Das „Römische Haus“ bei Schloss Rotenfels

Gaggenau/Kuppenheim (tom) – Der Präsident der Weinbrenner-Gesellschaft möchte das „Römische Haus“ bei Schloss Rotenfels neu aufbauen.

Das „Römische Haus“ heute. Foto: Thomas Senger

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Das „Römische Haus“ heute. Foto: Thomas Senger

Als „Hexentanzplatz“ ist er im Volksmund bekannt, der Rest des „Römischen Hauses“ von Friedrich Weinbrenner am Schanzenberg beim Kurpark von Bad Rotenfels aus dem Jahr 1804. Nun könnte der „Hexentanzplatz“ hinter Schloss Rotenfels, am Fuß des Schanzenbergs, zu neuem Leben erwachen.

Nur noch als Ruine ist das Gebäude erhalten, es dämmert abseits des Schlossparks seit Jahrzehnten vor sich hin. Der Gaggenauer Arbeitskreis Tourismus-Freizeit (AKTF) berichtete nun aber gestern, dass „seitens der Stadt Kuppenheim eine bauliche Veränderung des jetzigen Römischen Hauses in Abstimmung mit der Stadt Gaggenau erwogen“ werde. Was nur wenig bekannt ist: Die Ruine liegt auf Gemarkung der Stadt Kuppenheim. Und auch der Ideengeber für die „bauliche Veränderung“ wohnt in Kuppenheim: Dr. Ulrich Maximilian Schumann, Präsident der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft in Karlsruhe.

Die altkolorierte Radierung von Johann Georg Primavesi nach einer Zeichnung von Carl Ludwig Kuntz aus dem Jahr 1806 zeigt rechts das „Römische Haus“ mit seinen vier Säulen; auf der linken Seite ist die Kirche St. Laurentius. Foto: Archiv Michael Wessel

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Die altkolorierte Radierung von Johann Georg Primavesi nach einer Zeichnung von Carl Ludwig Kuntz aus dem Jahr 1806 zeigt rechts das „Römische Haus“ mit seinen vier Säulen; auf der linken Seite ist die Kirche St. Laurentius. Foto: Archiv Michael Wessel

Er hat Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler bereits einen Entwurf gezeigt, wie das Römische Haus in einem neuen Glanz erstrahlen könne: „Ein sehr interessantes Projekt“, sagte Mußler gestern im BT-Gespräch. Der einstige Holzaufbau könnte originalgetreu in einer Höhe von knapp sechseinhalb Metern wieder aufgebaut werden. Er habe Schumann geraten, zeitnah eine Bauvoranfrage zu stellen. „Denn bei allem Enthusiasmus muss das Baurecht beachtet werden“, gab der Bürgermeister zu bedenken. Schließlich liegt das Römische Haus im Außenbereich.

Ulrich Maximilian Schumann hält sich mit weiteren Informationen zurück. Zunächst müsse die Forstverwaltung ihr Einverständnis in Form eines Gestattungsvertrags dokumentieren, betonte Schumann.

Einst ein Ort für adlige Gäste

Das Römische Haus war 1804 von Friedrich Weinbrenner als Garten- und Lusthaus für adlige Gäste erbaut worden. Der Aufbau wurde 1899 abgerissen. Das Vorgängerbauwerk aus dem 17. Jahrhundert wurde 1796 von französischen Truppen zerstört. Nur der Felsenkeller dieser Solitude (Einsiedelei) überdauerte die Zerstörung, wie Heimatforscher Michael Wessel berichtet. Auf dem Keller ließ sich Karoline von Hochberg vom badischen Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner besagtes Lusthaus errichten. Das sehr viel bekanntere und auch von der Bundesstraße sichtbare Schloss Rotenfels war eine Eisenschmelze und ab 1802 Keramikmanufaktur, ehe es von Friedrich Weinbrenner umgebaut wurde.


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