„Das Alohra ist tot“

Rastatt (ema) – Die politische Willensbildung zur Bäderfrage ist um eine weitere Schleife reicher. Im technischen Ausschuss des Gemeinderats versuchte die FW-Fraktion, die Kombibad-Pläne zu kippen.

Keine Zukunft für das Alohra: Der technische Ausschuss verwirft eine Sanierung. Foto: Archiv

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Keine Zukunft für das Alohra: Der technische Ausschuss verwirft eine Sanierung. Foto: Archiv

Stattdessen sollte der Neubau eines Hallenbads am Alohra-Standort in die Wege geleitet werden. Doch der Vorstoß fand lediglich bei SPD und FDP Unterstützung.
FW-Fraktionschef Herbert Köllner sah in dem Vorstoß eine „einmalige Chance“ für ein neues Hallenbad „an dem beliebten Standort Leopoldring“. Der Standort sei erschlossen, das erarbeitete Raumprogramm könne übernommen werden, trotz zweier Standorte wären die Investitionen geringer und auf dem Schwalbenrain könnte man die großzügige Freibad-Fläche erhalten. Der Antrag, das Alohra zügig abzureißen und einen Architektenwettbewerb für das neue Hallenbad in die Wege zu leiten, fiel jedoch mit 6:9 durch.

OB Hans Jürgen Pütsch hatte zuvor davor gewarnt, diesen „Schritt rückwärts“ zu gehen, weil man damit Zeit verliere und das Hallenbad-Format der Kombilösung ohnehin nicht am Leopoldring umsetzbar wäre.

Von den Kombibad-Befürwortern musste sich FW-Chef Köllner harschere Töne anhören. Roland Walter (Grüne) warf ihm Populismus und fehlende Haltung vor. Der Grünen-Chef wunderte sich, dass Argumente aufgetischt würden, „die alle schon mal entkräftet wurden“. Ebenso wie Daniel Götz (FuR) verwies er vor allem auf die Synergieeffekte, die mit einem Kombibad vor allem bei den Betriebskosten erzielt würden. „Manche haben den Knall noch nicht gehört“, meinte Mathias Köppel (CDU) und gestand selbstkritisch ein, dass der Gemeinderat ohnehin schon Schuld trage, weil sich die Bäderfrage so lange hinziehe.

Votum für Freilufthalle

Mit der Bestätigung der Kombibad-Pläne empfahl der der Ausschuss bei elf Ja- und drei Nein-Stimmen zugleich dem Gemeinderat ein Raum- und Funktionsprogramm für die Vorbereitung und Auslobung des Architektenwettbewerbs. Optionale Bausteine sind ein Springerbecken, ein Rutschenturm mit Landebecken und ein erweitertes Freibad – Wünsche, deren Verwirklichung von den Architektenplänen und der Kostenentwicklung abhängen werden.

Rückhalt bekam die Verwaltung mit ihrem Vorschlag, das marode Alohra aufzugeben und stattdessen mit einer Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken im Freibad einen ganzjährigen Bäderbetrieb sicherzustellen, solange das Kombibad auf sich warten lässt. „Das Alohra ist tot“, brachte Mathias Köppel (CDU) die Mehrheitsmeinung auf den Punkt. Sein Vorschlag, die Gelder für die Notlösung zu sparen und lieber in die Ausstattung des künftigen Bads zu stecken, fand im Ausschuss keine Unterstützung. Konsens war, dass man Vereinen, Schulen und sonstigen Schwimmern ein Angebot machen müsse. Die von Köppel geäußerten Zweifel, dass eine Traglufthalle, wie das Beispiel Konstanz zeige, für zu kühle Außen- und Wassertemperatur sorge, wies eine von der Stadt beauftragte Planerin zurück. Man könne eine Wassertemperatur von 26 Grad halten. Außerdem sind die Stadtwerke beim Betrieb nicht auf die angeschlagene Freibad-Technik angewiesen, weil die Traglufthalle bei der Technik autark sei.


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