Das Schienennetz kräftig ausbauen

Karlsruhe (win) – Der Fahrgastverband Pro Bahn legt das Entwicklungskonzept „2025plus“ vor.

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert, das Schienennetz in der Region Karlsruhe kräftig auszubauen. Foto: Carsten Koall/dpa

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Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert, das Schienennetz in der Region Karlsruhe kräftig auszubauen. Foto: Carsten Koall/dpa

Wenn sich die Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) – wie von der Landesregierung angestrebt – im Vergleich zu 2010 bis 2030 tatsächlich verdoppeln sollen, dann muss das Schienennetz in der Region Karlsruhe kräftig ausgebaut werden. Dies fordert der Fahrgastverband Pro Bahn in seinem Entwicklungskonzept „2025plus“.

Rund ein Jahr lang hat sich eine Arbeitsgruppe um den Bietigheimer Willy Pastorini mit der Thematik beschäftigt, herausgekommen sind 37 Projekte mit einer Gesamtstreckenlänge von 356 Kilometern. Pro Bahn nimmt für sich in Anspruch, in „einer gesamthaften Darstellung“ (Pastorini) die vorgeschlagenen Projekte mit dem aktuellen Angebot verknüpft zu haben. „Von außen einwirkende Rahmenbedingungen wie der Deutschland-Takt sind ebenso berücksichtigt wie die anstehende Inbetriebnahme der Karlsruher Kombilösung.“

Umsteigeverbindungen möglichst optimal gestalten

Auch dass in absehbarer Zeit die Karlsruher Zweisystemfahrzeuge im Murgtal nur noch bis Forbach und auf der Rheintalstrecke nur noch bis Baden-Baden fahren, sei mit eingearbeitet. Ziel sei es unter anderem, Umsteigeverbindungen möglichst optimal zu gestalten und das Angebot auszuweiten. Als ein Beispiel nannte Pastorini den Bahnhof Rastatt, wo künftig Bahnen aus dem Murgtal und jene aus Richtung Baden-Baden möglichst zeitgleich und am selben Bahnsteig ankommen könnten. Der Umstieg in Richtung Ettlingen beziehungsweise Richtung Durmersheim werde dann ohne größeren Zeitverzug möglich.

Ganz ohne Erweiterung der Infrastruktur wird eine spürbare Verbesserung des Angebots ohnehin nicht gelingen. Insgesamt neun Projekte im Straßenbahn- und Stadtbahnbereich werden aufgelistet, sowie 14 Ausbauvorhaben auf DB-Strecken, die teilweise auch dem überregionalen Schienenverkehr zugutekommen würden.

Auf der oberen Murgtalstrecke werde eine zusätzliche Kreuzungsmöglichkeit nötig, nördlich von Durmersheim soll ein drittes oder gar viertes Gleis in Richtung Karlsruhe eine Verdichtung des Angebots ermöglichen, und auch die Verlängerung der S2 von Rheinstetten nach Durmersheim-Bahnhof ist mit aufgenommen.

2030 als Zielkorridor

Der Blick geht auch über den Rhein. Neben dem Ausbau der Strecke Wörth – Straßburg, die bei Störungen auf badischer Seite als Umleitungsstrecke dienen könnte, wird auch die Reaktivierung der Rheinbrücke Wintersdorf als wünschenswert aufgeführt.

Viele der vorgeschlagenen Projekte sind zwar schon geraume Zeit in der Diskussion, Pro Bahn hat aber in einer Fleißarbeit deren Auswirkungen auf das bestehende und künftige Fahrplanangebot berücksichtigt. Als Zielkorridor wird das Jahr 2030 angestrebt.


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