Das Christkind zieht in Sulzbach ein

Gaggenau (ncs) – Die „wachsende Weihnachtskrippe“ erfreut die Besucher in der Kirche St. Anna.

Das Gemeindeteam (von links): Katja Becker, Monika Bender, Marlies, Julia und Arthur Haitz, Regina Geppert, Josef Lust und Heide Seibold. Foto: Nicole Stichling

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Das Gemeindeteam (von links): Katja Becker, Monika Bender, Marlies, Julia und Arthur Haitz, Regina Geppert, Josef Lust und Heide Seibold. Foto: Nicole Stichling

Willkommen! An Heiligabend ist es endlich so weit: Die zentrale Figur, das Jesuskind, zieht in die Sulzbacher Weihnachtskrippe ein. Jetzt ist die Bethlehem-Szenerie, die seit dem ersten Advent hier entsteht, fast komplett. Nur noch die drei Weisen aus dem Morgenland werden am 5. Januar erwartet, wenn die kindliche Delegation der Heiligen Drei Könige durchs Dorf zieht.

Die wachsende Weihnachtskrippe ist eine bedächtige Herangehensweise an das Thema Weihnachten. Es gibt keinen großen Wow-Effekt. Kein Vorhang hebt sich und enthüllt zur Christmette das prächtig ausgeleuchtete Bild rund um Jesu Geburt – so als wäre plötzlich Weihnachten.

Spannungsbogen über Wochen hinweg

Stattdessen entfaltete sich über fast fünf Wochen hinweg ein Spannungsbogen: Pünktlich zum ersten Advent stand der Stall auf weichem Moos bereit. An den folgenden Adventssonntagen kam sukzessive Weiteres hinzu. Die Hiesigen: Hirten und Schafe, Esel und Rind. Die Angereisten: Marie und Josef. Die Himmlischen: der Stern, der das große Ereignis weithin sichtbar ankündigt, und die Engelschar. Selbst Pflanzen blühten mit der Zeit auf. „Es gab immer etwas zu entdecken, was die Kinder bei jeder Stippvisite in der Kirche toll fanden. „Wir haben das gerne in unsere Weihnachtsvorbereitungen eingebunden und regelmäßig geschaut, was sich so getan hat“, berichtet Theresa Renz, Leiterin des Kindergartens.

„Die wachsende Weihnachtskrippe ist eine Einladung, sich ganz bewusst und immer wieder mit Weihnachten zu beschäftigen, die Vorfreude zuzulassen und in Weihnachtsstimmung zu kommen“, erläutert Gemeindeteamsprecher Josef Lust seine Idee hinter dem Projekt. Den Anstoß dazu bekam Lust bei einem Workshop für Gemeindearbeit 2020. „Wir sollten uns damals fragen: ‚Was brauchen unsere Mitmenschen in diesen besonderen Zeiten?‘ Erstmals stand ein Advent während einer globalen Pandemie bevor.“

Willkommen Jesuskind! An Heiligabend ist die Weihnachtskrippe in Sulzbach nach vier Adventswochen fast komplett. Foto: Julia Haitz

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Willkommen Jesuskind! An Heiligabend ist die Weihnachtskrippe in Sulzbach nach vier Adventswochen fast komplett. Foto: Julia Haitz

Daraus entwickelte das achtköpfige Gemeindeteam die „Wachsende Krippe“; ein ganztägiges, individuelles und auch kontaktarmes Adventsangebot; eine Tür, die über die Gottesdienstzeiten hinaus für jeden offensteht – und immer wieder gern genutzt wird. Ergänzt seit diesem Jahr von einem Faltblatt mit Advent-Impulsen und passenden Musikclips, das bis zur Christmette an der Krippe ausliegt.

„Die Vorbereitung auf Weihnachten zu überdenken, war für uns auch eine Gelegenheit, das ganze Bild wahrhaftiger zu gestalten. Wir haben den festlichen Glitzer und Glanz zurückgefahren und den Fokus auf das Wesentliche gelenkt: dass Gott Mensch wurde auf die menschlichste Weise und unter ärmlichsten Bedingungen“, erklärt Julia Haitz aus dem Gemeindeteam. Sie ist federführend für den Aufbau der Krippe und deren „Wachstum“ zuständig und merkt als positiven Nebeneffekt an, dass die neue Vorgehensweise das Schmücken der Kirche sehr entzerre.

Denn auch so hatten die Aktiven noch genug zu tun: Neben den regulären, zahlreichen Aufgaben organisierten sie die Sulzbacher Teilnahme am ökumenischen Adventskalender der Gaggenauer Kirchen und wirkten an einer besonderen Lesung des Weihnachtsevangeliums mit: Es handelt sich um eine Video-Collage von Mitgliedern aus der Seelsorgeeinheit Hörden-Ottenau-Selbach-Sulzbach.

Die Weihnachtskrippe kann bis einschließlich 8. Januar in der Sulzbacher Kirche St. Anna besucht werden.

Die Frohe Botschaft ist hier abrufbar.

Ihr Autor

Nicole Stichling

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Erstellt:
24. Dezember 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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