Das Publikum muss zu Hause bleiben

Baden-Baden (kie) – Wegen der Pandemie sagt das Festspielhaus die geplanten Mai- und Pfingstfestspiele ab. Stattdessen soll es zum dritten Mal ein digitales Hausfestspiel geben.

Auch im Mai bleibt das Konzerthaus geschlossen. Ein herber Rückschlag: Geplant waren eigentlich zwei Festivals vor Publikum. Foto: Thomas Viering

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Auch im Mai bleibt das Konzerthaus geschlossen. Ein herber Rückschlag: Geplant waren eigentlich zwei Festivals vor Publikum. Foto: Thomas Viering

Und wieder heißt es warten: Das Festspielhaus muss auch im Mai seine Türen für Zuschauer geschlossen halten. Wie gestern bekannt wurde, werden wegen der Corona-Pandemie alle öffentlichen Veranstaltungen im Mai abgesagt. Damit können die verkürzten Mai- und die Pfingstfestspiele nicht wie geplant stattfinden. Stattdessen soll es erneut ein digitales Hausfestspiel geben.

Grund für die Absage ist die aktuelle Landesverordnung, die den Spielbetrieb bis zum 16. Mai grundsätzlich verbietet. Die geplante Residenz der Berliner Philharmoniker, die als Ersatz für die ausgefallenen Osterfestspiele vom 6. bis 9. Mai in der Kurstadt hätte stattfinden sollen, ist damit zunächst passé. Und auch die vom 13. bis 24. Mai geplanten Pfingstfestspiele, bei denen es eine neue Choreografie von John Neumeier und einen Beethoven-Zyklus hätte geben sollen, ist vom Tisch – „da der Vorlauf für das Festival zu kurz wäre“, heißt es vom Festspielhaus in einer Mitteilung.

Künstler auf der Bühne, Zuschauer zu Hause

Anstelle der Mai- und Pfingstfestspiele soll nun vom 13. bis 16. Mai ein digitales Hausfestspiel stattfinden – zum dritten Mal werden dann Künstler auf der Festspielhausbühne stehen, während die Zuschauer das Geschehen mittels Live-Streams von zu Hause aus verfolgen können. „Die Planungen laufen auf Hochtouren“, sagt Kommunikationsdirektor Rüdiger Beermann. Es gebe derzeit viel zu organisieren für das digitale Festival, etwa die Anreise oder das technische Setup.

Beim Hausfestspiel Mitte Mai werden das SWR Symphonieorchester und verschiedene Gast-Solisten musizieren. Das genaue Programm der kostenfreien Live-Streams sei derzeit noch „sehr flexibel“, so Beermann, werde aber in den kommenden Tagen bekannt gegeben.
Die Absage der Veranstaltungen im Mai trifft das Festspielhaus hart. Seit März vergangenen Jahres hat das Konzerthaus wegen Corona geschlossen, nur im Herbst konnte es einen knappen Monat öffnen. Nun habe man einen „kompletten Umsatzausfall“ auch im Mai, resümiert Beermann.

Benedikt Stampa, Intendant des Festspielhauses zeigt sich enttäuscht – und versucht trotzdem, Hoffnung zu verbreiten: „Ein weiterer Monat ohne Publikum im Haus schmerzt mich sehr. Wir können nur geduldig bleiben und hoffen, dass uns der Sommer wieder zueinander bringt. Veranstalter, Künstler, Publikum: es ist allerhöchste Zeit.“

Bereits gekaufte Eintrittskarten für die Veranstaltungen im Mai können wie bisher auch entweder für die kommende Saison umgetauscht, in Gutscheine umgewandelt oder gespendet werden.


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