„Das Fest“: Was sich 2022 ändern soll

Karlsruhe (BNN) – Klassisch beginnt der Vorverkauf für „Das Fest“ an Weihnachten. 2021 ist das nicht so. Was planen die Macher überhaupt für das Festival 2022? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

So voll soll es nicht mehr werden: Zuletzt tummelten sich bis zu 42.000 Besucher auf dem Hügel. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

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So voll soll es nicht mehr werden: Zuletzt tummelten sich bis zu 42.000 Besucher auf dem Hügel. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

Nach dem Fest ist vor dem Fest, diese Regel gilt auch nach zwei Jahren Corona-Zwangspause in der Günther-Klotz-Anlage. Die Vorbereitungen für das Open-Air laufen. Und einiges wird anders sein als gewohnt – inklusive der Dauer des Festivals. Niemand kann sagen, wie sich die Pandemie entwickelt. „Wir können aber nicht bis zum Frühjahr warten und dann erst loslegen“, erläutert Martin Wacker, Chef der veranstaltenden Karlsruhe Marketing und Event (KME) GmbH. Die Planungen liefen deshalb bereits jetzt ganz konkret. Es gebe Gespräche mit Künstlern. „Auch mit den Sponsoren müssen wir in dieser Zeit reden, weil die aktuell ihre Etats planen.“ Es zeige sich, dass die Unterstützer dem Festival die Treue halten. Insgesamt sind Wacker und sein Team zuversichtlich, dass „Das Fest“ Ende Juli stattfinden kann.

Wann ist der genaue Termin?
Am Hügel soll 2022 vom 21. bis 24. Juli gefeiert werden. Das ist eine Neuerung: Erstmals soll der Idee zufolge bereits am Donnerstagabend Programm auf der Hauptbühne laufen, das Vor-Fest wäre damit an diesem Tag schon vorbei. „Wir planen am Donnerstag als Bonus-Tag einen sanfteren Einstieg“, erklären Wacker und sein Kollege Markus Wiersch. Einen Night Club werde es am Freitag und Samstag, nicht aber am Donnerstag und Sonntag geben. Der Donnerstag als Warm-up ist Stand jetzt erst einmal eine Idee für 2022.

Wird es auf dem Hügel so voll werden wie früher?
Nein. Die Verantwortlichen wollen den Zugang zum Hügel mehr begrenzen. Zuletzt tummelten sich dort bis zu 42.000 Besucher. „Wie viele wir reinlassen dürfen und werden, wissen wir noch nicht exakt“, erläutert Wiersch. In jedem Fall wolle man aber die Marke von 30.000 überschreiten. „Natürlich hängt es davon ab, welche Vorgaben dann gelten.“ Auch müsse man sehen, wie sich die Infrastruktur – etwa durch neue Hygienevorgaben – verändern müsse. „Klar ist, dass wir die Hauptbühne haben. Der Hügel ist da. ,Das Fest‘ bleibt ,Das Fest‘“, so Wacker. Er ist sicher, dass es die berühmten Bilder vom feiernden Hügel auch mit etwas weniger Menschen gibt. „Aber man hat mehr Platz zum Sitzen und Bewegen, kommt leichter an den Getränkestand.“ Zur Erinnerung: Als 2009 Peter Fox auftrat, standen Schätzungen zufolge zwischen 60.000 und 80.000 Menschen am Hügel. „Das Fest“ stand nach diesem Gedränge auf der Kippe. „Schon seit damals ist klar, dass wir kein stetiges höher, größer, weiter wollen“, sagt Wacker.

Wie sieht es aus mit dem Ticketpreis?
Der soll bei zehn Euro pro Tag bleiben. Zwar kämpfen die Organisatoren mit Mehrkosten, die etwa dem gestiegenen Mindestlohn, den Energiekosten und auch neuen Hygienevorgaben geschuldet sind. Dennoch will man nicht an der Preisschraube drehen. Tickets werden nun erstmals für vier Tage, nämlich für Donnerstag bis Sonntag verkauft. „Weiter bleiben aber 70 Prozent des Programms frei zugänglich“, versichert Wiersch.

