Das Ehrenamt im Bezirk

Baden-Baden (naf) – Annika Rest wurde für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Kategorie „50 Jahre Frauenfußball/junge Fußballhelden im DFB“ geehrt. Vorgeschlagen wurde sie von Hans Divo.

Gelungene Überraschung: Hans Divo überreicht Annika Rest ihr DFB-Präsent. Foto: Privat

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Gelungene Überraschung: Hans Divo überreicht Annika Rest ihr DFB-Präsent. Foto: Privat

Die Überraschung war groß, als Annika Rest bei einem gewöhnlichen Heimspiel des VfB Unzhurst mit ihren Mannschaftskolleginnen auf den Platz einlief. Denn der Anpfiff blieb aus, anstelle des Spielballs bekam Rest plötzlich ein „DFB-Dankeschönpaket“ in die Hand gedrückt. Die 22-Jährige engagiert sich bereits seit sechs Jahren im Verein, dafür wurde sie nun als Verbandssiegerin des Ehrenamtspreises in der Kategorie „50 Jahre Frauenfußball/junge Fußballhelden im DFB“ geehrt.

„Ich habe mich natürlich sehr gefreut“, sagt Rest, die neben ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten selbst aktiv bei den Frauen spielt. Solch eine Wertschätzung sei eine „sehr große Motivation“ für die Trainerin der B-Juniorinnen, die zusätzlich auch alle Aufgaben im Frauenbereich koordiniert, Spiel- und Vorbereitungspläne schreibt, Veranstaltungen plant und Testspiele organisiert. Und natürlich steht sie selbst fast täglich auf dem Rasen – wenn nicht gerade eine Pandemie den Amateursport lahmlegt.

„Ohne so ein Ehrenamt wäre die Vereinskultur im Fußball nicht machbar“, sagt Hans Divo. Der Ehrenamtsbeauftragte des Fußballbezirks will Vereine animieren, Menschen, die unentgeltlich helfen und dabei eher im Hintergrund stehen, für ihre Arbeit zu ehren. Er hat auch Rest für den Preis vorgeschlagen. Ein Gremium entschied dann anhand der Ehrenamtsleistungen, wer ausgezeichnet wurde. Alle Preisträger des Bezirks sind automatisch für die Verleihung auf Verbandsebene nominiert, deren Sieger wiederum für die auf Bundesebene. „Dabei geht es nicht um die Urkunde oder das Präsent, sondern um die Wertschätzung“, sagt Divo, „wenn das dann durch die Presse publik wird, werden viele erst darauf aufmerksam und engagieren sich auch.“

„Da ist noch viel zu tun“

Und zusätzliches Engagement wäre nötig, denn wie Divo beobachtet, sind Freiwillige „auf jeden Fall weniger geworden“. Dem will er entgegenwirken. „Doch dafür bräuchten wir bei jedem Verein Ansprechpartner. Da ist noch viel zu tun.“

Das weiß auch Annika Rest. „Wenn es darum geht, Helfer zu finden, muss man schon ziemlich lange nachbohren“, sagt die leidenschaftliche Fußballerin. Woran das liegt? „Die Vereinszugehörigkeit ist nicht mehr so stark wie früher“, sagt die Sportlerin. Immer weniger wollen sich ehrenamtlich betätigen, immer mehr sehen nur die Arbeit und vergessen die Vorzüge. „Dabei kann man nur davon profitieren. Und man kann auch nichts falsch machen“, macht Rest Mut.

Mit seinem Patenkonzept will der VfB Unzhurst genau diese schönen Seiten des Ehrenamts aufzeigen. Dabei können ältere Spieler als Pate im Jugendtraining oder bei einem Spiel vorbeischauen, hier und da mal eine Übung übernehmen und ohne allzu große Verantwortung unterstützen. „Durch diese Erfahrung entscheiden sich viele dazu, doch Trainer zu werden“, meint Rest.

Sie selbst sei da „irgendwie so reingerutscht“. Seit ihrem vierten Lebensjahr hat Rest regelmäßig selbst den Ball am Fuß, seit 2014 spielt sie in Unzhurst und trainierte gleich zu Beginn die Mannschaft der D-Juniorinnen. Ihre Vorgängerin habe sie bei der Koordination des Frauenbereichs unterstützt, ehe Rest den Bereich später dann komplett übernahm.

Eine Bildungsreise nach Spanien, die Teil ihrer Auszeichnung ist, kann Rest coronabedingt zwar erst 2021 antreten, das größte Geschenk ist für die junge Trainerin allerdings ohnehin „die Dankbarkeit der Kinder“.


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