„Das ist ein Klasse-Angebot vom Arbeitgeber“

Kuppenheim (sawe) – Das Dienstfahrradleasing der Stadt Kuppenheim nimmt Fahrt auf: Zehn Mitarbeitende haben sich bisher dafür entschieden: „Das ist ein Klasse-Angebot vom Arbeitgeber“, sagt einer.

Zufrieden: Simon Mauterer und Ina Werner nutzen bereits das Dienstfahrradleasing. Sarah Weber (Mitte) geht davon aus, dass die Nachfrage mit den wärmeren Temperaturen steigen wird.  Foto: Sabine Wenzke

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Zufrieden: Simon Mauterer und Ina Werner nutzen bereits das Dienstfahrradleasing. Sarah Weber (Mitte) geht davon aus, dass die Nachfrage mit den wärmeren Temperaturen steigen wird. Foto: Sabine Wenzke

Ina Werner ist bisher nicht so gerne Fahrrad gefahren. Das hat sich seit Kurzem geändert, seit die 32-Jährige von ihrem konventionellen Fahrrad auf ein E-Bike umgestiegen ist. Die stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Bauen nutzt damit ein Angebot ihres Arbeitgebers, der Stadt Kuppenheim. Diese bietet seit Anfang des Jahres ihren Mitarbeitenden ein Dienstfahrradleasing an. „Fahrradfahren macht jetzt deutlich mehr Spaß“, bestätigt die Iffezheimerin lachend, zumal sie nun auch mal am Wochenende mit ihrer Familie ausgedehntere Radtouren unternehmen kann.
Radfahren fördert die Fitness, trainiert Herz und Lunge und verbessert die Ausdauer: Das weiß auch Simon Mauterer, Leiter des Fachbereichs Finanzen. Der passionierte Mountainbike-Fahrer hat sich ebenfalls für ein Dienstfahrradleasing entschieden und ist hochzufrieden: „Das ist ein Klasse-Angebot vom Arbeitgeber.“ Den alltäglichen kurzen Weg zum Rathaus legt der sportliche Kuppenheimer zwar lieber zu Fuß zurück, doch in seiner Freizeit radelt er gerne mit seiner Partnerin längere Strecken mit dem E-Bike. Zudem weiß der 45-Jährige abendliche Ausfahrten unter der Woche zu schätzen, bei denen man sich nicht immer unbedingt anstrengen will: „Das ist ein mentaler Ausgleich zum Arbeitsalltag, da bekommt man den Kopf schnell frei.“

Gesundheitsvorsorge und Umweltschutz

Die Stadt Kuppenheim will die Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter fördern und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, nennt Sarah Weber, Leiterin für Personal und Organisation, die Gründe für die Einführung des Fahrradleasings in Kuppenheim, das auch schon andere Gemeinden praktizieren. Kommunale Arbeitgeber können ihren Beschäftigten seit 1. März 2021 eine Entgeltumwandlung für das Fahrradleasing anbieten. Grundlage dafür ist der Tarifvertrag Fahrradleasing mit dem Ziel, die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst attraktiv zu halten. Die Ersparnis gegenüber dem Direktkauf kann bis zu 40 Prozent betragen. Und: „Das Tolle daran ist, dass man das Rad auch privat nutzen kann, das macht das Angebot besonders attraktiv“, stellt Weber heraus.

Die Beschäftigten in Kuppenheim haben die Möglichkeit, über eine Gehaltsumwandlung ein Dienstfahrrad bei der Kazenmaier Fleetservice GmbH (Karlsruhe) zu leasen, mit der die Stadt einen Vertrag hat. Sobald die Formalitäten erledigt sind, erhalten sie ein Einkaufszertifikat für einen Händler ihrer Wahl, der mit Kazenmaier zusammenarbeitet. Dort können sie dann ihr Wunschfahrrad abholen, das sie sich zuvor bis zu einem Preis von maximal 7.000 Euro ausgesucht haben, egal ob konventionelles Rad oder mit Antrieb. Dieses dürfen sie dann 36 Monate lang testen und sich dann entscheiden, ob sie es für 17 Prozent des Kaufpreises erwerben wollen oder nicht, listet Weber die Vorzüge auf. Weil das Ganze im Rahmen der Entgeltumwandlung läuft, sind steuerliche Vorteile damit verbunden: Die Leasingraten werden vom Bruttolohn abgezogen und dieser erst danach versteuert. Die Stadt spendiert das komplette Versicherungspaket mit Rundumschutz, Pannenhilfe, UVV-Prüfung und alljährlichem Check-up. Deren Aufwand hierfür beträgt laut Weber pro Monat und Drahtesel zwischen 20 und 50 Euro, je nachdem, wie viel das Jobbike kostet.

Mehr Anfragen erwartet, wenn es wärmer wird

Zur Veranschaulichung macht Weber eine Beispielrechnung auf: Bei einem angenommenen Bruttoverkaufspreis des Rads von 4.000 Euro und einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.400 Euro beträgt die Leasingrate, die im Rahmen der Entgeltumwandlung vom Bruttogehalt abgezogen wird, 115,99 Euro. Die Versicherungsleistungen in Höhe von 24,65 Euro übernimmt der Arbeitgeber. Tatsächlich mindert sich das Nettoeinkommen aber nur um 65,21 Euro.

Aktuell zählt die Verwaltung 125 Mitarbeitende, vier davon, darunter auch Bürgermeister Karsten Mußler, nutzen bereits ihr Jobbike. Ein Mitarbeiter muss sein Rad noch abholen und fünf weitere haben ihr Einkaufszertifikat in der Tasche. „Ich bin guter Dinge, dass die Anfragen im Sommer steigen werden, wenn das Wetter besser passt“, zeigt sich Weber optimistisch.

Das Angebot ist noch ganz frisch, auch Simon Mauterer und Ina Werner haben ihr Bike erst seit wenigen Wochen. Es sei derzeit auch gar nicht so einfach, das passende Rad zu bekommen, berichten sie von Lieferengpässen in der Branche. Fahrradfahren boomt bekanntlich nicht erst seit gestern. Mauterer hatte Glück, fand in Bühl sein Wunschrad, das er aller Voraussicht nach auch künftig behalten will. Werner wurde in Kuppenheim fündig, sie will ihren rollenden Untersatz erst ausgiebig testen, bevor sie sich entscheidet. Normalerweise hat ihr Bike eine Reichweite von etwa 160 Kilometern – nur an diesem Morgen nicht. Ein Metallsplitter hat sich auf dem Weg zur Arbeit in den Hinterreifen gebohrt und ihr einen Platten beschert, berichtet sie leicht zerknirscht von ihrem Pech. Wie gut ist es da zu wissen, dass man dagegen versichert ist.


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