Damit die Tablets nicht im Schrank verstauben

Rastatt (sl) – Die Schulen im Landkreis sollen künftig Unterstützung bei der Digitalisierung erhalten. Dazu will das Medienzentrum Mittelbaden eine IT-Fachkraft einstellen.

Wenn Schulen Tablets anschaffen, dann sollen sie auch dauerhaft funktionieren. Dabei soll künftig eine IT-Fachkraft des Medienzentrums sorgen. Foto: dpa/Uli Deck

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Wenn Schulen Tablets anschaffen, dann sollen sie auch dauerhaft funktionieren. Dabei soll künftig eine IT-Fachkraft des Medienzentrums sorgen. Foto: dpa/Uli Deck

Tablets werden im Zuge der auch von Land und Bund geförderten Digitalisierung an Schulen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Aber wie das mit der Technik so ist: Sie muss auch funktionsfähig gehalten werden. Und auch die Nutzer – die Lehrer vielleicht noch mehr als die Schüler – brauchen Unterstützung. Dafür gibt es in Mittelbaden das Medienzentrum mit Sitz in Bühl. Die zentrale Verwaltung mobiler Geräte und die Schaffung einer entsprechenden Personalstelle hat der Kreisausschuss für Schulen diese Woche zugestimmt.
Gefördert durch den Digitalpakt, werden die Schulen im Landkreis jetzt und in den kommenden Jahren erhebliche in Tablets investieren, erklär Alexander Fischer, Leiter des Medienzentrums. Er geht davon aus, dass durchschnittlich pro Schule zwei Klassensätze Tablets (60 Stück) vorhanden sind. Kleinere Grundschulen haben dabei eher nur einen Klassensatz, weiterführende Schulen abhängig von ihrer Größe mehr. Diese Tablets müssen, so sie verlässlich an Schulen und im Unterricht eingesetzt werden sollen, betreut, gewartet und verwaltet werden. Das ist, wie die Betreuung und Wartung anderer Schulausstattung auch, Aufgabe des jeweiligen Schulträgers, stellt für kleinere Kommunen jedoch eine nicht nur organisatorische Herausforderung dar, argumentiert Fischer. Erfolge die Betreuung aber nicht, so die Erfahrung, sind die Tablets nach kurzer Zeit nicht mehr einsatzfähig und werden nicht mehr im Unterricht verwendet.

Pädagogik und Technik sollen sich ergänzen

Die Tabletverwaltung könne zentral über ein so genanntes „Mobile Device Management (MDM)“ erfolgen, das Apps und Dokumente verteilt, schulweite Sicherheits- und Nutzungsrichtlinien festlegt, Benutzerkonten einrichtet sowie die Geräte zentral zurücksetzt. Fischer empfahl die Bündelung beim Medienzentrum Mittelbaden, da dort Erfahrungen und Kenntnisse etwa zum Schulbetrieb vorhanden sind. Pädagogik und Technik könnten sich in der Betreuung ergänzen. Dazu gehöre schon die Beratung beim Kauf der Geräte, das zentrale Aufspielen und der Verleih der Apps auf die schuleigenen Geräte sowie die Aktualisierung von Apps und des Betriebssystems, die technische Schulung von Lehrkräften und vieles mehr. Notwendig sei hierfür die Einrichtung der Stelle eines Fachinformatikers. Die Personalkosten bezifferte Fischer mit etwa 96 000 Euro im Jahr. Urlaub könne die Fachkraft freilich nur während der Ferien nehmen, längere Ausfälle seien nicht zu überbrücken. Vor derselben Schwierigkeit stünden die größeren Schulträger wie die Baden-Baden und Rastatt, die das MDM selbst organisieren.

Im Gremium ging man allgemein davon aus, dass die Stellenbesetzung kein leichtes Unterfangen wird und kaum vor dem Start des neuen Schuljahrs realisiert werden kann. Die Stelle wäre zudem zunächst bis Ende 2024 (Ende des Digitalpakts) zu befristen. Landrat Toni Huber stellte in Aussicht, die Stelle dennoch unbefristet auszuschreiben, um qualifizierte Bewerber anzulocken. Außerdem habe man im Landratsamt selbst oder an den Kreisschulen auch künftig genug Aufgaben, die einen Informatiker auslasten.

Kreisrat Volker Kek (AfD) monierte, dass die Personalkosten zusätzlich aufgebläht würden, stimmte dann aber – wie alle Ausschussmitglieder – dem Konzept doch zu. Dieses sieht vor, dass sich die Stelle spätestens nach drei Jahren vollständig durch Entgelte der Nutzer trägt. Vor der Besetzung sollen mit den Schulträgern, also in der Regel den Kommunen, verbindliche Absichtserklärungen vereinbart werden. Sollte die Refinanzierung nicht gelingen, würde das Angebot eingestellt, hieß es.

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Erstellt:
12. März 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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