Ab wann gibt es Tickets zu kaufen?
Traditionell startete der Verkauf zu Weihnachten. Nicht so dieses Jahr. 2022 werden die Karten voraussichtlich ab dem Frühjahr, vielleicht zu Ostern zu haben sein, glaubt Wacker. Wer noch Tickets für 2020 zu Hause hat, kann diese zurückgeben. Wahlweise kann man sein Geld zurückbekommen oder es für „Das Fest“ spenden. „Die damals gekauften Karten werden 2022 nicht gültig sein“, stellt Wacker klar. Für das am Ende wegen Corona abgesagte Festival 2020 waren bereits 120.000 Tickets verkauft. Rund 85.000 wurden zurückgegeben. „Jedes fünfte Ticket wurde uns geschenkt“, bilanziert Wacker. Die Option, sein Geld zurückzubekommen, besteht bis Ende 2023. „Wer uns das Geld schenken möchte, sollte aktiv werden und uns das mitteilen“, erklärt Wacker.

Gibt es schon Namen, wer auf der Bühne steht?
„Wir haben für jeden Abend einen Top-Act mit der jeweiligen Agentur fest optioniert“, verrät Wiersch. Namen will er noch nicht nennen. 2020 wollte man das komplette Programm um ein Jahr auf 2021 verschieben. Da machte Corona aber erneut einen Strich durch die Rechnung. Eine weitere Verschiebung auf 2022 ist nicht vorgesehen. Insofern bleibt es spannend, wer kommt. Erste Namen sollen im Frühjahr bekannt werden.

Sind weitere Veränderungen geplant?
Ja, es gibt weitere Neuerungen. Weil die Europahalle Baustelle ist, können dort nicht wie gewohnt Polizei und Jugendschutz ihre Zelte aufschlagen. In der Folge muss die Infrastruktur verändert werden und der Sportpark umziehen. Der wird nicht vor der Europahalle, sondern auf der DJ-Bühne aufgebaut. „In diesem Bereich geht der Betrieb sonst erst abends los. Jetzt wollen wir das Areal hybrid bespielen“, erklärt Kevin Leider, der bei der KME ein Duales Studium absolvierte und nun im Bereich Events arbeitet. Gemeinsam mit weiteren jungen Mitarbeitern prüfte er, welche Änderungen sinnvoll sind. Am Ende stand unter anderem, dass auf der DJ-Bühne tagsüber Sport gemacht und abends gefeiert wird.

Die Besucher wünschen sich mehr Sitz- und Chill-out-Flächen. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

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Die Besucher wünschen sich mehr Sitz- und Chill-out-Flächen. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

Wurden auch die Besucher gefragt, was sie möchten?
Ja, bei der Ticketrückgabe gab es online eine Abfrage. Rund 1.500 Teilnehmer machten Vorschläge. „Der Großteil ist zufrieden mit dem Angebot“, sagt Leider. Gewünscht würden mehr Sitz- und Chill-out-Flächen, das wolle man angehen. Einige fänden es schön, wenn man auf dem Gelände mit EC-Karte zahlen könnte. „Das hängt vom WLAN ab“, so Wacker. Wichtig sei vielen Besuchern, soziale Projekte zu unterstützen. „Es wird das Entenrennen geben“, versichert Wacker. Auch die Ehrenamtmeile ist wieder vorgesehen. „Das Fest ist wie eine Familie“, sagt Wacker. Man verändere Dinge „mit den Fans, für die Fans“.

Was kommt noch neu, was bleibt?
Die India Summer Days eine Woche vor dem Fest gibt es im Zuge des städtischen Sparkurses nicht mehr. Bis 2019 starteten sie als Teil des Vor-Festes. Nun soll das Programm Teil des Kreativdorfes auf dem Aktivspielplatz werden, jedoch erst am „Fest“-Wochenende. Die Feld- und die Kulturbühne sind wie gehabt vorgesehen, ebenso die Mobil-Spielaktion für Kinder. Das Klassik-Frühstück am Sonntag bleibt gesetzt. Auch die Klimaakademie soll es wieder geben.

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Ihr Autor

BNN-Redakteurin Tina Givoni

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Erstellt:
2. Dezember 2021, 16:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 4min 11sec

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