden. Foto: Manuela Behrendt

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Der Dauerbrenner ist beim Bau- und Planungsausschuss vom Tisch; das Grundstück in der Durlacher Straße in Durmersheim darf nun endlich bebaut werden. Foto: Manuela Behrendt

Für die Dauer von fünf Jahren findet in Durmersheim die DRK-Rettungswache ein provisorisches Übergangsdomizil in einer Containeranlage. Diese soll in der Malscher Straße/Ecke Industriestraße auf einer Grünfläche beim Logistikzentrum „Moserareal“ errichtet werden.

Die Gemeinde habe „großes Interesse daran, dass die Wache bei uns im Ort bleibt“, sagte Bürgermeister Andreas Augustin. Der Durmersheimer Bau- und Planungsausschuss erteilte dem Vorhaben jetzt grünes Licht, da der DRK-Kreisverband Bühl-Achern auf neue Räumlichkeiten dränge.

Provisorium für fünf Jahre

Der seit Langem für die Wache angedachte Standort beim neuen Feuerwehrgerätehaus in der Weißenburger Straße ist zeitlich noch nicht fixierbar. Für die Überbrückungsphase, bis dort letztendlich gebaut werden kann, muss eine schnelle Lösung her.

Der geltende Bebauungsplan befinde sich aktuell im ersten Änderungsverfahren wegen der vorhandenen sechs öffentlichen Stellplätze, die ursprünglich nicht ausgewiesen waren. Für die provisorische DRK-Rettungswache werden die notwendigen Befreiungen erteilt. Inklusive sämtlicher Außenanlagen und Parkplätze wird sie auf fünf Jahre genehmigt. Eine Anpassung des Bebauungsplans ist nach Vorgesprächen mit der Baurechtsbehörde nicht notwendig. Nach dem Abbau der Containeranlage ist das Areal vollständig in den jetzigen Zustand als Grünfläche zurückzubauen.

Dauerbrenner erledigt

Ein glückliches Ende gab es für einen Dauerbrenner auf der Agenda des Durmersheimer Bau- und Planungsausschusses: Die Bebauung in der Durlacher Straße. Den vierten Anlauf, nach weiteren drei sich parallel im Verfahren befindlichen Bauanträgen, für den Abriss der Bestandsgebäude sowie die Errichtung von drei unterkellerten Reihenhäusern mit zwei Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss sowie jeweiliger Garage und Stellplatz winkte man mit knapper Mehrheit durch. Fünf Ausschussmitglieder stimmten dafür, vier waren dagegen.

Mit gleichem Votum billigte man für das Vorhaben eine Ausnahme von der Veränderungssperre, die erst im Mai in Kraft getreten war. „Allmählich nähern wir uns dem, was wir uns hier städtebaulich vorgestellt haben“, erläuterte Bürgermeister Augustin die Beschlussvorlage. Die Verwaltung könne mit dem nun vorgelegten Bauvorhaben „mitgehen“, da man vorhabe, den neu aufzulegenden Bebauungsplan „Durlacher-, Lamm- und Speyerer Straße“ in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Ganz anderer Meinung war Karin Glied (CDU). Sie wünschte sich als „vernünftige Lösung“ für das Grundstück ein Doppelhaus, um Freiflächen zu erhalten. Kritisch äußerte sie sich zudem in Bezug auf die vorgesehenen Stellplätze sowie die zurückgesetzten Garageneinfahrten.

Jürgen Kniehl (FWG) meinte: „Wir reiben uns an dem Objekt auf; die vorliegende Planung passt eigentlich dazu, wo wir mit dem Bebauungsplan hinwollen.“ Er warf ein: „Es obliegt uns nicht, die Anfahrbarkeit der Stellplätze zu genehmigen; das ist Sache der Kreisbehörde.“ Außerdem erinnerte er anhand von Beispielen im Ort daran, „wie viele Häuser heute gebaut werden mit weit weniger Freifläche als auf dem Grundstück in der Durlacher Straße“.

Keine Ausnahme vom Bebauungsplan

Weniger Glück hatte ein Häuslebauer in der Mahlbergstraße. Dort widerspricht ein Hausvorsprung, der als Überdachung des Hauseingangs dient, dem Bebauungsplan. Der Vorsprung überschreitet geringfügig die Baugrenze im Obergeschoss. In der Diskussion der Volksvertreter ging es rein ums Prinzip, für das „ganz frisch und neu“ gefasste Regelwerk nicht schon gleich wieder eine Befreiung zu erteilen. Zumal in der Bürgerfrageviertelstunde vorgreifend moniert worden war, dass „dieser Ausschuss alles durchwinkt, was mit einer Befreiung zu tun hat“. Dies sei für die jeweiligen Anwohner nicht nachvollziehbar.

Mit sechs Nein-Stimmen erteilte man dem Bauantrag eine Absage. „Bebauungspläne geben viel her, deshalb kann sich ein Bauherr durchaus an die Vorgaben halten“, meinte Matthias Maier (BuG).


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