Daimler: Starker Auftritt in schwieriger Zeit

Stuttgart/Rastatt (vo) – Die Kompakten von Mercedes haben sich 2020 sehr gut verkauft. Entgegen dem Trend der Kernmarke lieferte man weltweit 691.000 Wagen der A- und B-Klasse, CLA, GLA und GLB aus.

Vollelektrisch: In Rastatt ist kürzlich die Produktion des ersten Kompakt-SUV EQA angelaufen.  Foto: Daimler

Vollelektrisch: In Rastatt ist kürzlich die Produktion des ersten Kompakt-SUV EQA angelaufen. Foto: Daimler

Die Kompaktfahrzeuge von Mercedes haben sich im vergangenen Jahr sehr gut verkauft. Entgegen dem Trend der Kernmarke von Daimler lieferte der Hersteller weltweit 691.000 Wagen der A-Klasse, A-Klasse Limousine, B-Klasse, CLA Coupé, CLA Shooting Brake, GLA und GLB aus. Das waren 3,6 Prozent mehr als im Jahr davor.
Die unter anderem im Werk in Rastatt gebauten Kompakten gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Bilanz von Mercedes. Ihr Anteil an den Gesamtverkäufen von 2,164 Millionen Fahrzeugen liegt inzwischen schon bei knapp einem Drittel.

Insgesamt konnte Daimler die Auswirkungen der Corona-Krise vor allem im vierten Quartal weitgehend abschütteln. Von Oktober bis Ende Dezember erreichte die Marke mit dem Stern einen Absatz auf Vorjahresniveau, nachdem dieser zur Jahresmitte wegen des ersten Lockdowns mit dem Stillstand mehrerer Werke sowie geschlossenen Autohäusern um fast ein Fünftel eingebrochen war. Letztendlich ging der Jahresabsatz nur noch um 7,5 Prozent zurück, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Daimler sprach angesichts der Umstände von einer starken Absatzentwicklung in einem herausfordernden Jahr.

Die Aufholjagd im letzten Geschäftsquartal war insbesondere vom boomenden Markt in China getragen. Allein dort wurden mehr als 774.000 Mercedes verkauft – also mehr als jeder dritte. Das Plus von 11,7 Prozent war gleichzeitig ein Absatzrekord für Daimler in China. In Europa wurden im vergangenen Jahr 784.183 Pkw ausgeliefert (minus 16,4 Prozent). In Deutschland waren es 286.108 Pkw (minus 10,1 Prozent).

Vorstandschef Ola Källenius zeigte sich gestern sehr zufrieden mit der Nachfrage nach E-Modellen. Vor allem zum Jahresende hin lief der Verkauf sehr gut. „Die Verkäufe unserer Plug-in-Hybride und vollelektrischen Fahrzeuge konnten wir mehr als verdreifachen“, sagte er. Rund 160.000 waren es den Angaben zufolge weltweit, davon gut 115.000 Hybride und etwa 27.000 elektrische Smarts. Vor allem bei der bald auslaufenden Elektroversion des Stadtflitzers profitierte der Hersteller von der staatlichen Kaufprämie in Deutschland mit einem Plus von rund 50 Prozent. Vom ersten reinen Mercedes-Elektroauto, dem EQC, wurden den Angaben zufolge etwa 20.000 verkauft.

Daimler muss keine Strafzahlungen der EU für überhöhte CO2-Emissionen der Flotte fürchten. „Unsere internen Prognosen für 2020 lassen darauf schließen, dass wir die europäischen CO2-Ziele für Pkw im vergangenen Jahr erreicht haben“, sagte Källenius. Experten hatten mögliche Strafzahlungen von bis zu einer Milliarde Euro für möglich gehalten. Auch für 2021 geht Daimler davon aus, die CO2-Ziele einzuhalten, sagte Källenius.

Mercedes-Benz stellt in diesem Jahr vier neue Modelle aus der EQ-Reihe vor. Bisher gibt es neben dem EQC nur die Großraumlimousine EQV. Der E-Anteil an der Neuwagenflotte – Smart eingerechnet – lag den Angaben zufolge im vergangenen Jahr bei 7,4 Prozent. 2019 waren es zwei Prozent.

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8. Januar 2021, 17:28 Uhr
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